Produkte – Märkte – Umwelt – Energie – IT – Industrie 4.0 – E-Mobilität OEM & LIEFERANT Netzwerk Automotive - Innovationen. Konzepte. Lösungen. Ausgabe 02/2026
Mehr Service. Mehr Flexibilität. Mehr für Dich. Hedin Automotive Südwest GmbH Untertürkheimer Str. 1 66117 Saarbrücken Idar-Oberstein | Landstuhl | Kusel Kaiserslautern | Mannheim | Neunkirchen Saarbrücken | Saarlouis | St. Wendel Tel.: 0681 5070 Hedin Automotive Retail GmbH August-Herrmann-Straße 2 67655 Kaiserslautern Landstuhl | Idar-Oberstein | Mannheim Saarbrücken | Dresden Land Rover Tel: 0631 3426 - 1310 Hyundai Tel: 0631 41418 - 0 www.hedinautomotive.de Hedin Automotive emobility GmbH Brebacher Landstraße 1 66121 Saarbrücken Tel.: 0681 968080 Mannheim | Schwetzingen | Kaiserslautern Saarbrücken | Dresden | Görlitz
3 die deutsche Automobilindustrie steht vor dem tiefgreifendsten Wandel ihrer Geschichte. Der Umstieg vom Verbrennungsmotor auf den Elektroantrieb ist dabei nur ein Teil der Transformation. Das Auto selbst wandelt sich grundlegend: Aus einem mechanisch dominierten Produkt entsteht zunehmend eine von Software, Daten und KI getriebene Plattform. Das Software-defined Vehicle steht exemplarisch für diesen Wandel. Zentrale Rechnerarchitekturen, Overthe-Air-Updates und Softwareentwicklung verändern Technik und Lebenszyklus eines Fahrzeugs. Mit Künstlicher Intelligenz kommt eine weitere Dimension hinzu: Das Fahrzeug soll nicht mehr nur Befehle ausführen, sondern Zusammenhänge verstehen und zunehmend selbstständig Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig verschiebt sich das Kräfteverhältnis im internationalen Wettbewerb. Besonders chinesische Hersteller verbinden Elektromobilität, Batterie, Software und KI mit hoher Entwicklungsgeschwindigkeit. Damit entsteht ein Wettbewerbsmodell, das europäische Hersteller und Zulieferer zum Umdenken zwingt. Unsere Industrie bringt gute Voraussetzungen mit: starke Marken, technologische Exzellenz, industrielle Fertigungskraft und höchste Sicherheitskompetenz. Doch diese Stärken müssen mit einer neuen Geschwindigkeit verbunden werden. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie schnell sich einzelne Technologien durchsetzen. Ausschlaggebend ist, wer aus Technologie schneller wettbewerbsfähige Produkte und neue Geschäftsmodelle formt. Davon hängt die Zukunft der Automobilindustrie ab. Auch in dieser Ausgabe OEM & Lieferant erhalten Sie, liebe Leserinnen und Leser, wieder einen Einblick in die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie sowie ihrer Dienstleister und Service-Unternehmen. Unser Dank gilt allen Beteiligten für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit an diesem Magazin. Sie sind herzlich eingeladen, sich auch an der nächsten Ausgabe, die voraussichtlich im Frühjahr 2027 erscheint, zu beteiligen. Ihre Redaktion Elisabeth Klock und Astrid Schafmeister P. S. Besuchen Sie auch unser Fachpresseportal www.oemundlieferant.de Folgen Sie uns auf LinkedIn und werden Sie Mitglied in der LinkedIn-Gruppe OEM&Lieferant Liebe Leserinnen und Leser, Editorial Zukunft und Perspektiven Astrid Schafmeister Elisabeth Klock Hinweis: Text wurde mithilfe von KI erstellt und redaktionell bearbeitet
Editorial 3 Interview „Verantwortung übernehmen 8 ist das Gebot der Stunde“ Fragen an Thomas Vollmar, Präsident des Gesamtverband Autoteile-Handel e. V. Der Takt der neuen Industrie 10 Von Prof. Dr. Klaus-Jürgen Schmidt, Institut für Produktions- und Logistiksysteme IT und Automotive Flashen in der Produktion 12 Von Mario Borkowski, Senior Sales Manager, Softing Automotive Electronics GmbH Spezifische OEM-Prozesse 14 durchgängig in SAP abbilden Von Stephan Eckert, Product Manager, WSW Software GmbH Der Weg zum optimalen Lagerverwaltungssystem 16 Von Wolfgang Schuster, Partner EWM, CONSILIO E-Invoicing Die E-Rechnungspflicht: strategischer Hebel 18 für komplexe Lieferketten Von DocuWare Automatisierung ohne Investitionsrisiko „Mobile Roboter leasen statt kaufen – 20 und ab Tag 1 sparen“ Interview mit Mathias Behounek, Executive Director der SAFELOG GmbH Consulting und Virtualisierung Reale Sensordaten reproduzierbar 22 im Labor einsetzen Von Henning Kemper, Senior Specialist Editor, IPG Automotive Engineering Partner Ähnlichkeit suchen, Zukunft gestalten 24 Von Siegfried Maier, Referent Public Relations and Communication, invenio Vom Produktpass zur kontextfähigen 26 Lebenszyklusdatenbasis Interview mit Niklas Bürger, Technikexperte und Benjamin Fetzer, Regulatorik- und Prozessexperte bei UNITY Produkte und Märkte Reinraum allein reicht nicht: 28 Sauberkeit von Anfang an Von Dr. Manuel Ulmer, Leiter Technische Sauberkeit Schreiner Group Low-Bake-Innovation für eine neue Generation 30 energieeffizienter Lackierereien Von Joerg Zumkley, Media Relations Global, Surventis GmbH Polytec Laservibrometrie unterstützt Entwicklung 32 von Leichtbau-Schalldämmung LAMILUX Composites GmbH LAMILUX Composites zeigt innovative Leichtbau- 32 lösungen für die Nutzfahrzeugindustrie dormakaba Deutschland GmbH Neue Technologie für mehr Barrierefreiheit: 32 intelligenter Tür-Assistent EasyAssist MHP Management- und IT-Beratung GmbH Jetzt oder nie – Catena-X am Wendepunkt: 32 Auf die Skalierung kommt es an imds Professional Interview mit Patrick Fischer Riegert von 33 imds professional zum Thema PPWR Inhalt/Content Bild: © ShutterDesigner/shutterstock.com Bild: © SWKStock/shutterstock.com
Verbindungstechnik Präzision trifft Effizienz: 34 Der SPREDLOC Expansionsbolzen im Zusammenspiel mit der RIVKLE Automation E Von Annette Löwen, Teamleitung Marketing Deutschland PFM, Böllhoff Verbindungstechnik GmbH Zukunftsweisende Verbindungslösungen 36 für die Elektromobilität Von Andreas Blecher, Teamleiter Marketing, EJOT SE & Co. KG Job und Karriere Interview mit Marion Plocher, Plocher Executive Find Der Wettbewerb um Talente verlagert 38 sich nach Mittel- und Osteuropa Firmenporträts Böllhoff Group 40, 64 SUSI&James GmbH 42 Walter Werner GmbH 43 Metallveredelung Editorial 47 Bolt, Pony.ai and Stellantis test 48 self-driving mobility in Luxembourg By Lena Mårtensson, Senior Marketing & Communication Officer, Luxinnovation GIE IT und Automotive Flashing in Production 50 By Mario Borkowski, Senior Sales Manager, Softing Automotive Electronics GmbH Automation without investment risk „Lease mobile robots instead of purchasing them – and save money from day one.“ 52 Interview with Mathias Behounek, Executive Director of SAFELOG GmbH Consulting and virtualization Reproducible Use of Real Sensor Data in the Lab 54 By Henning Kemper, Senior Specialist Editor, IPG Automotive Fastening technology Precision meets efficiency: 56 the SPREDLOC expansion bolt in combination with RIVKLE Automation E By Annette Löwen, Team lead Marketing Germany PFM, Böllhoff Verbindungstechnik GmbH Future-oriented fastening solutions 60 for electromobility By Andreas Blecher, Team Manager Marketing, EJOT SE & Co. KG Products and markets Low-bake innovation for the next generation 62 of energy-efficient paintshops By Joerg Zumkley, Media Relations Global, Surventis imds professional Interview with Patrick Fischer Riegert from 66 imds professional on the PPWR AutorInnen/Authors 6 Experten/Experts 44, 45 Impressum/Imprint 7 Bild: © franz12/shutterstock.com Bild: © chinasong/shutterstock.com
