Unternehmen & Trends - Ausgabe 1/2018

Bereits bei der Präsentation der neuen Zelle begeisterte das mobile System die Fachwelt. Die Idee hinter dieser soliden, fahrbaren Konstruktion ist so überzeugend, dass sich die Frage stellt: Warum mussten Anwender so lange auf eine solche Beladezelle warten, sind doch die verwendeten Komponenten al- les andere als Weltraumtechnologie? Um eine Antwort ist RILE-Geschäftsführer Peter Radlsbeck nicht verlegen: „Mit unserer Beladezelle ist es wie mit anderen überzeu- genden Dingen im Leben: Man denkt, na klar so und nicht anders geht´s. Bei näherer Be- trachtung zeigt sich dann aber schnell, wie viel Know-how in den Detaillösungen eines vermeintlich einfachen Systems stecken. Wir haben in diese Zelle etwas mehr Entwick- lungsarbeit investiert, aber das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand.“ Dennoch ist die Grundrezeptur einfach: Man nehme einen stabilen Grundrahmen, einen Drehtisch, der hauptzeitparallel manuell zu beladen ist, möglichst flexible Werkstück- träger sowie einen hochleistungsfähigen, schlanken Sechsachsroboter und schon steht der Realisierung der Zelle nichts mehr im Wege. Und man übe Verzicht, wie RILE Innovatives Be- und Entladesystem steigert Flexibilität und Produktivität Die Alleskönner-Roboterzelle Von Ralf Högel, freier Journalist Immer mehr Anwender setzen für das Be- und Entladen von Bearbeitungszentren auf Roboter. Während Sonderlösun- gen oftmals aufwendig, teuer und wenig flexibel sind, zeigt RILE mit einer neuen, mobilen Beladezelle samt integrier- tem Roboter, wie einfach und gleichzeitig hochflexibel die automatische Beschickung von Werkzeugmaschinen heute sein kann. 32  Unternehmen & Trends Bilder: © YASKAWA Martin Bohmann, Leiter technischer Betrieb, Jürgen Riedinger, Vertrieb YASKAWA, Peter Radlsbeck Geschäftsführer und Michael Füller, Leiter Vertrieb (v.l.n.r.) sind von der mobilen Beladezelle überzeugt. Vertriebsleiter Michael Füller betont: „Wir haben uns beim Bau der Zelle auf das We- sentliche konzentriert und die Anzahl an Komponenten so weit wie möglich redu- ziert. Wir verzichten auf den Einsatz eines Visionsystems, begrenzen die Verwendung von Sensoren und sonstiger Elektronik auf das Nötigste und gönnen noch nicht einmal dem Drehteller einen eigenen Antrieb. Diese Aufgabe haben wir dem Roboter übertragen. Mit diesem minimalis- tischen Prinzip erreichen wir eine Verfügbarkeit von annähernd 100 Prozent und genau das schätzen unsere Kunden.“ Ausschließliche Verwendung erstklassiger Komponenten Für die Zuverlässigkeit sind natür- lich auch die Verwendung hoch- wertiger Komponenten sowie eine überdurchschnittlich hohe Ferti- gungstiefe maßgebend. Selbst den Stahlbau für die Beladezellen sowie Die fahrbare, minimalistische Zelle beeindruckt mit pfiffigen Details und geringem Platzbedarf. den Schaltschrankbau übernimmt RILE in Eigenregie. „Dennoch bauen wir nicht alles selbst, den Roboter beispielsweise kaufen wir zu“, verrät Füller schmunzelnd. „Aber wir verwenden dann eben nur die besten Kom- ponenten wie die brandneuen Sechsachser MOTOMAN GP12 bzw. bei höheren Traglast- anforderungen den MOTOMAN GP25 von YASKAWA.“ Diese neue Robotergeneration ist wie ge- schaffen für Einsätze an Werkzeugmaschi- nen. Dank ihrer sehr schlanken Bauweise und der innerhalb des Arms geführten Medienlei- tungen verfügen die Sechsachser auch unter extrem beengten Platzverhältnissen über eine ausgezeichnete Bewegungsfreiheit. Zu- dem ist das Handgelenk optimal gegen das Eindringen von Bearbeitungsrückständen sowie Kühlschmierstoffen geschützt. Und für hohe Verfügbarkeit sind die YASKAWA Roboter ohnehin bekannt. Prozesse konsequent zu Ende gedacht So sehr man die Beladezelle auf das We- sentliche reduziert hat, an guten Ideen wur- de nicht gespart: Der Roboter ist auf einem geneigten, stabilen Sockel direkt an der Zelle

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