OEM&Lieferant Ausgabe 1/2026

Produkte – Märkte – Umwelt – Energie – IT – Industrie 4.0 – E-Mobilität OEM & LIEFERANT Netzwerk Automotive - Innovationen. Konzepte. Lösungen. Ausgabe 01/2026

Mehr Service. Mehr Flexibilität. Mehr für Dich. Hedin Automotive Südwest GmbH Altenwoogstraße 60-62, 67655 Kaiserslautern | Idar-Oberstein | Landstuhl | Kusel | Mannheim Tel.: 0631 3426-0 Hedin Automotive Retail GmbH August-Herrmann-Straße 2, 67655 Kaiserslautern Landstuhl | Idar-Oberstein | Mannheim | Saarbrücken | Dresden Land Rover Tel: 0631 3426 - 1310 Hyundai Tel: 0631 41418 - 0 www.hedinautomotive.de Hedin Automotive Saarland GmbH Untertürkheimer Str. 1, 66117 Saarbrücken | Neunkirchen | Saarlouis | St. Wendel Tel.: 0681 507-0

3 die Automobilindustrie steht an einem der tiefgreifendsten Wendepunkte ihrer Geschichte. Was einst als evolutionärer Fortschritt begann ist heute eine fundamentale Transformation. Die aktuelle Transformation in der Automobilindustrie stellt nichts anderes als die völlige Dekonstruktion des Autos und seine umfassende Neukonstruktion über die gesamte Wertschöpfungskette dar. Diese Neukonstruktion aller Funktionselemente verfolgt das Ziel, neue Antriebsarten – insbesondere den E-Antrieb – einzuführen und unterschiedliche Konstruktionselemente vollständig mit externen Datenträgern zu vernetzen. Die Ausstattung mit einer Vielzahl neuer Assistenzsysteme als finale Vorstufe autonomen Fahrens wäre ohne den umfassenden Einsatz elektronischer Datenverarbeitungssysteme undenkbar. Konnektivität wird damit zum zentralen Funktionsbaustein. Speziell die Möglichkeiten der KI sind zwingende Voraussetzungen zur ständigen Weiterentwicklung autonomer Systeme – von der selbst gesteuerten Instandhaltung bis zur individualisierten Unterhaltungselektronik. Der Aufbau und die ständige Weiterentwicklung von IT- und KI-Kompetenz sind für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Automobilindustrie eine zwingende Notwendigkeit. Damit einher geht ein neuer Wettbewerb. Die traditionellen Autokonzerne konkurrieren nicht mehr nur untereinander, sondern. Mit Tech-Unternehmen und neuen Marktteilnehmern aus China und den USA. Gleichzeitig hat sich aber auch das Verhältnis der Menschen zum Auto verändert. In urbanen Räumen verliert der Besitz an Bedeutung, während Nutzung, Sharing und multimodale Mobilitätskonzepte an Bedeutung gewinnen. Das Auto bleibt ein wichtiges Verkehrsmittel, es ist aber nicht mehr zwangsläufig das emotionale Zentrum individueller Mobilität. Wie alle unsere Titel erscheint auch das Supplement der Dachmarke OEM&Lieferant mit dem Schwerpunkt „Autoregionen International“ in der Automobil- und Zulieferindustrie ausschließlich digital, mit der Möglichkeit, durch Verlinkungen, Interaktionen und Vernetzung zu Webinhalten und Sozialen Medien zusätzliche Informationen zu erhalten. Allen teilnehmenden Unternehmen gilt unser Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das nächste Special „Autoregionen International“ erscheint voraussichtlich im August 2026 als integriertes Supplement in OEM&Lieferant. Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Ihren Beiträgen, Interviews, Firmenpräsentationen oder Anzeigen zu beteiligen. Ihre Redaktion P. S. Besuchen Sie auch unser Fachpresseportal www.oemundlieferant.de  Folgen Sie uns auf LinkedIn und werden Sie Mitglied in der LinkedIn-Gruppe OEM&Lieferant  Liebe Leserinnen und Leser, Editorial Die Automobilindustrie im Wandel

Editorial 3 Die Automobilindustrie im Wandel Nutzung von Social-Media-Daten in KI-Modellen 8 Von Dr. Paul Klickermann, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht; Lehrbeauftragter der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Industrielle KI und Datenökosysteme: 10 zwei Seiten einer Medaille Von Dr. Olaf Sauer, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Karlsruhe Engineering Partner Warum Echtzeit-Klimamodelle die Zukunft 12 der Fahrzeuginnenraum-Simulation sind Multi-Luftzonen-Modelle revolutionieren Effizienz, Komfort und Entwicklungsprozesse Von Max Hauk, Gruppenleiter Simulation, Control und Testing Thermal Management und Michael Ellinger, Senior Expert Thermal Management bei ARRK Engineering Reality-Check für den digitalen Fahrzeugschlüssel 14 Wie Plugfests und Backend-Systeme den Digital-Key-Standard nachhaltig absichern Von Manuel Teufel, studierter Software-Produktmanager und verantwortlicher Produktmanager für den doubleSlash Digital Key Virtuelle Montageabsicherung: durchgängig 18 digitale Baubarkeit mit VT-Technologie Von Michael Pretschuh, invenio Virtual Technologies GmbH Datendurchgängigkeit für das Engineering 19 der Zukunft schaffen Interview mit Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes und Niklas Bürger, beide Senior Manager bei UNITY und ausgewiesene Experten für das Thema Digital Thread Consulting und Virtualisierung Effizienz neu definiert 20 Virtualisierung strategisch nutzen – nicht nur technisch anwenden Von Henning Kemper, Senior Specialist Editor, IPG Automotive IT und Automotive ZEVonUDS kommt in Serie 22 Was OEMs, Zulieferer und Werkstätten nun für MY 2026-2028 wissen müssen Von Bernhard Rimpfl, Application Engineer & Trainer, Softing Automotive Electronics GmbH SAP-Logistik | Externe Belieferungsmodelle VMI, EDL und Streckengeschäft – alle 24 Prozesse durchgängig in SAP abbilden Von Horst Boßler, Senior Presales Manager bei WSW Software GmbH SAP & Scanner: Der Turbo fürs Lager 26 Von Sebastian Keilhacker, Senior Managing Consultant, CONSILIO Produkte und Märkte Zukunft der Mobilität in Farbe: Wie neue 28 Farbtöne das Automobildesign prägen Interview mit Mark Gutjahr, Global Head of Automotive Color Design bei BASF Coatings Federbeinlager mit integrierter 30 Federunterlage von ROLLAX Interview mit Christian Lange, Experte für Federbeinlager mit integrierter Federunterlage bei ROLLAX Kontinuierlicher Materialfluss statt manueller Transporte: Adient automatisiert Werk in Torslanda, 32 Schweden, mit mobilen Robotern Von Alexander Strunz, Manager PR & Communications, SAFELOG IC-Tapes: Kein Randthema trotz Randlage 34 Von Michael Spörl, Schreiner ProTech, Oberschleißheim Job und Karriere Interview Die Stunde des Mittelmanagements 36 mit Marion Plocher, Plocher Executive Find GmbH Firmenporträt Böllhoff Verbindungstechnik GmbH 38 Unternehmen und Produkte dormakaba Deutschland GmbH Sensorschleuse Argus V60 – 40 besonders kompakt, auffallend elegant Getac Technology GmbH Robuste KI-fähige Endgeräte: 40 Der Erfolgsfaktor in der Industrie HÜNGSBERG GmbH HÜNGSBERG – J.D. von Hagen AG 40 Inhalt/Content Bild: © ShutterDesigner/shutterstock.com Bild: © SWKStock/shutterstock.com