Autoren/-innen und Interviewpartner/-innen · Authors and Interviewees Sortiert nach Unternehmen · Sorted by Company Bitte klicken Sie auf die jeweilige Seitenzahl, um den Beitrag des Autors/in zu öffnen Please click on the respective page number to open the author‘s article GVA Gesamtverband Autoteile-Handel e. V Thomas Vollmar Präsident Seite 8 IPL Prof. Schmidt AKJ Automotive Prof. Dr. Klaus-J. Schmidt Seite 10 B C E Böllhoff Verbindungstechnik GmbH Annette Löwen Team lead Marketing Germany PFM Seite 34 Page 56 CONSILIO Wolfgang Schuster Partner EWM Seite 16 EJOT SE & Co. KG Andreas Blecher Teamleiter Marketing Seite 36 Page 60 UNITY AG Niklas Bürger Senior Manager Seite 26 UNITY AG Benjamin Fetzer Manager Seite 26 Plocher Executive Find GmbH Marion Plocher CEO/Founder Seite 38 Astrid Schafmeister Freie Journalistin Surventis GmbH Joerg Zumkley Media Relations Global Seite 31 Page 62 WSW Software GmbH Stephan Eckert Product Manager Seite 14 invenio Virtual Technologies GmbH Michael Pretschuh Head of Sales and Marketing Seite 24 SAFELOG GmbH Mathias Behounek Executive Director Seite 20 Page 52 IPG Automotive Henning Kemper Senior Specialist Editor Seite 22 Page 54 Luxinnovation Lena Mårtensson Senior Communication Officer, Content & Social Page 48 Softing Automotive Electronics GmbH Mario Borkowski Senior Sales Manager Seite 12 Page 50 Schreiner Group Dr. Manuel Ulmer Leiter Technische Sauberkeit Seite 28 imds professional GmbH Patrick Fischer Riegert Product-ComplianceExperte Seite 33 Page 66 Bild: © Luxinnovation/Marion Dessard 6
Impressum Verlag und Herausgeber: VEK Verlag Inhaberin: Elisabeth Klock Wilhelm-Schrohe-Str. 2, 55128 Mainz Telefon +49 157 50153533 info@klock-medienpartner.de www.oemundlieferant.de Redaktion: Elisabeth Klock (v.i.S.d.P.), Chefredaktion Dr. Thomas Vogt Astrid Schafmeister, freie Journalistin Lektorat: Clive Davis Anzeigenleitung und -verkauf: Elisabeth Klock Telefon +49 157 50153533 Titelseite: Christopher Koster Fotosatz und Onlineausgabe: Grafik-/Webdesign Bauer www.grafik-bauer.de Weitere Mitarbeiter dieser Ausgabe: Günther Gaimer Titelbild: Zur Gestaltung des Titelbildes benutzten wir Fotos und Grafiken von: • AntonKhrupinArt/shutterstock.com • IM Imagery/shutterstock.com • Piyaset/shutterstock.com • Summit Art Creations/shutterstock.com • Sylverarts Vectors/shutterstock.com Rücktitel: Zur Gestaltung des Rücktitels benutzten wir eine Grafik von: • ConnectVector/shutterstock.com Ausgabe 2/2026 Copyright: Verlag Elisabeth Klock Das Werk wurde mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit der Veröffentlichung kann trotz sorgfältiger Prüfung weder vom Verlag noch von der Redaktion eine Haftung übernommen werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Autors bzw. des Unternehmens wieder. Der Verlag und die Redaktion machen sich diese Fremdbeiträge nicht zu Eigen. Die Unternehmen sind für das zur Verfügung gestellte und veröffentlichte Bild- und Grafikmaterial im Werk verantwortlich, insbesondere ob das Material frei von Rechten Dritter ist. Der Verlag hat die ausschließlichen Nutzungsrechte zur Verwertung der angenommenen und veröffentlichten Beiträge und Artikel. Nachdrucke, auch auszugsweise, sind nur mit vorheriger Zustimmung des Verlages möglich. Alle Texte, Bilder und Grafiken sowie deren Anordnung unterliegen dem Urheber- und Leistungsschutzrechts. Für direkte oder indirekte Verweise auf fremde Internetseiten („Links“), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Verlags liegen, übernimmt der Verlag keine Haftung. Für die Inhalte und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen auf den fremden Internetseiten ist der jeweilige Anbieter verantwortlich. Der Verlag macht sich den Inhalt dieser fremden Internetseiten nicht zu Eigen. CONSILIO GMBH | EINSTEINRING 22 | 85609 ASCHHEIM | T +49 89 9605750 | WWW.CONSILIO-GMBH.DE Erfahren Sie mehr zu unserem Webinarangebot 90x210_oem_anzeigen alle ab 2024.indd 5 22.10.2024 14:42:26 Türsassistent EasyAssist Flexible Leistung, einfache Zugänglichkeit und barrierefreie Normerfüllung Barrierefrei, Nachhaltigkeit und Effizienz dormakaba_EasyAssist_210x105_DE.indd 1 27.07.2026 16:47:03
8 Interview „Verantwortung übernehmen ist das Gebot der Stunde“ Fragen an Thomas Vollmar, Präsident des Gesamtverband Autoteile-Handel e. V. Der Gesamtverband Autoteile-Handel e. V. ist der Branchenverband des freien Kfz-Teile-Großhandels in Deutschland. Er vertritt Handelsunternehmen sowie Kfz-Teilehersteller und Anbieter technischer Informationen. OEM & Lieferant: Der massive Stellenabbau in der deutschen Automobilindustrie setzt sich fort. Zwar scheint die Elektrifizierung im Neuwagensegment Fahrt aufzunehmen, aber nicht nur Fahrzeughersteller, auch die Zuliefererindustrie baut zehntausende Stellen in Deutschland ab. Ihre Mitglieder rekrutieren sich aus Unternehmen des freien Kfz-Teilehandels, aber auch aus den Unternehmen der Kfz-Teilehersteller. Wie bewerten Sie als GVAPräsident die Lage der Automobilwirtschaft? Thomas Vollmar: Die desaströse gesamtwirtschaftliche Lage, in der sich Deutschland seit Jahren befindet, macht nicht vor Deutschlands Schlüsselindustrie halt – das ist sicher. Die Menschen sind durch die anhaltend schlechte Lage verunsichert und halten ihren Konsum zurück. Das trifft natürlich in erster Linie die Neuzulassungen. Eine Sache stört mich an der an sich sehr wichtigen Diskussion besonders, und zwar die Richtung. Das ist der Blick auf die Neuzulassungen als Indikator für das Wohlergehen der Automobilwirtschaft und den damit verengten Blick auf wenige große Fahrzeughersteller. Ich habe oft das Gefühl, dass die Gefährdungslage zehntausender Jobs bei einem Fahrzeughersteller viel mehr Beachtung findet, als der massive Verlust an Arbeitsplätzen im Mittelstand. Das führt zu falschen Schlussfolgerungen bei adäquaten wirtschaftspolitischen Gegenmaßnahmen. OEM & Lieferant: Was meinen Sie genau? Thomas Vollmar: Wir haben von Anfang