OEM&Lieferant Ausgabe 1/2026

Fachbereiche müssen aktiv mit eingebunden werden: Sie nehmen eine zentrale Rolle ein, um die semantischen Abhängigkeiten der Daten zu beschreiben. Darüber hinaus unterstützen sie dabei, die Regeln, die zur Bewertung der Datenqualität benötigt werden, zu definieren. Die Fachbereiche müssen aktiv überzeugt und als Mitgestalter des Digital Threads gewonnen werden. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz im Engineering der Zukunft? Niklas Bürger: KI wird einer der wesentlichen Beschleuniger der Produktentstehung sein. Aber auch hier ist Datendurchgängigkeit die Voraussetzung. Doch es reicht nicht, die Daten einfach nur zu verknüpfen. Unternehmen, die ihre Daten vollumfänglich semantisch korrekt beschrieben haben, schaffen die Grundvoraussetzung für einen effizienten KI-Einsatz. KIs haben so Zugriff auf das Kontextwissen der Experten im Unternehmen. Welche Beziehung besteht zwischen einer Stückliste, einem Teil und der Information zur Materialzusammensetzung? – Antworten auf solche Fragen müssen semantisch korrekt beschrieben werden. Dafür werden semantische Modelle verwendet, die oft auch als Ontologien bezeichnet werden. All das verbessert die Präzision und Qualität der KI-Antworten erheblich. Dies stellt einen enormen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen dar, da sie deutlich schneller und effizienter agieren können. Vielen Dank für diese Einblicke! www.unity.de  Für tiefergehende Informationen zum Thema jetzt die OPPORTUNITY-Ausgabe „Digital Thread als Enabler für das Engineering der Zukunft“ lesen: Digital Thread als Enabler für das Engineering der Zukunft | UNITY Consulting & Innovation  Engineering Partner Datendurchgängigkeit für das Engineering der Zukunft schaffen Interview mit Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes und Niklas Bürger, beide Senior Manager bei UNITY und ausgewiesene Experten für das Thema Digital Thread Die digitale Transformation stellt das Engineering vor neue Herausforderungen – und eröffnet zugleich enorme Chancen. In der Publikation „Digital Thread als Enabler für das Engineering der Zukunft“ zeigen die Experten der Managementberatung UNITY, wie Unternehmen ihre Produktentwicklung mit einer durchgängigen IT- und Datenarchitektur auf ein neues, zukunftsfähiges Level heben können. Wie das gelingen kann, erklären zwei der Autoren, Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes und Niklas Bürger, im Interview. Wie können wir uns das „Engineering der Zukunft“ konkret vorstellen? Niklas Bürger: Wir beschreiben die Zukunft der Produktentwicklung mit unserem „Code the Product“-Ansatz, den wir in Anlehnung an die DevOps-Methodik aus der Softwareentwicklung abgeleitet haben. „Code the Product“ ist eine vollständig digitale Entwicklungsweise, die Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig machen kann, indem sie die Entwicklungsdauern erheblich verkürzt, die Entwicklungskosten deutlich senkt und die Produktabsicherung durch virtuelle und automatisierte bzw. KI-basierte Verfahren erhöht. Wie muss die IT- und Datenarchitektur für die Verwirklichung dieses Entwicklungsansatzes gestaltet werden? Gian Frederik Mewes: Damit „Code the Product“ funktionieren kann, müssen Daten aus unterschiedlichsten Domänen zusammengebracht werden. Aktuelle Engineering- und Produktions-IT-Architekturen münden jedoch oft in Datensilos. Um diese Silos aufzubrechen, ist es zwingend notwendig, die Daten über eine semantische Integrationsschicht zu vernetzen. Diese semantische Integrationsschicht ermöglicht den Digital Thread und kann bspw. durch einen Knowledge Graph realisiert werden. Abgesehen von den technischen Herausforderungen – wie kann die Umsetzung des Digital Threads im Unternehmen gelingen? Gian Frederik Mewes: Der Aufbau eines Digital Threads stellt einen Paradigmenwechsel dar, bei dem Datensilos aufgebrochen und datengetriebene E2E-Prozesse ermöglicht werden. Entsprechend wichtig ist daher ein begleitendes Change Management. Die Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes (links) und Niklas Bürger, beide Senior Manager bei UNITY. Bild: © UNITY

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