Die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt ab dem 12. August 2026 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. Sie schafft ein einheitliches Regelwerk für den Umgang mit Verpackungen und Verpackungsabfällen und verfolgt das Ziel, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten, Abfälle zu reduzieren und Materialien stärker im Kreislauf zu halten.
„Die PPWR ist ein klares Signal der EU: Verpackungen sollen künftig nicht nur schützen und ansprechend sein, sondern vor allem deutlich nachhaltiger werden“, erklärt Patrick Fischer Riegert, Product-Compliance-Experte bei imds professional. Für Unternehmen bedeute das, Verpackungen neu zu denken – nicht nur als regulatorische Pflicht, sondern auch als Chance, Verantwortung zu zeigen und Vertrauen bei Kundinnen und Kunden zu stärken. imds professional unterstützt Unternehmen dabei, Vorgaben an die Material- und Produktkonformität einzuhalten sowie Berichts- und Sorgfaltspflichten zu erfüllen.
Mit dem Stichtag im August 2026 gewinnt die Verordnung für Unternehmen unmittelbare Relevanz. Sie müssen dann genau wissen und nachweisen können, welche Verpackungen sie einsetzen, wie diese zusammengesetzt sind und ob sie den neuen Anforderungen entsprechen. Dazu zählen strengere Vorgaben zu Schadstoffen wie PFAS, eine klare Verantwortlichkeit entlang der Lieferkette sowie eine umfassende Dokumentation, etwa in Form von Konformitätserklärungen.
Bereits ab 2026 stehen vor allem Transparenz und Daten im Fokus: Unternehmen müssen ihre Verpackungen systematisch erfassen, bewerten und dokumentieren. Zentrale Nachhaltigkeitsanforderungen greifen hingegen schrittweise: Vorgaben zur Recyclingfähigkeit sowie verbindliche Rezyklatanteile für Kunststoffverpackungen beziehungsweise Kunststoffanteile in Verpackungen werden insbesondere ab 2030 relevant und bis 2040 weiter verschärft. „2026 ist der operative Startpunkt: Unternehmen müssen ihre Verpackungen kennen und belastbar dokumentieren können“, so Fischer Riegert.
Betroffen sind alle Wirtschaftsakteure entlang der Verpackungswertschöpfungskette – von Herstellern über Importeure und Händler bis hin zu Unternehmen, die Verpackungen unter eigenem Namen in Verkehr bringen. Entscheidend ist, wer Einfluss auf Material, Design oder Kennzeichnung nimmt, denn damit steigt auch die Verantwortung für die Konformität. Eine besondere Rolle spielen Importeure und Onlinehändler, da sie Verpackungen häufig direkt in den europäischen Markt einführen. Sie müssen sicherstellen, dass alle Anforderungen erfüllt sind – auch dann, wenn die Verpackungen nicht im eigenen Unternehmen produziert wurden. Gerade im Onlinehandel wird dies durch internationale Lieferketten und hohe Versandvolumina zur Herausforderung.
Die PPWR verschärft zudem die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit: Verpackungen müssen nicht nur theoretisch recycelbar sein, sondern im realen Entsorgungs- und Wiederverwertungssystem tatsächlich funktionieren. Materialwahl, Farben, Beschichtungen und Klebstoffe dürfen den Recyclingprozess nicht behindern.
Ein zentrales Instrument ist die Konformitätserklärung, mit der Unternehmen nachweisen, dass ihre Verpackungen den Vorgaben entsprechen. Der Aufwand hängt stark von der bestehenden Datenlage ab. „Die Konformitätserklärung ist weniger ein Formular als ein Stresstest für das Verpackungsdatenmanagement“, betont Fischer Riegert. Bei Verstößen drohen nicht nur Bußgelder, sondern auch erhebliche Risiken für den Marktzugang: Verpackungen dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie den einschlägigen Anforderungen entsprechen. Hinzu kommen mögliche Verzögerungen, Nacharbeiten oder Rücknahmen.
Auch im Bereich Schadstoffe verschärft die Verordnung die Regeln deutlich. Für PFAS in Lebensmittelkontaktverpackungen gelten ab August 2026 konkrete Grenzwerte. Unternehmen müssen daher ihre Materialien detailliert prüfen und belastbare Nachweise von Lieferanten einholen.
Insgesamt führt die PPWR dazu, dass Verpackungsstrategien bewusster und umfassender gedacht werden müssen. Einkauf, Entwicklung, Qualität, Nachhaltigkeit und Vertrieb sind gleichermaßen gefordert. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Digitalisierung: Nur mit strukturierten und aktuellen Verpackungsdaten lassen sich die Anforderungen effizient erfüllen.
Typische Fehler in der Praxis sind laut Fischer Riegert, die PPWR als reines Zukunftsthema zu betrachten oder zentrale Begriffe wie „Recyclingfähigkeit“ falsch zu interpretieren. Sein Fazit: „PPWR-Compliance ist kein reines Nachhaltigkeitsthema, sondern eine Voraussetzung, um Produkte auch künftig rechtssicher im europäischen Markt anbieten zu können.“
Unternehmensinformation:
imds professional unterstützt Unternehmen, die Anforderungen zur Material- und Produktkonformität nachhaltig und sicher zu erfüllen und alle Vorgaben einzuhalten. Unser Kerngeschäft umfasst Consulting, Service und Training zu umweltrelevanten Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und kundenspezifischen Anforderungen. Als führendes Dienstleistungsunternehmen im Bereich Product Environmental Compliance ist es unsere Überzeugung und unser Auftrag, Umwelt-Compliance-Programme gewinnbringend zu optimieren. Mit neutraler und fokussierter Beratung sowie maßgeschneiderten Services und Schulungen helfen wir Unternehmen, angesichts zunehmender regulatorischer Auflagen wettbewerbsfähig zu bleiben. Seit 1999 vertrauen sowohl OEM und Tier-1 als auch kleine und mittelständische Betriebe aus der herstellenden und verarbeitenden Industrie weltweit auf unsere Kompetenz. Weitere Informationen gibt es unter www.imds-professional.com
