Mit einem als Videokonferenz organisierten Stakeholder-Dialog eröffneten die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, die IHK Saarland sowie der überregionale, sowohl in Deutschland als auch in Frankreich und Luxemburg tätige Automobilverband autoregion e.V. ihre gemeinsame, dem Thema Wasserstoff als Energieträger für die Logistikbranche gewidmete Initiative.

In seiner Begrüßung formulierte Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer der IHK für Rheinhessen die Hintergründe der Initiative: “Wir haben uns gemeinsam zum Ziel gesetzt, die Chancen und Möglichkeiten der Nutzung von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft insbesondere für die Logistikbranche in ihrer praktischen Anwendung in den Fokus zu nehmen und die vielfältigen, damit verbundenen Chancen zu verdeutlichen.” Dr. Carsten Meyer, Geschäftsführer Wirtschaftspolitik und Unternehmensförderung der IHK Saarland verwies auf die bereits bestehenden privaten und politischen Initiativen und hob dabei die Stellung des Saarlandes bei der Entwicklung von Wasserstoff als Energieträger hervor, das sich offiziell als HyExpert-Wasserstoffmodellregion bezeichnen darf

Den Auftakt der Veranstaltung gestaltete Frau Prof. Dr. Birgit Scheppat, die an der RheinMain Universität in den Bereichen Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie forscht, mit einem wissenschaftlichen Impulsvortrag zu dem Thema: ” Erste Schritte in eine emissionsfreie Logistikbranche”.

In der anschließenden Fragerunde mit Fachexperten kamen Jonas Aichinger, Leiter Innovationsmanagement bei den Stadtwerken Mainz, der Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft Jochen Erlhof und Benjamin Jödeke von H2Mobility, der Gesellschaft, die sich den Aufbau einer flächendeckenden Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland zum Ziel gesetzt hat, zu Wort. Diskutiert wurden Fragen der Produktion und Verfügbarkeit von Wasserstoff, Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff-betriebenen Fahrzeugen im ÖPNV, Perspektiven des betrieblichen Einsatzes von Brennstoffzellen-LKW`s in der Logistikbranche sowie Probleme bei der Schaffung der erforderlichen Infrastruktur, insbesondere eines hinreichenden Tankstellennetzes.

Bei den Teilnehmern bestand Einigkeit, dass die Wasserstofftechnologie neben dem Energieträger Strom ein wesentliches Element auf dem Weg in eine emissionsfreie Zukunft des Verkehrs darstellen muss und daher dringend weiter gefördert und erforscht werden muss. Insbesondere der für die Logistikbranche wichtige Fernverkehr würde von Wasserstoff- oder Brennstoffzellenantrieben in besonderem Maß profitieren, da batterie-elektrische Antriebsarten angesichts langer Ladezeiten und des hohen Batteriegewichts einem wirtschaftlichen Betrieb von Schwer-LKWs im Weg stehen.

Probleme bestünden nach wie vor bei der Verfügbarkeit entsprechender LKW`s und Busse mit Wasserstoff- oder Brennstoffzellenantrieben sowie der Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur.

In der abschließenden Zusammenfassung kündigte Dr. Rudolf Müller, Repräsentant des autoregion e.V. in Rheinland-Pfalz stellvertretend für Armin Gehl, Geschäftsführer des autoregion e.V. an, dass man den begonnenen Stakeholder-Dialog fortsetzen werde. In der nächsten Veranstaltung werde man das Gespräch mit Wasserstoff-bzw. Brennstoffzellen-Fahrzeug-Herstellern suchen und sich mit Fragen der finanziellen staatlichen Förderung auseinandersetzen. Man werde weiter an einem starken Netzwerk von Unternehmen, Kommunen, Verbänden und Forschungseinrichtungen arbeiten. Nur ein solcher Verbund gewährleiste, dass der Energieträger Wasserstoff zu einer technologischen Brücke in eine wirtschaftlich erfolgreiche und energetisch nachhaltige Zukunft werden könne.