OEM & Lieferant Ausgabe 2/2019 - OEM & Supplier 2/2019 by VEK Publishing
74 Fertigung Bedienerfreundliches Be- und Entladesystem für Werkzeugmaschinen Maschinenbeschickung einfacher und produktiver denn je Von Ralf Högel, freier Journalist Roboterzellen für die automatische Beschickung von Bearbeitungszentren stehen hoch im Kurs. Doch viele An- wender haben Berührungsängste vor der Robotik. Bei einer neuen Beladezelle von Kösters Maschinenbau ist das völlig unbegründet, wie ein erstes Pilotprojekt in der Kunststoffbearbeitung zeigt. In der automatischen Beschickung liegt ein enormes Einsparpotenzial, das weiß man in Konzernzentralen ebenso wie in der Ge- schäftsführung von klein- und mittelstän- dischen Unternehmen. Die Reduzierung von Nebenzeiten, die Steigerung von Flexibilität und Autonomie bis hin zu mannlosen Schich- ten – alles Fakten, die Begehrlichkeiten bei der Erschließung letzter Rationalisierungspoten- ziale wecken. Dennoch sind Robotik-Sonderlösungen oft- mals nicht gerade anwenderfreundlich, zu- dem teuer und wenig flexibel. Und: Sie können eine Komplexität in die Prozesse bringen, die der Anlagenverfügbarkeit wenig zuträglich ist und die Gesamtwirtschaftlichkeit im un- günstigen Fall sogar negativ beeinflusst. Ge- nau aus diesem Grund hat sich Peter Kösters, Geschäftsführer Kösters Maschinenbau eine ganz spezielle Lösung ausgedacht. Worauf es dem erfahrenen Maschinenbauer besonders ankam, bringt er so auf den Punkt: „Wir wollten eine vollautomatische Beschi- ckungslösung mit Sechsachs-Roboter, die ohne jedwede Robotikkenntnisse zu bedienen sein sollte. Gleichzeitig sollte die Roboterzelle eine bis dato nie gekannte Flexibilität ermög- lichen, die selbst die Bearbeitung von kleinsten Losgrößen erlaubt, was wiederum kürzeste Rüstzeiten voraussetzt.“ Um diese Vorgaben in die Praxis umzuset- zen, stand eines von vorneherein fest: Der Anwender darf mit der Robotik nicht in Be- rührung kommen, das heißt, Teachen und Programmieren bleiben außen vor. Seine Aufgaben sollten sich auf einfachste Be- dienschritte sowie auf die Bereitstellung von Rohteilen und den Abtransport der Fertig- teile beschränken. Pilotanwendung in der Kunststoffbearbeitung Wie Kösters Maschinenbau diese Anforderun- gen in die Praxis umgesetzt hat, zeigt die erste Prototypenzelle, die bei dem renommierten Kunststoffspezialisten ISO-TECH Kunststoff in Ahaus im Einsatz ist. Das Unternehmen zählt zu den führenden Herstellern und Ver- arbeitern thermoplastischer Kunststoffe. Das Produktportfolio besteht aus Halbzeugen und Fertigteilen, darunter Zahnräder, Rollen, Buchsen, Ringe, Hülsen und dergleichen mehr. In der Fertigteil-Fertigung übernimmt die Ro- boterzelle die vollautomatische Beschickung eines Spinner Bearbeitungszentrums, auf dem diverse Kunststoffteile gefräst werden. Die Losgrößen reichen hier von einem Dut- zend bis zu Kleinserien mit mehreren Tausend Einheiten, die Variantenanzahl geht gegen unendlich. Was sofort ins Auge sticht, sind die stabile Ausführung und professionelle Gestaltung der Roboterzelle mit abgerundeten Kanten und einer überzeugenden Formensprache, die die Handschrift eines kundigen Industrie- designers verraten. Die Beladung der Anlage erfolgt besonders ergonomisch und einfach: Der Bediener legt die einzelnen Rohteile unge- ordnet auf einer von drei Werkstückladen ab und schiebt diese voll bestückt in den Arbeits- bereich des Roboters. Bilder: © YASKAWA Die neue Roboter-Beladezelle von Kösters ist nicht nur hochleistungsfähig, sondern überzeugt auch mit durchdachtem Design und einfacher Bedienung. Der Roboter ist auf einem stabilen Sockel direkt an der Zelle angeordnet. Mit seiner großen Reichweite von über 1,7 Metern erreicht er alle Arbeitspositionen problemlos.
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