an die Kaufprämie für batterieelektrische Fahrzeuge kritisiert. Nicht wegen der Technik, sondern weil diese Maßnahme den Steuerzahler viel Geld kostet und das Ziel, die deutsche Automobilindustrie zu unterstützen, nicht erreicht wird. In Zeiten, in denen der Staat massiv sparen muss und auch bei z. B. wichtigen familien- und sozialpolitischen Maßnahmen den Rotstift ansetzt, aber zeitgleich viel Geld in dysfunktionalen Maßnahmen versickert. Die größten Profiteure von der Förderung sitzen in den USA und China. Den deutschen Fahrzeugherstellern und ihren Partnern aus der Zuliefererindustrie hat diese Maßnahme nicht geholfen. Viel sinnvoller wäre es, die massiven strukturellen Probleme des Wirtschaftsstandortes Deutschland, wie viel zu hohe Energiekosten, lähmende Bürokratie und weiter steigende Abgaben für Millionen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, anzugehen. Das hätte den Vorteil, dass nicht nur wenige sehr große Konzerne, sondern alle Unternehmen, die in Deutschland Arbeitsplätze schaffen, entlastet würden. Ich sehe die Verantwortung bei der Bundesregierung. OEM & Lieferant: Stichwort Verantwortung – Ihre diesjährige Automotive Conference findet unter dem Leitthema „Verantwortung übernehmen“ statt. Können Sie das bitte genauer beschreiben? Thomas Vollmar: Schaffenskraft auch in schwierigen Zeiten – das ist der Kern des Unternehmertums. Klimaschutz, Verteidigung, Soziales – das sind alles wichtige Themen, die jedoch die wirtschaftliche Schaffenskraft von Menschen voraussetzt. Millionen Unternehmen in Deutschland, vom kleinen, regional tätigen Unternehmen bis zum global agierenden Konzern, übernehmen durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und somit Existenzen Verantwortung. Diese Existenzgrundlage ermöglicht soziale Teilhabe und individuellen Wohlstand. Dadurch tragen die Unternehmen, aber natürlich auch die Arbeitnehmer, die bei diesen Unternehmen angestellt sind, durch Beiträge zu den Sozialversicherungen und Steuern zur Finanzierung des Staatswesens bei. Ohne wirtschaftliche Verantwortung ist alles nichts. Das verantwortungsvolle Unternehmertum ist eine unverzichtbare Säule einer funktionierenden, freien Gesellschaft. Unser Blick geht jedoch über die wirtschaftliche Verantwortung hinaus und es werden weitere Aspekte zu dem Thema beleuchtet. Dabei geht es neben unternehmerischer Verantwortung auch um soziale, handelspolitische und makroökonomische Verantwortung. Unsere Gäste dürfen sich wieder auf hochkarätige Speaker freuen, die verschiedene Aspekte analysieren und ihr Expertenwissen teilen. OEM & Lieferant: Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit das Autofahren bezahlbar bleibt? Thomas Vollmar: Mindestens so wichtig, wie das Auto „auf die Straße zu bekommen“ ist es, „das Auto auf der Straße zu halten“. Hier kommt der freie Kfz-Servicemarkt ins Spiel – nicht als kleiner Zusatz zum Neuwagengeschäft, sondern als wichtige Säule der Automobilwirtschaft. Nehmen wir das Thema E-Mobilität: Statt viel Geld in Kaufprämien verpuffen zu lassen, muss es in die Verkehrsinfrastruktur fließen. Thomas Vollmar Bild: © GVA
Produkte, wie das E-Auto, müssen von sich aus überzeugen. Das gelingt nur mit einem funktionierenden nachgelagerten Markt, auf dem fairer Wettbewerb herrscht. Das Gleiche gilt bei Zugang zu Fahrzeugdaten bzw. fahrzeuggenerierten Daten. Die Wahlfreiheit des Autofahrers bei Reparatur und Wartung ist der Schlüssel zu bezahlbarer Mobilität. Hier darf es keine neuen Monopole geben. OEM & Lieferant: Gibt es hier Fortschritte? Thomas Vollmar: Die Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) wird von der Europäischen Kommission wahrscheinlich in ihrer jetzigen Form verlängert. Dieser Rechtsakt hat sich zur Förderung des Wettbewerbes auf dem Kfz-Aftermarket bewährt. Wir erwarten, dass die ergänzenden Leitlinien verstärkt auf Digitalisierung und E-Mobilität hin überprüft werden. Das ist gut und richtig, diese Punkte müssen jedoch in die Verordnung selbst integriert werden, denn die begleitenden Leitlinien sind nicht bindend. Die Monopolkommission, die u. a. die Bundesregierung in wettbewerbsrechtlichen Belangen berät, ist in ihrem Gutachten ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass es mehr Wettbewerb bei digitalen Geschäftsmodellen benötigt. Daraus lässt sich aus unserer Sicht z. B. eine sektorspezifische Regulierung beim Zugang zu Fahrzeugdaten und fahrzeuggenerierten Daten ableiten, die allen Akteuren die gleichen Chancen auf dem Kfz-Aftermarket einräumt. Wodurch am Ende die Millionen Autofahrer in Form von bezahlbarer individueller Mobilität profitieren. Fair Play sollte nicht nur im Sport, sondern auch in der Unternehmenswelt gelten. OEM & Lieferant: Was ist Ihr nächstes großes Projekt? Thomas Vollmar: Die Automechanika in Frankfurt am Main vom 8. bis 12. September 2026. Der GVA wird als Stimme des freien Marktes wieder als Aussteller (3.0 B75) aktiv sein. Wir und unsere Mitglieder werden auf der Branchenleitmesse zeigen, dass der freie Markt die richtigen Antworten auf die aktuellen Herausforderungen hat – bei allen Themen: Digitalisierung, Datenzugang, Elektromobilität. Die Branche zeichnet sich durch starke innovative Unternehmen aus und darf mit Zuversicht in die kommenden Jahre schauen, auch wenn diese nicht einfach werden. www.gva.de Falsches Material erkannt. Prozess gesichert. Gerne unterstützen wir Sie mit unserer langjährigen Expertise bei Ihren Projekten. Wir finden die Lösung, die zu Ihnen passt. Kontaktieren Sie uns unter info@schreiner-protech.com. https://www.schreiner-group.com/de/produkte/automobilindustrie/industrieetiketten Prozesssicherheit wird überall dort entscheidend, wo Verbrauchsmaterial geschäftskritisch ist – für OEMs ebenso wie für Maschinen- und Anlagenbauer. Verwechslungen, Fehlbedienung oder der Einsatz nicht freigegebener Materialien gefährden Qualität und Anlagenverfügbarkeit und erhöhen den Aufwand in Service, Fehleranalyse und Gewährleistung. Item Match Control setzt genau hier an Die RFID-basierte Lösung von Schreiner ProTech ermöglicht die eindeutige Zuordnung von Maschine und Material nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Nur korrektes Material wird erkannt, Prozessparameter werden automatisch übernommen. So lassen sich Fehlanwendungen vermeiden, Originalmaterial absichern und Risiken im Betrieb deutlich reduzieren. Item Match Control – Material stimmt. Maschine läuft. KI modifiziert CONSULTING & INNOVATION Digital Thread als Enabler für das Engineering der Zukunft www.unity-consulting.com/de/ digital-thread-als-enabler-fuer-dasengineering-der-zukunft Jetzt lesen!