Weiss Klimatechnik GmbH Der Taupunktsensor im Trockenraum: 40 Prozesssicherheit in der Batteriezellfertigung imds Professional Die Omnibus-Pakete der EU 41 und ihre Auswirkung im Bereich Material Compliance Editorial 43 The automotive industry in transition Industrial AI and data ecosystems: 44 two sides of the same coin By Dr. Olaf Sauer, Fraunhofer Institute of Optronics, System Technologies and Image Exploitation, Karlsruhe Luxembourg sets sights on 46 automated driving leadership The strategy sets out Luxembourg’s ambition to become the first European country to roll out automated driving nationwide by 2028 By Lena Martenson, Senior Communication Officer, Content & Social and Jean-Michel Gaudron, Senior Communication Officer, Content & Press Relations Engineering Partner Why real-time climate models are the 48 future of vehicle interior simulation Multi-air zone models revolutionize efficiency, comfort and development processes By Max Hauk, Group Leader of Simulation, Control, and Testing Thermal Management. And Michael Ellinger, Senior Expert Thermal Management at ARRK Engineering. Reality Check for the Digital Vehicle Key 50 How Plugfests and Backend System Safeguard the CCC Digital Key Standard By Manuel Teufel, trained software product manager and product manager responsible for doubleSlash Digital Key Consulting and virtualization Redefining Efficiency 52 How to fully leverage virtualization beyond technical application By Henning Kemper, Senior Specialist Editor, IPG Automotive IT and Automotive ZEVonUDS enters series production 54 Everything OEMs, suppliers, and repair shops should know for MY 2026-2028 By Bernhard Rimpfl, Application Engineer & Trainer, Softing Automotive Electronics GmbH Products and Markets Future mobility in color: How new 56 shades define automotive design Interview with Mark Gutjahr, global head of Automotive Color Design at BASF Coatings Continuous Material Flow instead of Manual Transport: Adient has automated its plant in Torslanda, 58 Sweden, with mobile robots By Alexander Strunz, Manager PR & Communications, SAFELOG Protection for exterior components 60 made of light metals By Dr. Georg Wagner, NTC Nano Tech Coatings GmbH, Tholey (Saarland) Company Presentations Böllhoff Verbindungstechnik GmbH 62 SUSI&James GmbH 64 Walter Werner GmbH 66 Companies and products imds professional The EU’s Omnibus Packages and Their Impact 70 on Material Compliance AutorInnen/Authors 6, 7 Impressum/Imprint 53 Experten/Experts 68, 69 Bild: © franz12/shutterstock.com Bild: © chinasong/shutterstock.com

Autoren/-innen und Interviewpartner/-innen · Authors and Interviewees Sortiert nach Unternehmen · Sorted by Company Bitte klicken Sie auf die jeweilige Seitenzahl, um den Beitrag des Autors/in zu öffnen Please click on the respective page number to open the author‘s article ARRK Engineering Michael Ellinger Senior Expert Thermal Management Seite 12 Page 48 ARRK Engineering Max Hauk Gruppenleiter Simulation, Control und Testing Thermal Management Seite 12 Page 48 A Consilio GmbH Sebastian Keilhacker Senior Managing Consultant Seite 26 doubleSlash Digital Key Manuel Teufel Software-Produktmanager und Produktmanager für den doubleSlash Digital Key Seite 14 Page 50 Dr. Paul Klickermann Rechtsanwalt Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht Seite 8 C D Fraunhofer-Institut (IOSB) Dr. Olaf Sauer Seite 10 Page 44 invenio Virtual Technologies GmbH Michael Pretschuh Seite 18 BASF Coatings Mark Gutjahr Global Head of Automotive Color Design Seite 28 Page 56 B IPG Automotive Henning Kemper Senior Specialist Editor Seite 20 Page 52 DIE VORAUSDENKER. DIE PROZESSOPTIMIERER. DIE LÖSUNGSENTWICKLER. IM SAP LOGISTIK- DSCHUNGEL? Wir zeigen Ihnen den richtigen Weg. Jetzt anmelden F I

UNITY AG Niklas Bürger Senior Manager Seite 19 Plocher Executive Find GmbH Marion Plocher CEO/Founder Seite 36 UNITY AG Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes Senior Manager Seite 19 WSW Software GmbH Horst Boßler Senior Presales Manager Seite 24 SAFELOG GmbH Alexander Strunz Referent Unternehmenskommunikation & PR Seite 32 Page 58 Bild: © Mario Stockhausen S U Luxinnovation Jean-Michel Gaudron Senior Communication Officer, Content & Press Relations Page 46 Luxinnovation Lena Martenson Senior Communication Officer, Content & Social Page 46 Softing Automotive Electronics GmbH Bernhard Rimpfl Application Engineer & Trainer Seite 22 Page 54 ROLLAX Christian Lange Experte für Federbeinlager Page 30 Schreiner ProTech Michael Spörl Leiter Strategisches Marketing Seite 34 NTC Nano Tech Coatings GmbH Dr. Georg Wagner Page 60 Sensorschleuse Argus V60 Besonders kompakt, auffallend elegant Sicherheit, Eleganz und Effizienz W Bild: © Luxinnovation/Marion Dessard L N P R

