20 V-Prozess hinweg, siehe Abb. 1. Tests laufen früh und unabhängig von Prototypen. Virtuelle ECUs und digitale Zwillinge als Industriestandard Heute bilden virtuelle ECUs das Rückgrat einer effizienten Softwarevalidierung. Produktionscode wird direkt in der Simulation getestet – reproduzierbar, skalierbar und unabhängig von Hardware, siehe Abb. 2. Zusammen mit virtuellen Gesamtfahrzeugen entsteht ein digitaler Zwilling, der vom ersten Konzept bis zur Homologation genutzt werden kann. Das Ergebnis: frühere Integration, deutlich höhere Testabdeckung, geringere Abhängigkeit von Hardware und robuste Qualität bei schnellen Release-Zyklen. Praxis statt Theorie Das Consulting-Team von IPG Automotive arbeitet weltweit mit OEMs und Consulting und Virtualisierung Effizienz neu definiert Virtualisierung strategisch nutzen – nicht nur technisch anwenden Von Henning Kemper, Senior Specialist Editor, IPG Automotive Die Automobilindustrie befindet sich in der größten Transformation seit Jahrzehnten. Softwaredefinierte Architekturen, kurze Entwicklungszyklen und steigende Systemkomplexität stellen etablierte Prozesse infrage. Dabei kommt es nicht nur darauf an, ob Unternehmen die Simulation für die Fahrzeugentwicklung nutzen, sondern auch darauf, wie konsequent und strategisch sie die Virtualisierung in ihre Organisation integrieren. Zwar verfügen viele Unternehmen bereits über die entsprechenden Tools und die nötige Infrastruktur, schöpfen deren Potenzial jedoch nicht aus. Genau hier setzt das Consulting von IPG Automotive an. Virtualisierung als Business Case Simulation senkt nicht automatisch Kosten – sie ist eine Investition in Methoden, Modelle, Prozesse und Qualifikationen. Erst durch Struktur, Automatisierung und Skalierung entsteht ein belastbarer ROI. Unternehmen, die Virtualisierung ausschließlich als Werkzeug betrachten, verschenken Potenzial. Erfolgreiche Organisationen nutzen sie als strategischen Hebel für schnelle Entscheidungen, frühe Fehlererkennung und robuste Softwarequalität. IPG Automotive unterstützt OEMs und Zulieferer dabei, realistische Kosten- und Nutzenstrukturen zu erarbeiten und Virtualisierung wirtschaftlich umzusetzen. Von der Vision zur Umsetzung Die größte Hürde dabei ist in den seltensten Fällen die Technologie selbst, sondern vielmehr das fehlende Mindset und die unklare organisatorische Verankerung. Ohne abgestimmte Rollen, Prozesse, Verantwortlichkeiten und Trainings entstehen Insellösungen ohne Skalierbarkeit. Das Consulting-Team etabliert Virtualisierung als festen Bestandteil der Entwicklungsstrategie mit klaren Zielen, messbaren Ergebnissen und einer definierten Roadmap. Damit wird Virtualisierung vom Add-on zum strukturellen Fundament moderner Fahrzeugentwicklung. Komplexität beherrschen: Virtual First über alle Domänen hinweg Mit softwaredefinierten Fahrzeugen steigen der Integrationsaufwand und die Änderungsfrequenz drastisch an. Da Funktionen über Domänengrenzen hinweg ineinandergreifen, stoßen klassische Tests an ihre Grenzen. Eine ganzheitliche, virtualisierte Teststrategie schafft hier die nötige Skalierbarkeit. Moderne Ansätze kombinieren Model-, Software-, Hardware- und Vehiclein-the-Loop-Tests über den gesamten Abb. 1: Entwicklung, Integration, Kalibrierung und Absicherung auf Gesamtfahrzeugebene auf allen Stufen: Systems-Engineering ab Tag eins Bilder: © IPG Automotive
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