10 Gewachsene IT trifft KI und Quantum Computing Die zentrale Aufgabe besteht nicht darin, eine neue Fabrik auf der grünen Wiese zu errichten. Anspruchsvoller ist es, gewachsene Strukturen intelligent weiterzuentwickeln. Traditionelle IT- und ERP-Systeme müssen dafür sinnvoll mit KI-Komponenten verbunden werden. Machine Learning macht aus vorhandenen Datenbeständen vorausschauende Systeme. Produktions- und Liefernetzwerke gewinnen an Robustheit, weil sie Auffälligkeiten erkennen können, bevor daraus Stillstände entstehen. Parallel dazu werden die Versorgungsprozesse in Fabriken zunehmend autonom. Fahrerlose Transportsysteme (FTS), die nicht mehr an Magnetstreifen Der Takt der neuen Industrie Wie KI, Resilienz und Autonomie die automobile Wertschöpfung verändern Von Prof. Dr. Klaus-Jürgen Schmidt, Institut für Produktions- und Logistiksysteme Die Automobil- und Zulieferindustrie erlebt derzeit eine außergewöhnlich spannende Phase. Wer die Entwicklung der vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt, sieht einen grundlegenden Wandel, der weit über den Wechsel der Antriebstechnologien hinausreicht. Sein Zentrum liegt in den Strukturen, die den industriellen Alltag zusammenhalten: Logistik, Supply Chain und Produktion. Dort entscheidet sich, wie leistungsfähig die Branche künftig sein wird. Die Ära linearer Lieferketten, die fast ausschließlich auf Kosteneffizienz ausgerichtet waren, ist vorbei. Just-in-Time und Just-in-Sequence galten über Jahrzehnte als feste Leitbilder, weil geopolitische und wirtschaftliche Stabilität weitgehend vorausgesetzt wurde. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben diese Annahme widerlegt. Effizienz bleibt unverzichtbar, ist inzwischen aber eine Grundvoraussetzung. Resilienz entscheidet darüber, ob Unternehmen wachsen und im Wettbewerb bestehen. Wer weiterhin in starren Ketten statt in beweglichen Wertschöpfungsnetzwerken denkt, verliert Tempo und gefährdet seine Wettbewerbsfähigkeit. Von linearen Ketten zu vorausschauenden Datennetzwerken Der Schritt von reaktiven Abläufen zu vorausschauenden, anpassungsfähigen Strukturen ist keine theoretische Übung, sondern eine operative Notwendigkeit. Supply Chains werden künftig nicht nur verwaltet, sondern mithilfe von Algorithmen koordiniert. Dann lautet die entscheidende Frage nicht mehr allein „Wo befindet sich mein Material?“, sondern: „Welche weltweiten Ereignisse könnten seine Ankunft in den nächsten 48 Stunden gefährden, und welche Alternativrouten kann das System selbstständig einleiten?“ Solche vorausschauenden Netzwerke funktionieren nur, wenn Unternehmen ein überholtes Prinzip aufgeben: Daten isoliert zu sammeln und zurückzuhalten. Transparenz über Unternehmensgrenzen hinweg wird zur Voraussetzung. Weiß ein OEM nicht in Echtzeit, dass einem Tier-3Zulieferer am anderen Ende der Welt eine kritische Komponente fehlt, kann selbst der beste Algorithmus am eigenen Band den Ausfall nicht verhindern. Initiativen und Datenräume wie Catena-X zeigen, dass Datensouveränität und gemeinsame Transparenz keine Gegensätze sind. Sie müssen zusammen gedacht werden. Bild: IPL, KI-generiert Bild: IPL, KI-generiert
11 Bild: IPL, KI-generiert Bild: IPL, KI-generiert gebunden sind, sondern sich per Schwarmintelligenz durch Produktionshallen bewegen, markieren erst den Anfang. Das Ziel ist eine Echtzeit-Synchronisation hochkomplexer Materialflüsse. So kann sich die Fabrik der Zukunft flexibel und schnell an veränderte Bedingungen anpassen. Das technisch Machbare ist damit längst nicht ausgeschöpft. Klassische IT stößt bei der Optimierung von Routen und Netzwerken an Grenzen, sobald Tausende dynamische Variablen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Hier zeichnet sich mit Quantum Computing bereits die nächste Entwicklung ab. Die Möglichkeit, unzählige logistische Szenarien parallel zu bewerten, könnte Optimierungspotenziale erschließen, die heute kaum absehbar sind. Der Mensch steuert die Komplexität Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt der Mensch entscheidend. Seine Bedeutung nimmt in einem hochautomatisierten Umfeld nicht ab; vielmehr verändert sich seine Aufgabe grundlegend. Der Supply-Chain-Manager der Zukunft gleicht nicht mehr unter Zeitdruck Excel-Listen ab und organisiert Telefonketten, um einen drohenden Bandstillstand zu verhindern. Er steuert das Gesamtsystem strategisch. KI-basierte Dashboards liefern ihm dafür fundierte, vorausschauende Entscheidungsgrundlagen. Diese neue Rolle verlangt zugleich andere Qualifikationen. Teams müssen lernen, die leistungsfähigen Instrumente sicher und wirksam einzusetzen. Nachhaltigkeit wird zur messbaren Größe Neben der Digitalisierung prägt Nachhaltigkeit den Wandel ebenso stark. Auch hier reicht ein unverbindliches Bekenntnis nicht mehr aus: Grüne Logistik ist heute Teil der Compliance und ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Zur Dekarbonisierung der Automobilindustrie gehören deshalb zwingend die Scope-3-Emissionen, also jene Emissionen, die in der gesamten vor- und nachgelagerten Lieferkette entstehen. Eine genaue CO₂‑Berechnung für Transport und Logistik, beispielsweise nach DIN EN ISO 14083, wird damit zur Pflicht. Aufträge werden künftig nicht allein nach Preis und Lieferzeit vergeben, sondern auch nach dem ökologischen Fußabdruck eines Bauteils bis zur Anlieferung am Band. Dafür benötigen OEMs, Zulieferer und Logistikdienstleister leistungsfähige digitale Schnittstellen. Vom Konzept auf den Shopfloor Datenräume, neue IT-Möglichkeiten, autonome Prozesse und messbare Nachhaltigkeit bilden zusammen eine anspruchsvolle strategische Aufgabe. Neben technologischer Exzellenz braucht es dafür eine Zusammenarbeit über Branchengrenzen hinweg. Notwendig sind Plattformen, auf denen diese Entwicklungen nicht nur auf PowerPoint-Folien beschrieben, sondern praktisch erprobt und in den industriellen Alltag überführt werden. An der Verbindung von strategischer Vision und operativer Umsetzung gewinnt der Kongress „Automotive Prozesse & IT“ (www.automobilkongress.de ) besondere Relevanz. Die zentrale Netzwerkveranstaltung bringt die Akteure zusammen, die den Wandel vorantreiben: OEMs, Tier-Zulieferer, Dienstleister sowie Fachleute aus IT und Quantum Computing. Seinen besonderen Praxisbezug zeigt das Format am 14. und 15. Oktober 2026 in Saarbrücken. In Live-Workshops bearbeiten die Teilnehmenden unter anderem die Fragen, wie Legacy-Systeme mit KI verbunden und CO₂-Berechnungen in der Transportlogistik rechtssicher umgesetzt werden können. Best-Practice-Besuche in den Fabriken renommierter Unternehmen, etwa bei der Hager Group oder Nobilia, machen Digitalisierung unmittelbar erfahrbar. Auf dem realen Shopfloor wird sichtbar, wie Algorithmen, Menschen und Maschinen erfolgreich zusammenarbeiten. Fazit: Jetzt entscheidet die Umsetzung Die stärkste Industrie Europas steht vor der Aufgabe, ihre Grundlagen neu zu gestalten. Die nötigen Werkzeuge sind vorhanden: gemeinsam nutzbare Daten, Algorithmen, Quantentechnologie und neue, vertrauensvolle Partnerschaftsmodelle. Jetzt kommt es auf entschlossenes Handeln und kontinuierliches Lernen voneinander an. Plattformen wie der Automobilkongress verbinden dafür Wissen und praktische Erfahrung. Dort wird die Zukunft der automobilen Wertschöpfung konkret gestaltet. Wer die Zusammenhänge verstanden hat, blickt nicht mit Sorge auf die kommenden Aufgaben, sondern mit Zuversicht und Tatkraft. Die Branche beobachtet den Wandel nicht nur, sie kann die neue automobile Realität selbst entwerfen. Kontakt klaus-juergen.schmidt@iplnet.de www.iplnet.eu www.akjnet.de