8 Verarbeitung geeignet ist, den verfolgten Zweck zu erreichen. Ein weniger beeinträchtigendes Mittel der Privatsphäre hat das Gericht nicht gesehen. Hierzu muss man wissen, dass im Eilverfahren nur eine summarische Prüfung stattfindet. Mithin konnte nicht eingehend geprüft werden, ob es eine sinnvollere Alternative gibt. Von erheblicher Bedeutung war insbesondere die Interessenabwägung zwischen den Betroffenen und Meta. Das OLG erläutert die Folgen für die Betroffenen, die Öffentlichkeit der Daten, das durch Meta eingeräumte Widerspruchsrecht und die Verarbeitung von Daten über Dritte. Letzterer Aspekt bleibt allerdings aus Sicht des OLG problematisch, … Weiterlesen https://t1p.de/i1mnq  Dr. Paul Klickermann klickermann@it-anwalt-kanzlei.de  Kläner Rechtsanwälte www.it-anwalt-kanzlei.de  Nutzung von Social-Media-Daten in KI-Modellen Von Dr. Paul Klickermann, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht Lehrbeauftragter der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Zur Optimierung von KI-Modellen benötigen diese große Datenmengen. Welche rechtlichen Anforderungen bei der Datenzusammenführung aus verschiedenen Netzwerken nötig sind, ist gerade aus der Sicht von Entwicklern und Anbietern von Interesse. Ein aktuelles Urteil gibt hierzu eine erste Einschätzung. Der Fokus liegt auf der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Digital Markets Act (DMA). 1. Eilverfahren Das OLG Köln (Urteil vom 23.05.2025, Az. 15 UKI 2/25; NJW 2025,3156) hat erstmals eine Entscheidung über die Zulässigkeit der Verbreitung öffentlich zugänglicher Daten zum KI-Training getroffen. Das Urteil betrifft allerdings eine Sonderkonstellation des Trainings durch Anbieter sozialer Netzwerke (hier: Meta) mit Daten, die ihre Nutzer innerhalb der Netzwerke (Instagram/Facebook) öffentlich gestellt haben. Die Nutzung öffentlich geteilter Nutzerdaten sollte nach der Ankündigung von Meta zum Training eines KI-LargeLanguage-Modells dienen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte gegen die Pläne geklagt, um eine Zustimmung einzufordern. Der Eilantrag wurde im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes abgewiesen. Das OLG hat entschieden, dass Meta öffentliche Nutzerdaten (z. B. Posts, Profilbilder) für das Training seiner KI nutzen darf, da die Daten anonymisiert werden und Nutzer aktiv widersprechen müssen – eine Klage der Verbraucherzentrale wurde abgewiesen; das Urteil erlaubt die Nutzung öffentlich zugänglicher Daten für das Training der Meta-KI, solange strenge Datenschutzmaßnahmen (Anonymisierung) eingehalten werden und Betroffene ein wirksames Widerspruchsrecht haben, was im Konflikt mit dem großen Datenbedarf der KI gesehen wird. 2. Kernaussagen Was sind die Kernpunkte des Urteils? Meta ist ein sogenannter Torwächter iSv Art. 2 Nr. 1 DMA, da das Unternehmen mit Facebook und Instagram zwei zentrale Plattformdienste in der Variante der sozialen Netzwerke betreibt. Meta darf personenbezogene Daten aus zwei zentralen Plattformdiensten nach Art. 5 Abs. 2 lit. b) DMA nicht zusammenführen, es sei denn, es liegt eine Einwilligung des Endnutzers vor. Das Gericht hat klargestellt, dass die von Meta geplante Einbringung öffentlich zugänglicher Inhalte aus den beiden Netzwerken in ein unstrukturiertes Trainingsdatenset nicht dem Zusammenführungsverbot unterliegt, da keine gezielte personenbezogene Verknüpfung derselben Nutzer erfolgt. Ob diese Auslegung in einem Hauptsacheverfahren Bestand haben wird, kann nur der EuGH entscheiden. Das OLG hat außerdem die Datenverarbeitung durch Meta im Rahmen des KI-Trainings für rechtens angesehen und sich dabei auf das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f. DSGVO berufen. Diese Norm setzt voraus, dass der Verantwortliche ein berechtigtes Interesse wahrnimmt, die Datenverarbeitung zur Verwirklichung des berechtigten Interesses erforderlich ist und die Grundrechte und Grundfreiheiten des Betroffenen gegenüber dem berechtigten Interesse des Verantwortlichen nicht überwiegen. Das OLG ist hier der Auffassung, dass Meta mit dem Aufbau eines regional angepassten KI-Modells ein legitimes wirtschaftliches Ziel verfolgt. Das OLG hält die Erforderlichkeit der Datenverarbeitung für gegeben, da die Dr. Paul Klickermann, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Lehrbeauftragter der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Bild: © Kai Myller

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10 Industrielle KI und Datenökosysteme: zwei Seiten einer Medaille Von Dr. Olaf Sauer, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Karlsruhe Allein hochproduktive und zuverlässige Maschinen, Anlagen oder Komponenten zu liefern oder zu betreiben, wird zukünftig als Differenzierungsmerkmal und Basis des Geschäftserfolgs nicht mehr ausreichen. Zusätzlich zu den traditionellen hardwarenahen Kompetenzen müssen Fabrikbetreiber und ihre Ausrüster schnell umfassende Kompetenzen lernen und beherrschen, um neue Methoden und Werkzeuge wie Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, Digitale Zwillinge und Datenökosysteme/Datenräume nutzbringend einsetzen zu können. Dies wird nicht im Alleingang erfolgreich sein: Nur in Kooperation mit gleichgesinnten Partnern des gesamten Wertschöpfungsnetzwerks, in dem jeder seine Stärken ausspielt, können KI-Modelle Mehrwerte für alle Beteiligten schaffen. Datenökosysteme bzw. Datenräume sind dabei die Basis für den nutzbringenden Einsatz von industrieller KI, besonders für kleine und mittlere Fertigungsbetriebe. Sie standardisieren Daten aus unterschiedlichen Quellen, bieten über standardisierte Konnektoren einfachen Zugang zum Datenökosystem und ermöglichen damit wiederverwendbare KI-Anwendungen. Im Folgenden sind weitere zentrale Aspekte und Vorteile aufgeführt. Datenökosysteme erleichtern einfache Datenzugänglichkeit und -qualität, auch über Unternehmensgrenzen hinweg, z. B. durch Zugriff auf Maschinen-, Prozess-, Qualitäts- und/oder Wartungsdaten aus verschiedenen Quellen. Standardisierte Formate und ‚Metadaten‘, die die Datenökosysteme festlegen, erleichtern die gezielte Nutzung von Laufzeitdaten. Offene Standards, die bereits beginnen, sich flächendeckend in der produzierenden Industrie durchzusetzen, erleichtern dann die Kombination von Daten aus unterschiedlichen Systemen, z. B. ERP-, MES-, SCADA- oder PLM-Systemen. Oftmals zögern Unternehmen beim Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg, weil sie befürchten, kostbares, langjährig aufgebautes Know-how mit den Daten preiszugeben. Datenökosysteme bieten genau dafür maximalen Schutz durch festgelegte Governance und Datensicherheit: Rollen-, Zugriffs- und Nutzungskontrollen, vertrauenswürdige Datenquellen und automatisierbare Datenverträge (Datenzugriffsvereinbarungen) erleichtern und unterstützen den Datenaustausch im Netzwerk. Damit können Ökosystempartner, z. B. Lieferanten, Kunden, Dienstleister, Daten kompletter Wertschöpfungsketten integrieren und zum Nutzen aller Potenziale ausschöpfen, die sie allein niemals heben könnten. So ergeben sich wesentliche Vorteile beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen: Bild: © Fraunhofer

