39 weiter zunehmen. Die Region entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Entwicklungs- und Innovationsstandort. Insbesondere in den Bereichen Batterietechnologie, Software und Elektronik entstehen neue Kompetenzen, die für die Transformation der Branche von zentraler Bedeutung sind. Deutschland und Österreich verfügen nach wie vor über eine hohe Innovationskraft und langjährige Entwicklungskompetenz. Gleichzeitig beobachten wir, dass internationale Unternehmen ihre Entwicklungsaktivitäten immer stärker innerhalb Europas verteilen. CEE wird deshalb künftig ein wichtiger Bestandteil europäischer Entwicklungsnetzwerke sein und die bestehenden Standorte sinnvoll ergänzen. Wo sehen Sie derzeit den größten Bedarf an Führungskräften? Und welche Management-Kompetenzen sind beim Aufbau von Standorten in Mittel- und Osteuropa besonders gefragt? Marion Plocher: Werk- und Produktionsleiter zählen weiterhin zu den besonders gefragten Führungspositionen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Führungskräften in den Bereichen Entwicklung, Operations, Supply Chain Management, Qualitätsmanagement und Projektmanagement. Je stärker Unternehmen ihre Wertschöpfung in Mittel- und Osteuropa ausbauen, desto wichtiger werden erfahrene Manager, die internationale Standorte entwickeln und Organisationen aufbauen können. Die fachlichen Anforderungen unterscheiden sich dabei kaum von denen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gefragt sind Führungspersönlichkeiten mit unternehmerischem Denken, Veränderungskompetenz und interkulturellem Verständnis. Gerade beim Aufbau neuer Standorte sind zudem Pragmatismus, Entscheidungsfreude und eine Hands-on-Mentalität entscheidend. Zudem beobachten wir eine hohe Mobilität und Wechselbereitschaft, wenn attraktive Entwicklungs- und Karriereperspektiven geboten werden. Das sind wichtige Erfolgsfaktoren in vielen Märkten der CEERegion. Welche Branchen entwickeln sich derzeit besonders dynamisch? Liegt der Schwerpunkt weiterhin auf Automotive oder gewinnen andere Branchen an Bedeutung? Marion Plocher: Die Automobilindustrie bleibt der wichtigste Wachstumstreiber in der Region. Mit dem Ausbau der Elektromobilität gewinnen insbesondere Batterietechnologie, Elektronik und Automation weiter an Bedeutung. Gleichzeitig investieren zahlreiche Unternehmen aus dem Maschinenbau sowie der Chemie- und Pharmabranche in neue Produktions- und Entwicklungsstandorte. Insgesamt nimmt die Diversifizierung der Industrie deutlich zu. Diese Entwicklung eröffnet Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten bei der Standortwahl, erhöht aber zugleich den Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte über Branchengrenzen hinweg. Die Automobilindustrie befindet sich im Spannungsfeld von Transformation, geopolitischen Risiken und wachsendem Wettbewerbsdruck. Welche Auswirkungen hat das auf die Personalstrategien Ihrer Kunden? Marion Plocher: Unternehmen beschäftigen sich heute deutlich früher mit Nachfolgeplanung, Organisationsentwicklung und dem Aufbau internationaler Führungsteams. Gesucht werden Führungspersönlichkeiten, die Veränderungen gestalten, strategisch denken und Organisationen sicher durch Transformationsprozesse führen. Wer neue Standorte aufbauen oder bestehende Strukturen weiterentwickeln möchte, muss Personalstrategien frühzeitig an den Unternehmenszielen ausrichten. Gerade in einem dynamischen Markt wird die Geschwindigkeit der Besetzung zunehmend zum Erfolgsfaktor. „Die Welt dreht sich schneller – und Unternehmen reagieren oft erst dann, wenn Schlüsselpositionen bereits vakant sind. Executive Search wird deshalb heute nicht nur an der Qualität der Kandidaten, sondern auch an der Geschwindigkeit des Prozesses gemessen.“ Sie begleiten Unternehmen inzwischen sowohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz als auch in Mittel- und Osteuropa. Worauf kommt es bei der Besetzung von Führungspositionen in diesen Märkten besonders an? Marion Plocher: Unternehmen erwarten heute weit mehr als eine klassische Personalvermittlung. Entscheidend sind Branchenkenntnis, regionale Marktkenntnis und ein belastbares Netzwerk. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, Führungspositionen und Unternehmenskulturen realistisch einzuschätzen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die diskrete Direktansprache. Viele geeignete Führungspersönlichkeiten sind nicht aktiv auf Jobsuche und lassen sich nur über einen vertrauensvollen persönlichen Kontakt gewinnen. Deshalb entwickelt sich Executive Search zunehmend von der reinen Kandidatensuche hin zu einer strategischen Beratung. Abschließend gefragt: Wie wird sich der Executive-Search-Markt in Mittel- und Osteuropa in den kommenden Jahren entwickeln? Marion Plocher: Die CEE-Region wird sich weiter als strategischer Talentmarkt innerhalb Europas etablieren. Mit dem zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Führungskräfte wird auch die Nachfrage nach Executive Search weiter steigen – insbesondere auf Management- und Executive-Ebene. Gleichzeitig rückt die langfristige Sicherung von Führungstalenten stärker in den Fokus. Unternehmen werden sich künftig noch stärker mit langfristiger Nachfolgeplanung und Talentstrategien beschäftigen müssen. Wer Schlüsselpositionen frühzeitig besetzt und Führungskräfte international gewinnt, wird sich im Wettbewerb entscheidende Vorteile sichern. Frau Plocher, wir danken Ihnen für das Gespräch. Mehr Informationen unter PLOCHER EXECUTIVE FIND Das Gespräch führte Astrid Schafmeister, freie Journalistin, für OEM & Lieferant Vertrauen Sie auf die Profis im Bereich Material- und Produktkonformität! 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