12 Montage auf die Steuergeräte zu übertragen. Allerdings entscheidet nicht allein die maximale Übertragungsgeschwindigkeit über einen effizienten Flashprozess. Ebenso wichtig ist die Frage, wann, wo und unter welchen Randbedingungen Software in die Steuergeräte übertragen wird. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wird der Flashprozess in der Produktion in mehrere Schritte aufgeteilt: das Off-LineFlashen und das In-Line-Flashen. Beim „Off-Line-Flashen“ werden große Datenpakete bereits vor der Integration in das Fahrzeug auf die Steuergeräte übertragen, beispielsweise in separaten Flashstationen oder Vorbereitungszonen. Da dieser Prozess unabhängig von der Fahrzeuglinie erfolgt, unterliegt er nicht IT und Automotive Flashen in der Produktion Von Mario Borkowski, Senior Sales Manager, Softing Automotive Electronics GmbH Wenn wir unser Fahrzeug starten, erwarten wir, dass alles reibungslos funktioniert. Der Motor läuft rund, das Navi weist uns den Weg, Spurassistent und weitere Fahrhilfen warten nur auf ihren Einsatz. Damit diese Systeme zuverlässig zusammenarbeiten, genügt es nicht, die richtige Hardware zu verbauen. Entscheidend ist, dass auf jedem Steuergerät die richtige Softwareversion installiert ist. Steuergeräte bilden im Fahrzeug ein Netzwerk. Dieses Netzwerk hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend weiterentwickelt. Während eine verteilte Architektur mit zentralem Gateway heute den Standard bildet, kommen Domain-Architekturen mit zentralisierten Funktionen bereits in Serienfahrzeugen zum Einsatz. Gleichzeitig halten erste zonale Architekturen Einzug in die Fahrzeugentwicklung und ebnen den Weg zum Software Defined Vehicle . Diese Entwicklung verändert nicht nur die Fahrzeugarchitektur, sondern auch die Anforderungen an Diagnose- und Flashprozesse. Mit jeder neuen Fahrzeuggeneration wächst der Softwareumfang erheblich. Softwarepakete mit einem Gesamtumfang von 60 GByte und mehr pro Fahrzeug sind zukünftig keine Ausnahme. Damit wird das Flashen zu einer zentralen Herausforderung im Fahrzeuglebenszyklus. Während sich über CAN lediglich rund 23 kByte/s übertragen lassen, sind über DoIP bereits rund 11 MByte/s erreichbar. Diese Werte basieren auf Messungen unter Praxisbedingungen und zeigen die Größenordnung der tatsächlich erreichbaren Flashraten. Betrachtet man die Taktzeiten in der Fahrzeugproduktion, wird deutlich, dass die Produktionsstrukturen nicht in jedem Fall darauf ausgelegt sind, sämtliche Softwareumfänge erst während der Bilder: © Softing Automotive Electronics
13 Abbildung 1: Softing Automotive Electronics OBD-Unterstützung über den gesamten Lebenszyklus Abbildung 1: Fahrzeugarchitektur im Wandel Abbildung 2: Softing Multiflash Unit mit vier VIN|ING 2000 und vier TCS den Taktzeiten der Montage. Durch den direkten Zugriff auf die Steuergeräte können in einer Flashstation mehrere Steuergeräte gleichzeitig programmiert werden. In einem Kundenprojekt mussten unter großem Zeitdruck 4.000 Steuergeräte erneut geflasht werden. Die Flashzeit pro Steuergerät betrug 20 Minuten. Durch die gleichzeitige Programmierung von acht Steuergeräten reduzierte sich die Gesamtflashdauer von acht Wochen auf eine Woche. Als „In-Line-Flashen“ wird das Pro- grammieren von Steuergeräten wäh- rend der Fahrzeugmontage bezeichnet. Kennzeichnend sind die taktgebundene Produktion, eng begrenzte Zeitfenster und Steuergeräte, die nur während bestimmter Montageabschnitte unter Spannung stehen. Unterbrechungen oder Wiederholungen eines Flashvorgangs wirken sich unmittelbar auf den Produktionsablauf aus. Während des In-Line-Flashens werden nur Datenmengen in die Steuergeräte geschrieben, die in den vorgesehenen Bandtakten sicher programmiert werden können. Das können ganze Softwarestände sein, bei wenigen kurzen Bandtakten aber auch nur Codierstrings zur Freischaltung von Fahrzeugvarianten. Neben der Programmierung der Steuergeräte spielt beim In-Line-Flashen auch die Bereitstellung der Flashdaten eine entscheidende Rolle. Da auf einer Produktionslinie unterschiedliche Fahrzeugvarianten parallel gefertigt werden, muss das jeweils fahrzeugspezifische Softwarepaket zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Fahrzeug verfügbar sein. Ein Vehicle Interface mit lokalem Datenspeicher ermöglicht eine deterministische Bereitstellung der Flashdaten, ohne während des Flashvorgangs auf eine kontinuierliche Datenübertragung über das Produktionsnetzwerk angewiesen zu sein. Gleichzeitig kann das Vehicle Interface seine Datenbestände kontinuierlich mit dem Backend synchronisieren, sodass stets aktuelle Softwarestände zur Verfügung stehen. Das Softing SVI (Smart Vehicle Interface) setzt dieses Konzept durch die Kombination aus lokalem Datenspeicher und kontinuierlicher BackendAnbindung um. Flash- und Updateprozesse beeinflussen Durchlaufzeiten, Prozessstabilität, Wiederanlaufquoten sowie Variantenkonsistenz und sind damit zu einem produktionskritischen Faktor geworden. Leistungsfähige, skalierbare Flashkonzepte schaffen die technische Grundlage und ermöglichen auch bei steigenden Softwareumfängen effiziente, sichere und wirtschaftliche Flashprozesse. https://automotive.softing.com