11 • Bereits vorhandene, vorbereitete Datensätze sind für mehrere KI-Anwendungen nutzbar, z. B. Predictive Maintenance, Prozessoptimierung, Qualitätssicherung, etc. • Die KI-Modelle haben eine höhere Modell-Qualität und sind vertrauenswürdig, weil saubere, konsistente Daten die Modellgenauigkeit verbessern und damit zu Stabilität und Verständlichkeit der KI-Anwendungen führen. • Das Teilen von Daten in vertrauenswürdigen Datenökosystemen vermeidet teure Insellösungen und ermöglicht schrittweisen und damit risikoreduzierten Einsatz von KI vom Piloten bis zur Skalierung. Die Standards führen zu weniger Datenaufbereitung pro Projekt und damit zu schnelleren Prototypen und deren iterativer Optimierung. • Partnerschaftliche Wertschöpfung entsteht, weil Unternehmen einer Wertschöpfungskette Daten kooperativ nutzen, z. B. gemeinsam trainierte Modelle mit Zulieferern, und so gemeinsam ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Am Ende profitiert jeder Teilnehmer des Datenökosystems. Typische Nutzungsszenarien sind • Predictive Maintenance, indem die KI frühzeitig erkennt, wenn Ausfälle von Maschinen oder Komponenten drohen, wann Wartung im komplizierten Fertigungsplan optimal eingeplant werden kann, ohne die Endtermine zu gefährden, oder einfach Stillstandzeiten reduziert werden. • Prozessoptimierung, beispielsweise bei der Feinjustierung von Prozessparametern, z. B. Temperatur, Geschwindigkeit, Druck, um Ausschuss zu senken. • Qualitätsvorhersagen durch frühzeitige Erkennung von Abweichungen oder Reduzierung von Ausschuss und Nacharbeit. • Energie- und Ressourceneffizienz, indem die KI-Modelle Verschwendung erkennen und Verbrauchskurven verbessern. • Digitale Zwillinge einzelner Anlagen oder Linien, in denen reale Daten aus Maschinen und Anlagen mit Daten aus physikalischer Simulation kombiniert werden, um die Modelle anzureichern oder einfach mehr Daten zum Lernen zu generieren. So lassen sich KI-Anwendungen schneller, kostengünstiger und mit geringerem Risiko realisieren, was zu reduzierten Stillstandszeiten, besserer Qualität, effizienterer Produktion und letztlich mehr Wettbewerbsfähigkeit führt. Datenraumwerkstätten fungieren als KI-Inkubatoren Viele Fabrikbetreiber und ihre Ausrüster sind kleine und mittelständische Unternehmen, die meist keine große IT-Abteilung, wenig Hallenfläche für Prototypen, kaum freie Kapazitäten zur Datengewinnung aus laufenden Maschinen oder kaum Personalkapazität für Forschungsprojekte haben. Die oben beschriebenen Arbeiten, um Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen im Datenökosystem zu nutzen, schafft kaum ein Unternehmen allein: Der tatsächlich existierende Wissensrückstand sollte gemeinsam mit vertrauenswürdigen Partnern aufgeholt werden. Der sichere Austausch von Daten fördert Kooperation und Innovation innerhalb des Ökosystems und ermöglicht es so, neue Geschäftsmodelle wirtschaftlich umzusetzen, die bislang nicht einträglich waren. Genau darum bereitet das Fraunhofer IOSB seine bekannten und kooperationsbewährten Forschungsfabriken und KIReallabore in Karlsruhe [1] und Lemgo [2] darauf vor, Datenraumwerkstätten zu werden: Hier finden produzierende Unternehmen alle Elemente, um schnell und einfach Datenraumtechnologien zu entwickeln und zu erproben. Eine Datenraumwerkstatt muss alle Elemente anbieten, die erforderlich sind, um kollaborativ schnell einen Datenraum aufzubauen, heterogene Daten aus verschiedenen Quellen zu gewinnen, zu standardisieren und zu verarbeiten sowie allgemein Mehrwerte für Unternehmen aus dem Datenökosystem anschaulich und verständlich zu machen. Zu diesen Elementen gehören z. B. • Möglichkeiten zur Instrumentierung von Maschinen, Anlagen und Produktionsprozessen für den Fall, dass die von Unternehmen vorgesehene oder existierende Sensorik zur Datenerfassung nicht ausreicht. • Verarbeitung von Produktionsdaten im ‚Edge-Cloud-Kontinuum‘, d. h. VorOrt-Rechenkapazität sowie Anbindung an eine leistungsfähige und sichere Cloud-Infrastruktur, z. B. um KI- und MLModelle von Komponenten und Maschinen zur Demonstration von Prädiktion bzgl. Qualität, Verfügbarkeit oder Ausbringung zu trainieren und zu erstellen. • MX-Port-Konfigurationstools zur schnellen Anbindung von Assets an den Datenraum über die verschiedenen Ausprägungen des MX-Port [3] (derzeit Hercules – EDC, Leo – Asset Admin. Shell AAS und Orion – OPC UA). • Kompetenzen im IT-Sicherheitsmanagement (IEC 62443) und in der ITSicherheit (Netzwerk, Kommunikationsprotokolle, IT/‑OT-OT-Kopplung, Zugriffs-/ Nutzungskontrolle etc.). • Systematische Entwicklung von KIAnwendungen und deren Betrieb in industriellen Datenräumen [4] gemäß der Methodik des KI-Engineerings [5]. Unter Nutzung dieser Elemente bietet die Datenraumwerkstatt unterschiedliche Formate an, von der bilateralen Unterstützung einzelner Unternehmen über Hackathons z. B. zur kollaborativen Erprobung von Konnektoren bis zu Governance-Workshops, in denen die Teilnehmer sich über Regeln, Rollen und Verantwortlichkeiten in einem Datenraum austauschen und verständigen. Auch Standardisierungsinitiativen können durch die Datenraumwerkstatt angestoßen werden. Datenräume und Datenökosysteme https://t1p.de/r86wi  KI-Engineering und Prozessoptimierung https://t1p.de/b6izb  [1] https://www.reallabore-innovationsportal.de/karlsruher-forschungsfabrik-fuer-ki-integrierte-produktion, letzter Aufruf am 26.01.2026 [2] https://smartfactory-owl.de/ki-reallabor, letzter Aufruf am 26.01.2026 [3] https://factory-x.org/wp-content/uploads/MX-Port-Concept-V1.10.pdf, letzter Aufruf am 26.01.2026 [4] Usländer, T. (2025). KI-Engineering in industriellen Datenräumen. In: Hoffmann, C. H., Hersberger, S. (eds) Wie die Künstliche Intelligenz die Wirtschaft verändert. Springer, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-46839-2_2 [5] Usländer, Th., Schulz, D. (Hrsg.): KI-Engineering in der Produktion. Whitepaper der Fraunhofer-Institute IOSB und IAIS. Stuttgart: Fraunhofer Verlag, 2023. https://doi.org/10.24406/publica-1685 PODCAST Julia Dusold und Anja Ringel von Industry Insight im Gespräch mit Olaf Sauer. https://t1p.de/l6pnt  Industry Insights ist ein Podcast von “Produktion”.

