Noch vor wenigen Jahren galt China vor allem als Produktionsstandort und Absatzmarkt der Automobilindustrie. Europäische Hersteller brachten ihre Technologien ins Land, bauten Fabriken auf und erschlossen den größten Automobilmarkt der Welt. Heute hat sich die Blickrichtung verändert. Fahrzeuge werden nicht nur in China produziert, sondern zunehmend auch dort entwickelt. Immer häufiger entstehen dort Technologien, Entwicklungsprozesse und Softwarelösungen, die den weltweiten Wettbewerb prägen.
Für Zulieferer ist das keine geopolitische Debatte. Es ist eine strategische Frage: Wo entstehen die Ideen, die mein Unternehmen in fünf Jahren wettbewerbsfähig machen?
Aus „In China, für China“ wird mehr
Volkswagen bringt seine Strategie inzwischen mit wenigen Worten auf den Punkt: „In China, für China.“ Fahrzeuge werden in chinesischen Entwicklungszentren gemeinsam mit lokalen Technologiepartnern vollständig für den chinesischen Markt entwickelt. Was als Antwort auf die Dynamik des weltweit größten Automobilmarktes begann, entwickelt sich zunehmend zu einem Innovationsmotor für den gesamten Konzern. Entwicklungsprozesse, Softwarearchitekturen und digitale Fahrzeugfunktionen entstehen vor Ort und fließen immer häufiger in weltweite Fahrzeugprogramme ein.
Damit verändert sich der weltweite Wissens- und Innovationsaustausch. Neue Ideen entstehen heute nicht mehr überwiegend an einem Ort und werden anschließend weltweit umgesetzt. Innovation entwickelt sich parallel – in unterschiedlichen Märkten, mit unterschiedlichen Partnern und im gegenseitigen Austausch.
Lernen schafft Wettbewerbsvorteile
Nicht jede Entwicklung aus China wird sich weltweit durchsetzen. Wer technologische Trends jedoch erst wahrnimmt, wenn sie Europa erreichen, verliert häufig wertvolle Zeit. Erfolgreiche Unternehmen beobachten deshalb internationale Entwicklungen frühzeitig, bewerten neue Technologien nüchtern und übertragen relevante Erkenntnisse auf ihre eigenen Produkte und Prozesse.
China wird damit nicht nur zu einem wichtigen Absatz- und Entwicklungsmarkt, sondern zunehmend auch zu einem Ort, an dem internationale Hersteller und Zulieferer neue Ideen, Technologien und Entwicklungsmethoden kennenlernen. Deutsche Ingenieurskunst, Qualität und Systemsicherheit bleiben entscheidende Wettbewerbsvorteile. Gleichzeitig entsteht Innovation dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und Unternehmen bereit sind, voneinander zu lernen.
Wolfsburg verbindet die Innovationswelten
Genau deshalb gewinnt die Internationalisierung der IZB 2026 weiter an Bedeutung. Mit einer so starken Präsenz chinesischer Unternehmen wie nie zuvor, der Kooperation der Wolfsburg AG mit der China International Investment Promotion Agency (CIIPA) und dem unmittelbar anschließenden Deutsch-Chinesischen Automobilkongress entwickelt sich Wolfsburg zu einem der wichtigsten internationalen Treffpunkte der Automobilindustrie. Hier treffen unterschiedliche Entwicklungsansätze aufeinander, entstehen neue Kontakte und wachsen Partnerschaften, die weit über die Messe hinausreichen.
Technologien lassen sich vergleichen. Verständnis entsteht jedoch nur im direkten Austausch. Genau darin liegt der besondere Wert der IZB. Sie bringt die Menschen zusammen, die die nächste Generation von Fahrzeugen entwickeln – und schafft den Raum für Gespräche, aus denen neue Ideen, Entwicklungspartnerschaften und internationale Geschäftsbeziehungen entstehen.
Road to IZB 2026
Mit der redaktionellen Serie „Road to IZB 2026“ begleitet die Wolfsburg AG als Veranstalter auf OEM&Lieferant die wichtigsten Entwicklungen der internationalen Automobil- und Zulieferindustrie bis zur nächsten Internationalen Zuliefererbörse in Wolfsburg.
Auf der IZB vom 27. bis 29. Oktober 2026 werden diese Themen nicht nur diskutiert, sondern gemeinsam mit den führenden Akteuren der internationalen Automotive-Branche weitergedacht. Wolfsburg wird dabei erneut zum Treffpunkt von Herstellern, Zulieferern, Technologieunternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen – und zum Ort, an dem neue Ideen, Partnerschaften und Lösungen für die Mobilität von morgen entstehen.
Im Mittelpunkt stehen Zukunftstechnologien, Markttrends und die Menschen, Unternehmen und Innovationen, die den Wandel der Branche gestalten.
Weitere Informationen zur IZB 2026 sowie Möglichkeiten zur Teilnahme finden Sie unter: www.izb-online.com
Text und Bild: Wolfsburg AG / IZB (v.i.S.d.P.)