14 Kostenloses Whitepaper OEM-Belieferung Hier stoßen Sie auf die größten Probleme über einen SAP-Standard-Lieferplan mit Feinabrufen bis zum Ende des Lieferprozesses durch. Nach einmaliger Einrichtung kann die Lösung universell eingesetzt werden. Ob PSA Corail, Renault CINDI/LISA, Nissan RAN oder viele andere mehr: OEM-spezifische Bezeichnungen werden in den Stammdaten hinterlegt und konfiguriert. Ein- und ausgehende EDI-Nachrichten werden automatisch auf Richtigkeit geprüft. OEM-Labels und -Formulare mit SAP gestalten OEMs stellen ebenso konkrete Anforderungen an die Inhalte und die Gestaltung von Labels und Formularen. IT und Automotive Spezifische OEM-Prozesse durchgängig in SAP abbilden Von Stephan Eckert, Product Manager, WSW Software GmbH Die Automobilhersteller (OEMs) stellen teils sehr komplexe Anforderungen an ihre Zulieferer, wie die Kommunikation um die Belieferung abzulaufen hat. In den SAP-Standards ERP oder S/4HANA ist die Abbildung individueller Prozessanforderungen nicht vorgesehen und stellt Zulieferer vor enorme Herausforderungen. Was viele nicht wissen: Kostengünstige SAP-basierte Add-ons bilden OEM-Prozesse durchgängig in SAP ab; Zulieferern bleiben damit Eigenprogrammierungen erspart. Zwei Beispiele: OEM-Zusatzdaten in SAP- Lieferprozess integrieren In den Lieferabrufen der OEMs werden zunehmend prozessbezogene Zusatzdaten mitgeschickt. Gemeint sind Einteilungsinformationen, die über das Lieferdatum, die Anlieferzeit und die Menge hinausgehen. Der OEM erwartet, dass sich seine Daten im Lieferprozess wiederfinden, wie LOT-Sequenznummern, Delivery Call Number (DCN) oder Release Authorization Number (RAN). Die Herausforderung: Im SAP-Standard-Lieferplan ist eine Verarbeitung von Zusatzdaten nicht vorgesehen. Die Lösung: Das Addon „Zusatzdaten“ von WSW Software reicht einteilungsbezogene Zusatzdaten Beim Zulieferer entsteht Aufwand: Jedes Label und Formular muss nach den vorgegebenen Maßen millimetergenau gestaltet werden. Die auszugebenden Informationen müssen individuell für jeden OEM mit einem sogenannten Datensammelprogramm „zusammengesucht“ werden. Auch bei Barcodes muss sichergestellt sein, dass sie technisch und inhaltlich den OEM-Vorgaben entsprechen. Die Herausforderung: Der SAPStandard bildet derart anspruchsvolle Anforderungen nicht oder nur unzureichend ab. Die Lösung: Mit „Label Engine“ hat WSW Software ein Add-on im Portfolio, das das Label-/Formularmanagement direkt aus SAP ermöglicht. Ohne Programmierung können individuelle Labels gestaltet, konfiguriert und gedruckt werden. Anwender können zudem auf über 300 vorgefertigte, lizenzierte OEM-Labels zurückgreifen und diese dann weiterentwickeln. SPEEDI und JUNIQ – leistungsstarke Add-ons für SAP SAP automatisiert viel – aber eben nicht alles. SPEEDI und JUNIQ sind zwei leistungsstarke Plattformen von WSW Software mit unzähligen Einzellösungen, die den SAP-Standard ergänzen. Spezielle Anforderungen an Abruf-, Bestell-, Liefer- oder Gutschriftprozesse lassen sich einfach und schnell konfigurieren und parametrisieren. Eine Auflistung, welcher OEM was erwartet, liefert das kostenfreie Whitepaper zum Download. WSW Software GmbH www.wsw.de Bild: © chinaface/iStock
EVO PT® Dreht sich nur um Sie Die EVO PT® Schraube für Ihren wirtschaftlichen Erfolg: www.ejot.de/industrie EJOT. Bringing it together. Gewindeformzone Hohes Standardisierungspo- tenzial durch einschraubtiefenunabhängiges Eindrehmoment Ansetzgewinde Prozesssicheres Ansetzen und Verschrauben durch neuartigen Gewindeanfang EVO CALC® Berechnung von Konstruktions- und Montageparametern und exklusive CAE-Services Vorteile für Konstrukteure > Maximale mechanische Sicherheit > Rechnerisch vorhersagbare Ergebnisse > Keine Gewindeinserts notwendig > Entlastung des Zeitbudgets Vorteile für Prozess-Ingenieure > Maximale Anlagenverfügbarkeit > Maximale Prozesssicherheit > Reduzierung der Teilevielfalt > Fehlervermeidung > Abgestimmte Montagekonzepte Vorteile für Qualitäts-Manager > Reduzierter Bemusterungs-, Serien- und Prüfaufwand > Geringes Fehlerpotenzial > Reduzierung der Teilevielfalt Vorteile für Einkäufer > Wettbewerbsfähige Einkaufspreise > Mengenkonsolidierung > Reduzierte Komplexität > Geringe Gesamtprojektkosten > Lieferantenkonsolidierung
16 dezentralem EWM besonders relevant und müssen frühzeitig geprüft werden. SAP Public Cloud Warehouse Management als Cloud-Alternative Eine weitere cloudbasierte Möglichkeit bietet SAP Public Cloud Warehouse Management in Kombination mit S/4HANA Public Cloud. Obwohl es aus EWM hervorgegangen ist, entspricht der Funktionsumfang nicht vollständig dem On-Premise- oder Private-Cloud-EWM. Skalierbarkeit, Integrationsfähigkeit in die bestehende Systemlandschaft und Abdeckung spezifischer Anforderungen sollten daher detailliert untersucht werden. Fazit Die Auswahl eines SAP-Lagerverwaltungssystems ist nicht trivial, sondern erfordert eine differenzierte Betrachtung von Prozesskomplexität, Integrationsanforderungen, Systemarchitektur und Zukunftsstrategie. Website www.consilio-gmbh.de Presse www.consilio-gmbh.de/news Automobilindustrie https://t1p.de/6t4vc IT und Automotive CONSILIO: Der Weg zum optimalen Lagerverwaltungssystem Von Wolfgang Schuster, Partner EWM, CONSILIO Mit SAP Logistics Management hat die SAP ein weiteres Produkt für die Lagerverwaltung auf den Markt gebracht. CONSILIO nimmt Unternehmen an die Hand und führt sie aus diesem Dickicht an Optionen und hilft bei der Entscheidung für das richtige Produkt. Unternehmen erwarten ein Lagerverwaltungssystem (LVS), das flexibel, robust und einfach bedienbar ist, um sich ständig wandelnden Logistikanforderungen anzupassen, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. Die Auswahl des passenden Systems ist daher von strategischer Bedeutung für Effizienz, Kosten und Zukunftsfähigkeit der Lagerlogistik. Herausforderung: Vielfalt der SAP-Lösungen SAP-Anwendern stehen eine Vielzahl von Logistik-Lösungen zur Auswahl – etwa embedded SAP Extended Warehouse Management (EWM) in Basic- oder Advanced-Ausprägung, dezentrales SAP EWM, SAP Public Cloud Warehouse Management, SAP Stock Room Management (StRM) sowie SAP Logistics Management (LGM). Partner wie CONSILIO begleiten Unternehmen bei der Auswahl und Einführung der passenden SAP-Lagerlösung. Auf Basis der individuellen Ausgangslage des Lagers sowie der übergeordneten IT- und Logistikstrategie werden strukturierte Entscheidungsvorlagen erarbeitet, die eine fundierte und nachhaltige Systemwahl ermöglichen. Von StRM zu LGM Mit der Abkündigung von SAP WM wurde StRM als Nachfolger eingeführt. Es deckt jedoch nur einfache Prozesse ab und wird von SAP nicht mehr weiterentwickelt. Mit LGM positioniert SAP eine moderne, zukunftsfähige Alternative. Diese cloudbasierte Lösung richtet sich an kleinere Lager mit überschaubaren Prozessen, unterstützt Abläufe durch KIAssistenten und erhält alle zwei Wochen neue Funktionen. Gerade für Unternehmen, die hohe Agilität und schnelle Anpassungsfähigkeit benötigen, ist LGM daher interessant. EWM: Für mittlere bis hohe Komplexität EWM eignet sich vorwiegend für mittlere bis hochkomplexe Lager. Hier stellt sich die grundsätzliche Frage nach embedded oder dezentralem Betrieb. Diese Entscheidung beeinflusst nicht nur den Implementierungsaufwand, sondern auch den späteren Betrieb und die laufenden Kosten. Bei embedded EWM wird zudem zwischen basic und advanced unterschieden, was sich direkt auf den Funktionsumfang und die Lizenzkosten auswirkt. Werden Prozesse eng mit Transport, Qualitätsmanagement oder Produktion verknüpft, sind funktionale Unterschiede zwischen embedded und Grafik: © CONSILIO Lagerverwaltungssysteme: Die SAP macht Anwendern die Entscheidung für die passende Lager-Lösung nicht leicht, daher ist ein kompetenter Partner sehr hilfreich.