12 Anschließend werden für diese Zustände stationäre CFD-Berechnungen im Umfang von einigen Dutzend bis zu wenigen hundert Simulationen durchgeführt. Auf diese Weise bleiben die dominanten physikalischen Mechanismen erhalten, während Wechsel der Belüftungssituation der Kabine ohne erneute CFDBerechnung simuliert werden können und die Rechenzeiten für die Untersuchungen drastisch sinken. Das Modell bildet Temperatur, Feuchte und Luftaustausch zwischen Zonen ab und ermöglicht so eine prädiktive Bewertung Engineering Partner Warum Echtzeit-Klimamodelle die Zukunft der FahrzeuginnenraumSimulation sind Multi-Luftzonen-Modelle revolutionieren Effizienz, Komfort und Entwicklungsprozesse Von Max Hauk, Gruppenleiter Simulation, Control und Testing Thermal Management und Michael Ellinger, Senior Expert Thermal Management bei ARRK Engineering Die Anforderungen an das Innenraumklima moderner Fahrzeuge steigen kontinuierlich: Maximale Behaglichkeit bei gleichzeitig minimalem Energieeinsatz ist heute ein zentrales Entwicklungsziel. LuftzonenKabinenmodelle ermöglichen es, das thermische Verhalten des Fahrgastraums bereits in der virtuellen Konzeptphase präzise zu bewerten und zu optimieren. Dadurch reduziert sich der notwendige Abstimmaufwand am physischen Fahrzeug auf eine finale Feinkalibrierung. Die so erzielte Verkürzung von Entwicklungszyklen senkt Kosten, beschleunigt Entscheidungsprozesse und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt. Physikalisch konsistente Simulation mit minimiertem CFD-Rechenaufwand Herkömmliche transiente CFD-Simu- lationen liefern detaillierte Strömungs- und Temperaturfelder, sind jedoch aufgrund hoher Rechenzeiten für frühe Konzeptphasen ungeeignet. Das MultiLuftzonen-Modell in der Software Theseus-FE der ARRK Engineering GmbH bietet hier einen neuartigen Ansatz, dargestellt in Abb. 1: Es unterteilt das Kabinenvolumen in diskrete Luftzonen und verknüpft diese mit Daten, die dem Modell über eine KI-gestützte Ventilationsmatrix zeitabhängige Luftaustauschgrößen zur Verfügung stellt. Zur Erstellung dieser Matrix werden zunächst die relevanten Betriebszustände in der Kabine identifiziert. Abb. 1 Grafik: © ARRK Engineering GmbH

13 des thermischen Komforts. Validierungen zeigen Abweichungen von unter 1 K in den meisten Körperregionen der Insassen – eine Genauigkeit, die für Konzeptstudien optimal ist. In schwach belüfteten Zonen, in denen tendenziell größere Inhomogenitäten und Temperaturabweichungen auftreten können, können diese gezielt durch eine feinere Modellierung berücksichtigt werden. Schnelle Klimastrategie- Entwicklung statt CFD-Marathon Die Entwicklung effizienter Klimaregelstrategien steht im Spannungsfeld zwischen Komfort, Sicherheits- anforderungen wie der Frontscheibenenteisung und Energiebedarf. In frühen Entwicklungsphasen fehlen jedoch häufig reale Prototypen, während vollgekoppelte CFD/FE-Modelle mehrere Tage bis Wochen Rechenzeit beanspruchen können, wodurch iterative Optimierungen nur eingeschränkt möglich sind. Das vorgestellte MultiLuftzonen-Modell bietet hier entscheidende Vorteile:  automatische oder manuelle Zonierung für relevante Bereiche,  CFD-basierte Wärmeübergangskoeffizienten für Konvektion,  KI-gestützte Ventilationsmatrix für wechselnde Betriebszustände,  Kopplung mit einem thermophysiologischen Menschmodell nach Fiala. Dieses Zusammenspiel ermöglicht echtzeitnahe Simulationen des thermischen Innenraumverhaltens bei gleichzeitig hoher physikalischer Validität. Typische Szenarien wie Defrosting, schnelle Aufheizstrategien oder Komfortvergleiche lassen sich innerhalb etwa einer Stunde simulieren – anstelle mehrerer Tage bei herkömmlichen Ansätzen. Validierung: Hohe Genauigkeit bei drastisch reduzierter Rechenzeit Ein beispielhafter Defrost-Betriebsfall über 30 Minuten mit dynamischem Verlauf von Luftmenge, -verteilung und -temperatur zeigt die Leistungsfähigkeit des Modells. Zur Validierung wurden ein Kabinen-Mockup mit Klimagerät und 21 Thermoelementen sowie der ARRK Komfort-Dummy eingesetzt. Die zeitlichen Verläufe der Lufttemperaturen an den Messpunkten des KomfortDummys (siehe Abb. 2) stimmen in den meisten Körperregionen sehr gut mit den Simulationsergebnissen überein:  < 1 K Abweichung im Kopf- und Oberkörperbereich  bis 2,8 K Abweichung im Fußraum aufgrund lokaler Inhomogenitäten  realistische Komfortreaktion des Fiala-Modells für verschiedene Körpersegmente Das Komfortmodell zeigt eine schnelle thermische Entlastung im Kopfbereich, während Unterkörperregionen verzögert reagieren, wobei die Ergebnisgüte hier aktuell noch optimiert wird. Die Kombination aus MultiLuftzonen-Modell und thermophysiologischer Berechnung ermöglicht eine belastbare Bewertung des Innenraumklimas und der Behaglichkeit. Die hohe Übereinstimmung belegt, dass die physikalische Konsistenz erhalten bleibt, obwohl die Rechenzeiten gegenüber vollgekoppelten CFD/ FE-Simulationen um Größenordnungen geringer sind. Zusammenfassung Das echtzeitfähige MultiLuftzonenKlimamodell in Theseus-FE ermöglicht erstmals eine schnelle, physikalisch fundierte Bewertung des Innenraumklimas bereits in frühen Fahrzeugentwicklungsphasen. Durch die Kombination aus zonaler Modellierung, CFD-basierter Parametrisierung, KI-gestützter Ventilationsmatrix und thermo- physiologischer Komfortbewertung lassen sich Klimastrategien effizient auslegen, ohne auf reale Prototypen angewiesen zu sein. Die drastische Reduzierung der Rechenzeiten, die hohe Modellgenauigkeit und die Möglichkeit, Varianten schnell zu analysieren, führen zu erheblichen Zeit- und Kosteneinsparungen. Dadurch steigt nicht nur die Effizienz des Entwicklungsprozesses – Unternehmen gewinnen zugleich eine spürbar höhere Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt. ARRK Engineering GmbH https://engineering.arrk.com/de  Bild: © ARRK Engineering GmbH Abb. 2

