| Oberschleißheim, 04. August 2026 – Wer über Technische Sauberkeit spricht, denkt häufig zuerst an Reinräume. Tatsächlich entscheidet sich die Partikelbelastung jedoch oft schon deutlich früher – direkt im Fertigungsprozess. Genau dort setzt eine neue Bahnreinigungstechnologie von Schreiner ProTech an, die seit diesem Jahr im Einsatz ist.
Auslöser sind die steigenden Anforderungen der Automobilindustrie: In Batteriegehäusen und Leistungselektronik von Elektrofahrzeugen genügt bereits ein Metallpartikel, kleiner als ein menschliches Haar, um einen Kurzschluss auszulösen. Prüfnormen wie VDA 19.1 und 19.2 setzen entsprechend enge Grenzwerte. „Wir wollten nicht noch mehr Reinraum bauen, sondern das Problem an der Wurzel packen“, sagt Dr. Manuel Ulmer, Leiter Technische Sauberkeit bei der Schreiner Group. „Die Anlage arbeitet direkt in der laufenden Fertigung und entfernt Partikel genau dort, wo sie entstehen oder an der Bahn haften – ganz ohne separaten Reinigungsschritt danach.“ Der Entwicklung gingen umfangreiche Untersuchungen voraus: Rund 600 Proben unterschiedlichster Roh- und Fertigmaterialien wurden dafür im Vorfeld in der hauseigenen F + E analysiert, um die Anlage auf die relevanten Partikelquellen auszulegen. Auf dieser Basis reiht sich die Bahnreinigung in ein umfassenderes Sauberkeitskonzept ein: Im Prozesscenter für Druckausgleichselemente produziert Schreiner ProTech unter ISO-7-Reinraumbedingungen. Die DAE HighProtect-Produkte entstehen nach den Anforderungen der VDA 19.1 bzw. VDA 19.2 und ISO 16232. Ein eigenes Analyselabor mit Extraktionsverfahren, REM-EDX und Infrarot-Spektroskopie ergänzt das Konzept durch die Analyse und Bewertung von Partikeln und Rückständen. „Denn am Ende“, so Ulmer, „geht es darum, Sauberkeit als integralen Bestandteil des gesamten Prozesses von Anfang an mitzudenken.“ |
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