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18 Auch international aufgestellte Unternehmen profitieren: Dank automatischer Formatkonvertierung, etwa von italienischer FatturaPA in XRechnung, lässt sich die Lösung über Ländergrenzen hinweg einsetzen. Die E-Rechnungspflicht ist damit weniger ein Endpunkt als ein Startschuss: für Unternehmen, die sich auf die kommende elektronische Steuermeldung (E-Reporting) vorbereiten, ihre Finanzprozesse zukunftsfähig aufstellen und gleichzeitig internationale Skalierbarkeit sicherstellen wollen. Mehr über den DocuWare E-Invoicing Service erfahren: https://t1p.de/265tt DocuWare https://start.docuware.com/de E-Invoicing Die E-Rechnungspflicht: strategischer Hebel für komplexe Lieferketten Von DocuWare Seit Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten können. Was zunächst wie eine weitere Compliance-Auflage wirkt, entwickelt sich gerade für Unternehmen zum Anlass, ihren Rechnungsverkehr grundlegend zu modernisieren. Das Wachstumschancengesetz hat den Fahrplan vorgegeben: Ab 2027 greift auch die Sendepflicht für Unternehmen mit mehr als 800.000 EUR Jahresumsatz, ab 2028 für alle. Mit der EU-Initiative „VAT in the Digital Age (ViDA)“ rückt zudem die Echtzeitmeldung von Rechnungsdaten an Steuerbehörden näher – ab spätestens 2030 wird sie verpflichtend. Für Unternehmen bedeutet das: Wer die Umstellung jetzt strategisch angeht, schafft mehr als Rechtssicherheit. Strukturierte Rechnungsdaten in Formaten wie XRechnung oder ZUGFeRD lassen sich automatisiert auslesen und direkt in bestehende ERP-Systeme übertragen, ohne manuellen Eingriff. Das wirkt sich direkt auf die Kosten pro Rechnung aus und verkürzt gleichzeitig die Durchlaufzeiten in der Buchhaltung. DocuWare, ein international führender Anbieter von Dokumentenmanagement- und Workflow-Automatisierung, unterstützt mehr als 21.000 Unternehmen weltweit bei genau diesem Schritt. Die Plattform verarbeitet E-Rechnungen automatisch – unabhängig davon, ob sie per E-Mail eingehen oder über eine angebundene E-Rechnungsplattform. Über das PeppolNetzwerk, das auch für Deutschland als wegweisend gilt, lassen sich Rechnungen zudem weltweit sicher und rechtskonform austauschen. Strukturierte Daten werden dabei nicht nur lesbar gemacht, sondern automatisch mit Bestellungen oder Lieferscheinen abgeglichen – ein entscheidender Vorteil in Lieferketten mit hohem Belegvolumen. Abweichungen erkennt das System sofort, sodass sich der Aufwand für Rückfragen deutlich reduziert. Validierte Daten fließen direkt in Buchhaltung und Workflows, die Rechnungen werden revisionssicher archiviert nach GoBD. Bild: © DocuWare
WSW Software GmbH Fußbergstraße 1 • 82131 Gauting bei München Phone: +49 (0) 89 – 89 50 89 – 0 • E-Mail: info@wsw.de www.wsw.de OEM-Belieferung: Wenn der SAP-Standard an seine Grenzen kommt Fehlerhafte ASNs, individuelle Labels, unklare Fortschrittszahlen: Diese und mehr OEM-Anforderungen verursachen bei Zulieferern großen manuellen Aufwand und hohe Kosten, wenn der SAP-Standard sie nicht abbildet. Erfahren Sie, bei welchem OEM welche Probleme entstehen und wie SAP-basierte Add-ons diesen Aufwand nachhaltig reduzieren. OEM-Belieferung: Hier stoßen Sie auf die größten Probleme Wenn der SAP-Standard an seine Grenzen kommt: So setzen Sie OEM-Anforderungen am besten um Sie wollen mehr darüber erfahren? Einfach die zwei Whitepaper downloaden: Jetzt downloaden → Jetzt downloaden →
20 Automatisierung ohne Investitionsrisiko „Mobile Roboter leasen statt kaufen – und ab Tag 1 sparen“ Interview mit Mathias Behounek, Executive Director der SAFELOG GmbH Der Kapitalbedarf für Automatisierungsprojekte ist hoch und die Anschaffung von mobilen Robotern kann kostenintensiv sein, wodurch viele Unternehmen abgeschreckt werden. SAFELOG bietet zusammen mit CHG-MERIDIAN nun eine Lösung: ein Leasingmodell für mobile Roboter, das die Vorfinanzierung durch Eigenmittel überflüssig macht. Warum das für viele Unternehmen ein echter Game-Changer ist, erklärt Mathias Behounek, Executive Director bei SAFELOG, im Interview. Herr Behounek, die Vorteile von Automatisierungslösungen liegen auf der Hand. Warum entscheiden sich dann immer noch viele Unternehmen gegen eine Umsetzung? Die technische Machbarkeit ist das eine, die Wirtschaftlichkeit das andere. Besonders im Brownfield-Umfeld, also bei der Umgestaltung bestehender Gebäude und Hallen für eine Automatisierungslösung, stellen bauliche Hürden häufig eine Herausforderung dar. Oft ist es eine unzureichende Infrastruktur, die aufwendige Umbauten erforderlich macht. Diese Zusatzkosten müssen ergänzend zu den eigentlichen Investitionskosten für die Anschaffung der Fahrzeuge berücksichtigt werden. Viele Unternehmen zögern daher. Letztlich entscheidet sich die Umsetzung eines Automatisierungsvorhabens immer am Return on Investment (ROI). Welche Lösung bietet SAFELOG für dieses Problem? Gemeinsam mit der CHG-MERIDIAN bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit zum Leasing mobiler Roboter an. Dabei umfasst das Angebot nicht nur die Anschaffung der Fahrzeuge, sondern optional auch die Peripherie wie Übergabestationen oder das Lademanagement. Ferner können auch die Kosten für die Software, das Projektmanagement und die Inbetriebnahme in die Rate integriert werden. CHG-MERIDIAN ist eine führende, international agierende Leasinggesellschaft. Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Der Impuls kam aus dem Markt. Mehrere Kunden hatten bei uns angesichts der schwer einzuschätzenden Marktentwicklung explizit nach Leasing- oder Mietlösungen angefragt. Und CHGMERIDIAN wollte den Bereich der mobilen Robotik erschließen und ist aktiv auf uns zugekommen. Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend. Inzwischen werden zwischen zehn und 20 Prozent Der Kapitalbedarf für die Umsetzung eines Automatisierungsprojekts mit mobilen Robotern hält Unternehmen mitunter von der Realisierung ab. Mathias Behounek ist Executive Director der SAFELOG GmbH Bilder: © SAFELOG GmbH unserer Projekte über ein Leasingmodell realisiert. Was sind denn die größten Vorteile des Leasingangebots?