14 größten technischen Herausforderung des Digital Key. CCC Plugfest: Realitätscheck für den Digital Key Das haben die großen OEMs, MobileDevice-Hersteller, Hardwareproduzenten und Softwareanbieter erkannt und sich zu einem weltweit einzigartigen Industriekonsortium zusammengeschlossen, dem Car Connectivity Consortium (CCC). Dort hat man sich auf einen einheitlichen Standard für den digitalen Fahrzeugschlüssel – den CCC Digital Key – geeinigt. Dieser sorgt für ein hohes Maß an Interoperabilität: Die Schnittstellen sind so weit standardisiert, dass die Komplexität deutlich reduziert wird. In keinem anderen Tech-Ökosystem wird so eng zusammengearbeitet, um eine Branche als Ganzes voranzubringen. Getestet und weiterentwickelt wird der CCC-Standard bei sogenannten Plugfests, die regelmäßig von Mitgliedern des Konsortiums ausgerichtet werden. Hier wird der Digital Key des jeweiligen OEMs auf Herz und Nieren getestet; neue Features sowie Standards werden getestet und weiterentwickelt. Das macht die CCC Plugfests zu den größten Testlaboren der Automobilbranche. Das Backend als unsichtbares Rückgrat des Digital Key Die zentrale Herausforderung liegt darin, zwei komplexe und in sich geschlossene Ökosysteme – Automobil und Smartphone – miteinander zu verbinden. Damit die Vorteile des Digital Key voll zum Tragen kommen, braucht es eine nahtlose Integration. Eine entscheidende Rolle bei der Etablierung des CCC-Standards spielt also das Backend. Als unsichtbares Rückgrat des Digital Key steuert es die Engineering Partner Reality-Check für den digitalen Fahrzeugschlüssel Wie Plugfests und Backend-Systeme den Digital-Key-Standard nachhaltig absichern Von Manuel Teufel, studierter Software-Produktmanager und verantwortlicher Produktmanager für den doubleSlash Digital Key Das Auto per Smartphone oder Smartwatch ver- und entriegeln, den Schlüssel via Handy mit Freunden teilen, für den Fahranfänger eine Maximalgeschwindigkeit einrichten – der digitale Fahrzeugschlüssel bedeutet für Autofahrer vor allem Komfort. Was diese nicht sehen: die Bedeutung des Digital Keys für die Automobilbranche und die Zukunft der Mobilität. Der Schlüssel zur Zukunft der Mobilität Denn hinter dem Digital Key verbirgt sich ein enormes Potenzial – und ein Milliardengeschäft. Autovermietungen oder Carsharing-Anbieter profitieren von effizienteren Prozessen; für Fahrzeughersteller erleichtert der Digital Key die Entwicklung neuer Flotten, Klassen und Modelle und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Und auch für das autonome Fahren ist der digitale Fahrzeugschlüssel relevant, weil er externen Personen wie Reinigungskräften oder Instandhaltungspersonal Zugriff gewährt, auch wenn niemand am Steuer sitzt. Immer mehr OEMs führen den Digital Key serienmäßig ein. Denn wer „den Schlüssel“ kontrolliert, kontrolliert auch Nutzerdaten und Kundenbeziehungen. Doch mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Fahrzeugzugänge wächst auch der Druck: Die möglichen Konsequenzen etwaiger Fehlfunktionen sind gewaltig. Die Krux dabei: Der Markt ist komplex. Sowohl bei Fahrzeugen als auch bei mobilen Endgeräten kommen stetig neue Modelle hinzu, die die bestehenden Systeme aushebeln können. Damit wird Interoperabilität zwischen Fahrzeug, Software und mobilen Endgeräten zum entscheidenden Faktor – und gleichzeitig zur Der Digital Key kommt fahrzeugübergreifend zum Einsatz – vom Pkw über Nutzfahrzeuge bis zu Spezialmaschinen. Bilderr: © doubleSlash Net-Business GmbH

