OEM&Lieferant Ausgabe 2/2018 / OEM&Supplier Edition 2/2018

69 Im Fahrzeug stellen Bedien- und Anzeigesys- teme einen wichtigen Schnittpunkt zwischen Mensch und Maschine dar: auf mehreren Moni- toren werden dem Fahrer gleichzeitig verschie- denste Informationen angezeigt. Dazu zählen auch etwa 17.000 unterschiedliche Texte in weit mehr als 30 Sprachen. Zusammengenom- men müssen somit rund 600.000 Text-Optio- nen fehlerfrei zur Anzeige kommen. ASAP hat eine individuelle Software entwickelt, die alle Informationsanzeigen automatisiert testet – rund 600.000 Texte eines Multi- media-Interfaces können auf diese Weise innerhalb kurzer Zeit vollständig automatisiert validiert werden. ASAP Spezialisten leiten hier- für zunächst Testfälle aus den Anforderungs- spezifikationen ab, analysieren dann Automati- sierungs-Potentiale und implementieren schließlich Test Cases in einer Entwicklungs- umgebung. Die Software verfügt über eine sehr genaue Text- und Bilderkennung. Dadurch ist die Testautomatisierung in der Lage, an- hand von Design-Daten Bilder aller zu validie- render Displays zu erstellen. Diese SOLL-Bilder – also die exakte Darstellung einer Anzeige nach Kundenvorgabe – werden vollkommen automatisiert erstellt. Das System wird dann von der Testautomatisierung getriggert. Ein in der ASAP Software angebundener Framegrab- ber greift die Anzeige als IST-Bild ab. Abschlie- ßend sorgt die Software für den automatisier- ten Vergleich zwischen SOLL- und IST-Bild, identifiziert mögliche Abweichungen und mel- det Fehler zuverlässig. Die Software sorgt so für eine deutlich erhöhte Testabdeckung inner- halb kürzester Zeit und kann zudem flexibel auf mögliche Änderungen der Design-Daten durch den Kunden reagieren. Effizientere Validierung durch neu entwickelte Methode und White-Box-Tests Megatrends wie Elektromobilität, Autonomes Fahren und Connectivity sorgen für eine über- proportionale Zunahme der Vielfältigkeit und Komplexität von Fahrzeugfunktionen. Dadurch wächst auch die Bedeutung von Testautomati- sierungen in der Funktionsabsicherung. Für eine noch effizientere und umfassendere Absi- cherung von Testobjekten beziehungsweise Funktionen wie dem HMI hat ASAP darüber hi- naus eine Methode auf Basis des sogenannten Reinforcement Learnings entwickelt. Diese fin- det bisher kaum Anwendung in der Auto- motive-Branche, erlaubt jedoch eine Absiche- rung über eine Vielzahl von Parameter- und Stimulationsräumen: Die selbstlernende Me- thode ist in der Lage, Testobjekte in höherer Vielfalt zu testen und entsprechend tiefer ab- zusichern, indem sie gezielt Stichproben an- hand von Mustererkennungsverfahren zieht. Um künftig noch effizienter validieren zu kön- nen, arbeiten ASAP Experten auch bereits an der Erweiterung der Testautomatisierung durch White-Box-Tests: Verglichen mit dem vorangehend beschriebenen Black-Box-Ver- fahren, sind bei White-Box-Tests Informatio- nen zum internen Aufbau der zu prüfenden Software verfügbar – es handelt sich demnach um eine codebasierte Validierung. Ein Pro- grammcode ließe sich somit schon überprüfen, bevor er auf einem Steuergerät zum Einsatz kommt – eine Validierung wäre damit ab Be- ginn der Entwicklung möglich. Effizienzsteigerung in der HMI-Absicherung Testautomatisierung zur Validierung von 35 Sprachen Von Tim Bayer, Leiter Elektronikentwicklung/Bedien- und Anzeigesysteme bei ASAP Die ASAP Gruppe, Entwicklungspartner der Automobilindustrie, entwickelt und implementiert Testautomatisierungen für effiziente Funktionsabsicherungen. Damit lassen sich Integrationsstand und Qualität einer Komponente umfassend sowie zeit- und kostensparend validieren. In Anbetracht der überproportional zunehmenden Anzahl an Fahrzeugfunk- tionen und deren steigender Komplexität liefern Testautomatisierungen einen entscheidenden Entwicklungsvorsprung. Bilder: © ASAP ASAP Gruppe www.asap.de Tim Bayer Leiter Elektronikentwicklung/ Bedien- und Anzeigesysteme bei ASAP Digitale BusinessCard Webseite Engineering Dienstleister

RkJQdWJsaXNoZXIy MjUzMzQ=