Unternehmenskontakt SAFELOG GmbH Henleinstraße 4 85570 Markt Schwaben strunz@safelog.de Der wichtigste Vorteil ist: Der Kunde muss im Vorfeld eines Automatisierungsprojekts keine eigenen Mittel einsetzen. CHG-MERIDIAN übernimmt die komplette Vorfinanzierung, einschließlich Anzahlungen. Die erste Leasingrate wird erst nach Projektabnahme fällig. Damit entfällt der Kapitalaufwand zu Beginn vollständig. Zusätzlich trägt CHG das Restwertrisiko, was sich positiv auf die Höhe der Raten auswirkt. Im Ergebnis führt unser Leasingangebot für den Kunden zu einem deutlich reduzierten finanziellen Aufwand. Dabei kann der ROI an Tag 1 beginnen. Wieso beginnt der ROI an Tag 1? Sobald das Projekt abgenommen ist, beginnt der Regelbetrieb und damit auch die Einsparungen beim Kunden, beispielsweise aufgrund effizienterer Abläufe oder durch reduzierte Personalkosten. Zu diesem Zeitpunkt startet auch die Leasingzahlung. In der Praxis bedeutet das: Die monatlichen Einsparungen übersteigen häufig die Leasingrate und generieren einen ROI. Man schließt also einen Vertrag mit der CHG-MERIDIAN AG? Wie lange läuft der und wie hoch sind die monatlichen Raten? Ja, der Leasingvertrag wird direkt mit CHG-MERIDIAN geschlossen. Die übliche Laufzeit liegt zwischen 36 und 60 Monaten und kann individuell angepasst werden. Die Höhe der monatlichen Raten hängt von mehreren Faktoren, wie der Gesamthöhe des Investitionsvolumens sowie dem Verhältnis zwischen Hardware- und Softwareanteilen, ab. Zusätzlich beeinflussen auch die gewünschte Vertragslaufzeit sowie die Bonität des Leasingnehmers die finale Rate. Nach Ende der Grundlaufzeit können die Kunden die mobilen Roboter an CHG zurückgeben und auf neuere Modelle umsteigen. Alternativ lässt sich der bestehende Leasingvertrag verlängern, sodass die vorhandene Flotte weiter genutzt werden kann. Auch eine Übernahme der Fahrzeuge ist möglich. Welche Variante gewählt wird, hängt letztlich von den individuellen Anforderungen und der strategischen Ausrichtung des Kunden ab. Vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte für OEM&Lieferant: Alexander Strunz, Manager PR & Communications, SAFELOG Video CHG-MERIDIAN AG Powering Industrial Growth https://t1p.de/zx1ql www.safelog.de CHG-MERIDIAN AG Robotik, Maschinen und Automation https://t1p.de/hrb0b SAFELOG GmbH Finanzierung und Leasing von mobilen Transportrobotern https://t1p.de/79bxp
22 Consulting und Virtualisierung Reale Sensordaten reproduzierbar im Labor einsetzen Mit SensFlow lassen sich reale ADAS- und AD-Szenarien für reproduzierbare HIL-Tests nutzen Von Henning Kemper, Senior Specialist Editor, IPG Automotive Seltene Verkehrssituationen, wechselnde Softwarestände und hohe Sensordatenraten erschweren die Absicherung moderner ADAS- und AD-Funktionen erheblich. Ein einmal aufgezeichneter Grenzfall ist nur dann wertvoll, wenn er im Labor unter reproduzierbaren Randbedingungen wiederholt, analysiert und bewertet werden kann. Genau hier setzt SensFlow von IPG Automotive an. Die modulare Software-Suite spielt aufgezeichnete Sensor- und Fahrzeugbusdaten deterministisch in Steuergeräte ein und schafft so eine realitätsnahe Testbasis für Hardware-in-the-Loop-Umgebungen, ohne den jeweiligen Testfall erneut auf der Straße durchführen zu müssen. Realdaten gezielt wieder- verwenden Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit automatisierter Fahrfunktionen steigt auch der Aufwand für deren Validierung. Sensoraufbauten werden heterogener, Schnittstellen komplexer und die zu verarbeitenden Datenmengen größer. Gleichzeitig treten sicherheitsrelevante Situationen im realen Verkehr nur selten auf oder lassen sich nicht beliebig wiederholen. Für OEMs, Zulieferer und Entwicklungsteams ergibt sich daraus ein klarer Bedarf: Reale Messdaten müssen kontrolliert in die Steuergeräteumgebung zurückgeführt werden können. SensFlow unterstützt diesen Prozess, indem aufgezeichnete Sensordaten und Fahrzeugbusinformationen zeitlich konsistent wiedergegeben werden. Dadurch lassen sich Perzeption, Lokalisierung und Gesamtfunktion unter kontrollierten Laborbedingungen untersuchen. Deterministisches Replay mit präzisem Timing Dabei ist nicht nur entscheidend, dass die Daten erneut abgespielt werden, sondern auch, zu welchem Zeitpunkt sie am Steuergerät ankommen. SensFlow ist für das deterministische Replay aufgezeichneter Sensordatenströme ausgelegt, darunter Radar, Ultraschall, Kamera und Lidar. Ergänzend lassen sich CAN- und Automotive-EthernetKommunikation synchron wiedergeben. Die präzise Zeitstempel-Synchronisierung Deterministisches Replay aufgezeichneter Sensor- und Fahrzeugbusdaten für reproduzierbare ADAS- und AD-Validierung stellt sicher, dass sämtliche Eingangsdaten in der korrekten Reihenfolge und zum richtigen Zeitpunkt bereitstehen. Dadurch eignet sich SensFlow besonders für Open-Loop-Tests. Die zu prüfende Funktion erhält aufgezeichnete oder gezielt bereitgestellte Eingangsdaten, ohne dass eine geschlossene Rückkopplung mit einer Simulation erforderlich ist. Perzeptionsalgorithmen, Sensorfusion und Entscheidungslogiken können so reproduzierbar bewertet werden. Gerade in frühen Entwicklungsphasen ermöglicht dieser Ansatz schnelle Softwarevergleiche, Benchmarking und die gezielte Analyse einzelner Funktionen, bevor eine vollständige Systemintegration notwendig wird. Entscheidend ist dabei das synchronisierte Zusammenspiel sämtlicher Datenquellen. Werden Sensorrohdaten, Fahrzeugbusinformationen und Bilddaten zeitlich konsistent reproduziert, entsteht am Eingang des Steuergeräts eine präzise Abbildung der aufgezeichneten Fahrsituation. Dies bildet die Grundlage für belastbare Laborergebnisse und eine fundierte Bewertung von Softwareänderungen. Flexibel für unterschiedliche Steuergeräteumgebungen Die modulare Architektur von SensFlow lässt sich an unterschiedliche Steuergerätearchitekturen, Sensorlayouts und Datenformate anpassen. Damit unterstützt die Software sowohl einzelne ADAS-Funktionen als auch komplexe AD-Systeme mit mehreren Sensorquellen und hohen Datenraten. Standardisierte Datenformate und definierte Replay-Prozesse ermöglichen Bild: © Andrey_Lobachev/Adobe Stock; Bearbeitung: IPG Automotive
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