15 Kommunikation, gewährleistet Sicherheit, verteilt Zugriffsrechte und verfolgt Schlüsselbewegungen. Ohne Backend keine Schnittstelle, ohne Schnittstelle keine Interaktion zwischen Fahrzeug und Endgerät. Die Bedeutung des Backends hat auch das CCC erkannt – das zeigte das CCC Plugfest im November 2025. Denn dieses Mal fand das Event weder in Detroit noch im Silicon Valley statt, sondern in Friedrichshafen am Bodensee. Gastgeber war das mittelständische Softwareunternehmen doubleSlash , der erste Anbieter von Backend-Lösungen, der ein CCC-Plugfest ausrichtete. Die Software hinter dem Fahrzeugschlüssel von morgen doubleSlash ist im Ökosystem kein unbekannter Player. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit OEM-Backends und -Prozessen und hat den Digital Key bereits für mehrere Automarken realisiert. Die eigens dafür entwickelte Softwarelösung doubleSlash Digital Key ermöglicht Fahrzeugherstellern die Einhaltung des CCC-Standards, ohne auf eine spezifische Hardwarearchitektur festgelegt zu sein. Die Software basiert auf einer InterfaceOnly-Architektur und ist hardware- und infrastrukturagnostisch. Das ermöglicht eine reibungslose und effiziente Integration in die bestehenden Infrastrukturen, Architekturen und Prozesse der OEMs. Für diese bedeutet das: Weniger Komplexität, geringere Timeto-Market – und somit Wettbewerbsvorteile, wenn es um neue Modelle oder Mobilitätsfunktionen ihrer Flotten geht. „Ein marktreifer Digital Key erfordert mehr als eine einzelne technische Komponente“, erklärt Manuel Teufel, Produktmanager Digital Key doubleSlash. „Entscheidend ist das Zusammenspiel von Fahrzeug, Software und Smartphone-Ökosystem – insbesondere mit Blick auf Security, Integration und Nutzerprozesse. Der CCC‑Standard ist dabei die zentrale Klammer.“ Technisch bietet die Lösung Vorteile durch den Betrieb als SaaS- oder PaaS-Modell: Skalierbarkeit, automatisierte Updates sowie klar definierte Support- und Wartungsprozesse sind von Beginn an gewährleistet. Zudem ist die Software hardwareunabhängig und kompatibel mit allen CCC-konformen Komponenten, was die Interoperabilität zwischen Fahrzeug, mobilen Endgeräten und Backend-Systemen sicherstellt. So lassen sich neue Geschäftsmodelle nicht nur erschließen, sondern auch nachhaltig skalieren. Dabei ist die Lösung stets konform mit gängigen Standards und Sicherheitsanforderungen. Seit 2026 ist die doubleSlash Digital Key-Lösung in den Kategorien „Vehicle OEM“ und „Vehicle OEM Server“ CCCzertifiziert. Mit dieser Zertifizierung und dem aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung des Standards unterstreicht doubleSlash seinen Anspruch, zukunftsfähige, interoperable und praxisbewährte Digital-Key-Lösungen für die Mobilität von morgen zu entwickeln. Für OEMs bedeutet das zusätzliche Planungssicherheit: Der Digital Key lässt sich standardkonform, skalierbar und langfristig über gesamte Fahrzeugflotten hinweg einsetzen – auch bei neuen Klassen, Modellen oder Software-Releases. Zwei Welten im CCC-Standard vereint Als sich vom 10. bis 14. November die globale Automobil-Elite mit den TechGiganten am Bodensee traf, standen Interoperabilität, neue Features sowie künftige Hardwarestandards wie UltraWideband (UWB), Bluetooth Low Energy (BLE) und Near Field Communication (NFC) im Fokus. Während OEMs ihre Setups auf Innen- und Außenflächen testeten, rotierten Device-Hersteller zwischen den Fahrzeugkabinen und testeten die Digital Key-Lösungen im direkten Einsatz mit den Smartphone-Herstellern. Das Event stellte höchste Anforderungen an Sicherheit und Geheimhaltung: Auch wenn sich alle Beteiligten auf den CCC-Standard einigen, bleiben sie doch Konkurrenten im Wettbewerb um Umsätze, Daten und Kundenbeziehungen. Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Fahrzeugzugänge wird Interoperabilität zum geschäftskritischen Faktor. Plugfests liefern den notwendigen Reality Check, um Standards nicht nur zu definieren, sondern dauerhaft funktionsfähig zu halten. Dabei zeigt sich immer deutlicher: Der Erfolg des Digital Key entscheidet sich nicht allein im Fahrzeug oder im Endgerät, sondern im Backend als verbindender Schicht zwischen beiden Welten. Wer hier frühzeitig auf standardisierte, getestete und zertifizierte Lösungen setzt, schafft die Grundlage für sichere und skalierbare Mobilitätskonzepte – heute und in Zukunft. www.doubleslash.de  Modulare Digital-Key-Architektur: Das Backend verbindet Fahrzeug, Hardware und mobile Endgeräte und ermöglicht standardkonforme Interoperabilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette. doubleSlash doubleSlash entwickelt seit 1999 unter dem Leitgedanken „digitale Wertschöpfung gestalten“ Softwarelösungen für mittelständische und international agierende Unternehmen. Mit rund 250 Mitarbeitenden an den Standorten Friedrichshafen, München und Stuttgart erzielte das Unternehmen 2025 einen Jahresumsatz von 29 Mio. Euro. Die Schwerpunkte liegen in den Geschäftsfeldern Connect, Make Smart und Monetize: Geräte und digitale Ökosysteme vernetzen, mit Daten und KI-Innovationen vorantreiben, automatisieren und besser entscheiden sowie erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle mit monetarisierbaren Produkten und Services ermöglichen. Dabei denkt doubleSlash als Softwarepartner von der Datenbasis bis zum Geschäftsmodell in übergreifenden Ökosystemen mit – und entwickelt intelligente, sichere und nachhaltige Lösungen.

IM SPIEL BLEIBEN webDAX: die smarte EDI Lösung für alle Partner entlang der Lieferkette webDAX – DIE PROFESSIONELLE WEB-EDI LÖSUNG VON HÜNGSBERG Ein webEDI-System Made in Germany das den Nachrichten- austausch (DELFOR, DESADV, INVOICE) einfach und sicher macht. Flexibel und einfach im Einsatz, schnell startklar und unkompliziert integriert. Automatisierter Austausch von Informationen in Echtzeit via Cloud-EDI oder als EDI-Portallösung für alle Partner. In wenigen Klicks von der Bestellung über den Lieferschein bis zur Rechnung! Optimale Qualitätssicherung: weniger manueller Aufwand – weniger Fehler. Unterstützt VDA- und EDIFACT-Formate für Bestellungen, Bestellbestätigungen, Lieferscheine und Rechnungen sowie den Einsatz von Protokollen wie AS2, X.400 und/oder OFTP2. Die Oberfläche ist individuell anpassbar, das System nachträglich erweiterbar. www.huengsberg.com

