Unternehmen&Trends - Ausgabe zur HANNOVER MESSE 2019
Unternehmen & Trends 34 und Leistungen vor allem eine Kultur von Zusammenarbeit und Führung, in die Men- schen sich gerne einbringen. Dem Fachkräf- temangel entgegenzuwirken bedeutet auch: bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung so- wie die Förderung des Wissenstransfers. Wir nehmen lebenslanges Lernen sehr ernst und sorgen u.a. über unsere hauseigene Sensor Intelligence Academy, Networking-Events, Patenprogramme und die Zusammenarbeit im Unternehmensnetzwerk für Kompetenz- aufbau und Wissensaustausch. Der gesellschaftliche Wandel bedingt, dass viele Erwerbstätige ihr Privatleben und den Beruf besser in Einklang bringen möchten. Neben der Kinderbetreuung ist auch Gesundheit ein zentrales Thema in den Unternehmen geworden. Welche Maßnahmen ergreifen Sie in diesem Be- reich? Cornelia Reinecke: Ziel unseres Gesund- heitsmanagements ist es, vor allem mit prä- ventiven Angeboten die Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu erhalten und zu stärken. Wir wollen somit frühzeitig die Vorausset- zungen für ein gesundes Älterwerden schaf- fen. Vielfältige betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung wie etwa ein eigener betriebsärztlicher Dienst, Sport-Arbeitskrei- se, Präventionsberatung und ausgewoge- ne Speisen im Betriebsrestaurant gehören ebenso dazu, wie Angebote für die psychi- sche und physische Gesundheit. Zusammen mit familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen und umfassenden Weiterbildungsmöglichkei- ten sorgt dies für eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Für ein innovatives Unternehmen wie SICK sind mo- tivierte und leistungsbereite Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch. ■ Das Gespräch führte Elisabeth Klock Zur besseren Lesbarkeit wird die männliche Ansprache als vereinfachte Form für alle Geschlechter verwendet. Sie gehören weltweit zu den Markt- und Technologieführern in der Sensorelektro- nik für die Fabrik-, Logistik- und Prozess- automation. Können Sie Ihr Unternehmen kurz vorstellen? Cornelia Reinecke: Bereits seit über 70 Jah- ren steht die SICK AG für führende Sensor- lösungen, die Industrieprozesse sicher und effizient steuern, den Unfallschutz erhöhen und Umweltschäden vermeiden. Weltweit wächst die Nachfrage nach Applikationen in den Bereichen industrielle Automatisierung und Industrie 4.0, worauf wir mit der Fach- kompetenz von weltweit 9.000 Mitarbeitern reagieren. Eine hohe Arbeitsplatzqualität ist dabei tief in der Unternehmenskultur von SICK verankert – und das seit der Gründung des Familienunternehmens 1946. Vor demHintergrund der demografischen Entwicklung und eines sich abzeichnen- den Fachkräftemangels ist die Verein- barkeit von Familie und Beruf für alle Arbeitgeber ein wichtiges Thema. Was tun Sie für Ihre Mitarbeiter, um dies zu gewährleisten? Cornelia Reinecke: Wir legen seit jeher gro- ßen Wert auf eine familienorientierte Perso- nalpolitik. Angebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern, fördern Motivation und Leistungsbereitschaft. Unse- re Mitarbeiter werden mit flexiblen Arbeits- zeitmodellen, mobilem Arbeiten, Gleitzeit Top-Arbeitgeber: SICK AG Unternehmen&Trends sprach mit Cornelia Reinecke, Personalleiterin der SICK AG über Personalbindungsmaßnahmen im Unternehmen mit Blick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für das innovative Unternehmen sind Motivation und Leistungsbereitschaft der Schlüssel zum Erfolg. Bild: © SICK AG SICK AG www.sick.com Webseite und Zeitwertkonten bei ihrer individuellen Lebensphasenplanung unterstützt. Zudem gibt es ein Betreuungsangebot für Mitar- beiterkinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren, Schulkinder- sowie Ferien- und Notfallbetreuung. Darüber hinaus stehen unseren Mitarbeitern mit Kindern, pflegebe- dürftigen Angehörigen sowie in Schichtarbeit zusätzliche freie Tage zur Verfügung. Warum arbeiten noch immer so wenig Frauen in technischen Berufen? Was glauben Sie, was Unternehmen tun müs- sen, um den Anteil der Frauen in techni- schen Berufen zu erhöhen? Cornelia Reinecke: Der Frauenanteil lag bei SICK in den vergangenen Jahren konstant bei über 30 Prozent, bei den Führungskräf- ten waren es 14 Prozent. Fakt ist jedoch, dass Frauen in technischen Berufen weiterhin un- terrepräsentiert sind. Daher engagieren wir uns, um frühzeitig, noch vor der Studiums- und Berufswahl, das Interesse an MINT-Be- rufen zu wecken, etwa durch die Übernahme der Patenschaft und Ausrichtung des Regi- onalwettbewerbs von Jugend forscht sowie des Girls‘ Days, Bildungspartnerschaften mit Schulen oder im Rahmen unseres Schüler- forschungszentrums. Auch der Wandel in der digitalisierten Arbeitswelt öffnet für Frauen viele Chancen: Die Arbeitsplätze sind da – es kommt darauf an, die richtige Kompetenz an die richtige Stelle zu bringen. Angebote zur Kinderbetreuung sowie ein Rückkehrrecht von Teil- auf Vollzeit unterstützen zudem die schnelle Rückkehr in den Beruf und halten Frauen den Rücken frei. In den kommenden Jahren erreichen zahlreiche Mitarbeiter das Rentenein- trittsalter und der Fachkräftemangel wird sich weiter zuspitzen. Wie gehen Sie damit um? Cornelia Reinecke: Unsere Mitarbeiter iden- tifizieren sich stark mit den Werten des Unter- nehmens, seinen Produkten und Leistungen sowie damit, mit ihrer jeweiligen Aufgabe zum Erfolg beizutragen. Diese Kultur zu Bewerbern zu transportieren ist eines der wichtigsten Anliegen zur nachhaltigen Stärkung unserer Arbeitgebermarke. Denn im Wettbewerb um Fachkräfte geht es darum, Mitarbeiter zu binden und geeignete Kandidaten für uns zu gewinnen. Voraussetzung dafür sind neben attraktiven Benefits Cornelia Reinecke, Personalleiterin SICK AG
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjUzMzQ=