Das Projektgeschäft war und ist nicht trivial. Doch wie handhabt man bei engen Terminplänen die Langläufer? Das SAP Projektsystem (PS) bietet hier eine smarte Lösung.

von Onur Özsoy, Senior Consultant PP, CONSILIO GmbH

Wachsende Stücklisten, permanente Änderungen während des gesamten Prozesses und enge Terminpläne gehören zu den wesentlichen Anforderungen in einem projektorientierten Umfeld wie dem Maschinen- oder Anlagenbau. Im Fokus stehen dabei vor allem die Beschaffung und terminliche Überwachung von Langläufern, da die optimale Beschaffungsplanung essenziell für die Zusage und Einhaltung möglichst kurzer Produktlieferzeiten ist. Grund: Planer müssen eine Beschaffung anstoßen, bevor die Konstruktion abgeschlossen ist und die Stücklisten für den Einkauf freigegeben sind. Daher ist Teamwork zwischen Konstruktion und Einkauf unverzichtbar und erfordert eine enge Abstimmung, damit vorab bestellte Langläufer nicht nach der Freigabe der konkreten Stücklisten doppelt bestellt werden. SAP PS Bietet mit seinen Möglichkeiten in der Vorplanung eine nicht weit verbreitete, aber doch sehr einfache Lösung für dieses Problem.

Versorgungssicherheit schaffen

Häufig sind bestimmte Komponenten als Langläufer bekannt und es wäre sinnvoll diese in Stücklisten zusammenzufassen. Bei wachsenden Stücklisten (Endmontage und Baugruppen) könnten Langläufer in den jeweiligen Stücklisten markiert und über den Bezugsort dem Netzplanvorgang zur Vorabbeschaffung zugeordnet werden. Diese Stücklisten sind aber oft zu diesem Zeitpunkt noch nicht für den Einkauf freigegeben. Die alternative manuelle Zuordnung von Langläufern als Komponenten im entsprechenden Netzplanvorgang birgt das Fehlerpotenzial der Doppelbeschaffung, da nach Freigabe einer Stückliste für eine Baugruppe entweder die darin enthaltenen Langläufer oder die Komponenten am Netzplanvorgang zur Beschaffung entfernt werden müssen.

Doppelbestellungen vermeiden

Für die Disposition und Beschaffung von Komponenten vor dem tatsächlichen Bedarf bietet sich auf ersten Blick die Vorplanung an. Doch wie funktioniert das in Kombination mit Projekten und Netzplänen? Vorplanbedarfen können PSP-Elemente zugeordnet werden und sich bei entsprechender Einstellung mit den Komponentenbedarfen aus Netzplanvorgängen verrechnen.

Dass die Erzeugung von Vorplanbedarfen auch über Stücklistenstrukturen im Projektsystem über den Project Builder möglich ist, ist vielen nicht bewusst. In den jeweiligen Materialstämmen der Langläufer sind hierzu die Strategiegruppe 70 (Vorplanung auf Baugruppenebene) und Mischdisposition 1 (Baugruppenvorplanung mit Endmontage) einzustellen. Wird später eine konkrete Stückliste freigegeben und im Projekt übernommen, verrechnen sich die konkreten Reservierungen auf Langläufern innerhalb desselben PSP-Elements und reduzieren somit den Vorplanbedarf.

Vereinfachungen durch Vorbelegung

Zur Unterscheidung zwischen Vorplanung und Reservierungen aus konkreten Stücklisten kann dann mit zwei Netzplanprofilen gearbeitet werden.

Zur weiteren Vereinfachung können Langläuferteile in Dummy-Stücklisten zusammengefasst werden und diese über die Stücklistenübernahmen dem entsprechenden Netzplanvorgang zugeordnet werden.

Fazit

Über die Nutzung von Vorplanung im Projektsystem kann die Planung und Beschaffung von Langläufern auf einfache Weise und unter Vermeidung von Fehlern wie Doppelbestellungen realisiert werden. Darüber hinaus lässt sich das SAP PS auch flexibel mit verschiedenen anderen SAP Modulen verbinden, ohne die bestehenden Arbeitsabläufe im Unternehmen zu beschneiden. Ein Monitoring im Hintergrund ermöglicht zudem Identifikation von Schwachstellen in den Abläufen, die sich so passgenau lösen lassen.

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Bild:

Im Strukturplan ist ein eigenes PSP-Element vorgesehen und dieses wird zu Beginn der Produktion frei gegeben. (Bild: CONSILIO)