OEM&Lieferant Ausgabe 1/2026

22 OBDonUDS (SAE J1979-2) vs. ZEVonUDS (SAE J1979-3) Unified Diagnostic Services (ISO 14229-1 ) beschreibt die 26 UDSDiagnosedienste und ihre Semantik für die Kommunikation zwischen dem Diagnosetester und einem Steuergerät. Die folgenden vier der 26 UDS-Dienste ersetzen die ursprünglichen SAE J1979 OBD-II-Services, und zwar für OBDonUDS und ZEVonUDS. OBD Classic bleibt unverändert.  0x14 – Clear diagnostic information  0x19 – Read DTC information  0x22 – Read data by identifier  0x31 – Routine control Vorteilhaft in UDS ist die Verwendung von 3 Bytes in Fehlercodes gegenüber den bisherigen 2 Bytes. Dadurch lassen sich Fehlfunktionen genauer lokalisieren. Die Daten-Identifier in UDS erlauben größere Wertebereiche für zusätzliche OBD-relevante Daten. UDS ist bereits weit verbreitet im Bereich der herstellerspezifischen Diagnose, da es unabhängig vom verwendeten Bussystem und somit nicht auf CAN-Kommunikation beschränkt ist. Das CAN-Bussystem gehört zu den wichtigsten in der Automobilbranche und verbindet Steuergeräte mit einer Datenrate bis zu 1 Mbit/s. Noch höhere Datenraten über 100 Mbit/s erreicht man bei Automotive Ethernet. Die dazugehörigen Transportprotokolle sind DoCAN und DoIP. Im direkten Vergleich zeigen SAE J19792 und J1979-3 folgende Unterschiede: J1979-3 unterstützt weder Freeze-FrameDaten noch permanente Fehlercodes, zudem ist der Service „Routine Control“ (0x31) grundsätzlich vorhanden, jedoch ohne festgelegte Testroutinen. J1979-2 kommuniziert ausschließlich über CAN, während J1979-3 DoIP mit höherer Datenrate ermöglicht. Beispiel: Traction Battery Pack State of Health, BAT_SoH: xxx.x% IT und Automotive ZEVonUDS kommt in Serie Was OEMs, Zulieferer und Werkstätten nun für MY 2026-2028 wissen müssen Von Bernhard Rimpfl, Application Engineer & Trainer, Softing Automotive Electronics GmbH ZEVonUDS (SAE J1979-3) macht On-Board-Diagnose für ZEV-Fahrzeuge verbindlich. Doch was bedeutet das für die externen Testwerkzeuge und welche Auswirkungen wird die Transformation zum SoftwareDefined Vehicle haben? Von Emissionen zu Effizienz – warum sich OBD im ZEV neu ausrichtet Mit SAE J1979-3 (ZEVonUDS) wird die OnBoard-Diagnose (OBD) für Zero-EmissionVehicle verbindlich. In den USA gilt eine stufenweise Einführung: 40 % ZEV/PHEV ab Modelljahr (MY) 2026, 100 % ab 2027, spätestens ab Modelljahr 2028 müssen alle Fahrzeuge den Standard unterstützen. Parallel erlaubt das California Air Resources Board (CARB) eine leicht abweichende Staffelung von MY 2025–2027. Während OBD historisch der Überwachung emissionsrelevanter Komponenten diente, ändert sich die Perspektive im ZEV grundlegend. Batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge besitzen keine klassischen Abgassysteme, dafür aber eine Vielzahl an Komponenten, die den Fahrbetrieb effizient und sicher halten. Ihr Zustand beeinflusst Reichweite, Alterung und Betriebskosten unmittelbar. ZEVonUDS bildet diesen Wandel ab und erweitert das OBD-Modell um ZEVantriebsrelevante Diagnoseinhalte. Grundsätzlich hat die SAE OBD in drei Dokumenten ausgeführt:  OBD Classic (SAE J1979 )  OBDonUDS (SAE J1979-2 )  ZEVonUDS (SAE J1979-3 ) Die neuen Standards haben folgenden Fokus: OBDonUDS (SAE J1979-2) bezieht sich auf Komponenten, deren Ausfall direkten Einfluss auf die Schadstoffemissionen eines Fahrzeugs hat. Im Fokus stehen Lambdasonden, Katalysatoren, die Abgasrückführung, Partikelfilter und Tankentlüftungssysteme. ZEVonUDS (SAE J1979-3) bezieht sich auf Komponenten, deren Ausfall direkten Einfluss auf das ZEV-Antriebssystem haben. Dazu gehören das ZEV-Antriebssystem selbst, aber auch Energiespeichersysteme, Hochspannungsladesysteme im Hinblick auf die Rekuperation sowie thermische Steuerungssysteme zur Unterstützung des Antriebs. Bilder: © Softing Automotive Electronics GmbH Föderaler Baseline Pfad (40 % → 100 % → 100 %); CARB erlaubt eine alternative Einführung über MY 2025–2027, dennoch spätestens MY 2028 ZEVonUDS für alle ZEV/PHEV

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