Das Herzstück jedes Unternehmens ist die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten. Immer öfter sind hier EDI-Standards gefordert, und zwar von allen Unternehmen in der jeweiligen Lieferkette. Für diese Herausforderung bietet der webDAX eine intelligente Lösung – und den HÜNGSBERG-Bonus! Der webDAX ist ein professionelles und sicheres EDI-System, das cloudbasiert und als Portallösung allen Unternehmen ganz einfach zur Verfügung steht. Mit dem webDAX ist es möglich, die gesamte Lieferkette umfassend EDI-fähig zu machen. Und das unabhängig von der Systemumgebung. Unternehmen, z.B. aus Automotive, Industrie, Handel und Logistik profitieren selbst – und optimieren den Erfolg des ganzen Partner-Netzwerks. webDAX Cloud-EDI Als Lieferant nutzen Sie die webDAX Cloud EDI-Lösung, sind schnell und einfach EDI-fähig – und bleiben im Spiel! Ein Computer mit Browser reicht dafür aus. Sie profitieren von einer durchgängig professionellen EDI-Lösung – und von der Zufriedenheit Ihrer Kunden. webDAX EDI-Portallösung Über das webDAX EDI-Portal binden Sie kleinere Partnerbetriebe und Sublieferanten unkompliziert und sicher an Ihr EDI-System an, wenn diese nicht über eine EDI-Lösung verfügen. So machen Sie Ihre gesamte Lieferkette EDI-fähig und gewährleisten einen professionellen Nachrichten-Austausch mit allen Beteiligten. HÜNGSBERG: EDI-Pionier und führender Anbieter im Bereich Datenaustausch für Engineering und Logistik Schon seit 1981 entwickeln wir leistungsstarke automatisierte Kommunikationslösungen unter anspruchsvollsten Bedingungen. Seither wissen wir, worauf es bei EDI-Lösungen ankommt. Auch der webDAX basiert auf 40 Jahren HÜNGSBERG-Expertise und ist erfolgreich im Einsatz in den Branchen Automotive, Handel und Logistik. webDAX – DIE EDI-ALTERNATIVE OHNE ERP Vorteile für webDAX-Nutzer Ihr Highlight: Schnell EDI-fähig, auch ohne ERP-System und damit Zugang zum gesamten Partnernetzwerk. Weniger Fehler und weniger Aufwand durch intelligente Funktionen des Systems sowie automatisierte Dokumentenerstellung. Vorausschauend: Die E-Rechnung ist automatisch inklusive (diese ist ab 2025 Pflicht). Einfache, intuitive Bedienung und erstklassiger Support, sollten Sie uns doch einmal brauchen. Vorteile für webDAX- Portalbetreiber Ihr Highlight: Einfache Anbindung nicht EDI-fähiger Geschäftspartner mit einem professionellen, komfortablen Web EDI- System – und damit mehr Effizienz und Sicherheit. Nicht-EDI-fähige Lieferanten können per webDAX genauso wie beim klassischen EDI per OFTP2 oder AS2 behandelt werden – mit nur je einem Mapping pro anzubin- dendem Nachrichtenformat. Die Inbetriebnahme des webDAX-Portals ist in kurzer Zeit möglich. Das Hüngsberg-Extra ist die komfortable Packplatzfunktion und Packmittelfixierung. Die passenden Packmittel (z.B. Kartons oder Boxen) lassen sich per Drag and Drop zusammenstellen. Das webDAX Portal kann auf individuelle Anforderungen angepasst werden, mit Voreinstellungen für ausgewählte Liefe- ranten etc. „Mit dem webDAX bieten wir eine komfortable und professionelle EDIPortallösung für alle Unternehmen, die gefordert sind, Nachrichten über EDI mit ihren Geschäftspartnern auszutauschen. Der webDAX ist in kurzer Zeit startklar, die Investition vergleichsweise gering und selbstverständlich bieten wir auch zu dieser EDI-Lösung unseren bekannt erstklassigen Support.“ Tania Hüngsberg-Cengil Inhaberin und Geschäftsführerin Jetzt kennenlernen: webDAX vom EDI-Pionier HÜNGSBERG www.huengsberg.com

18 Webanwendung in der Cloud. Sie ist vollständig in die bestehende IT-Landschaft des OEM integriert, in seinem UX-Design umgesetzt und von Beginn an darauf ausgerichtet, dass bis zu 250 Anwender:innen mit der Anwendung ohne Schulungsaufwand intuitiv arbeiten können. Gleichzeitig erfüllt die Lösung hohe Anforderungen an Stabilität, Performance und Erweiterbarkeit. Ein performanter Server übernimmt das Management der komplexen Datenstrukturen und stellt die relevanten Informationen in Echtzeit im Client bereit. Die Architektur nutzt standardisierte DMU-Technologien wie VT-DMU Web von der invenio VT. Auf Basis eines bewährten Web-Frameworks konnten Funktionen wie das Lesen von Fahrzeugstrukturen … Weiterlesen https://t1p.de/0al5d  http://www.invenio-virtualtechnologies.net  Engineering Partner Virtuelle Montageabsicherung: durchgängig digitale Baubarkeit mit VT-Technologie Von Michael Pretschuh, invenio Virtual Technologies GmbH Die Produktentwicklung in der Automobilindustrie basiert heute nahezu vollständig auf virtuellen Fahrzeugen. Gigantische Datenmengen, hochkomplexe Produktstrukturen, permanente Änderungen an Geometrie und Metadaten sowie steigender Kosten- und Zeitdruck prägen den Entwicklungsalltag. In diesem Umfeld ist die Montage ein kritischer Erfolgsfaktor: Sie muss von Beginn an in die Entwicklung eingebunden und virtuell abgesichert werden, um spätere Risiken in der Produktion zu vermeiden. Zielsetzung: ein Tool für eine neue Ära Ein OEM der Automobilbranche stand vor der Herausforderung, die virtuelle Montageabsicherung grundlegend neu zu denken. Ziel war eine Lösung, die Transparenz schafft, einfach zu bedienen ist und eine nachvollziehbare Dokumentation sowie Bewertung aller montagerelevanten Fragen ermöglicht. Parallel zur Entwicklung sollte die Baubarkeit sämtlicher bestellbarer Fahrzeugvarianten sichergestellt werden. Der bisherige Prozess und das dazugehörige Tool waren für Anwender:innen ineffizient, stark manuell geprägt und nicht durchgängig unterstützt. Der Überblick über Bauteile, Varianten und Untersuchungsergebnisse war schwer zu halten. Die neue Lösung sollte diese Prozesslücke schließen, den Digitalisierungsgrad deutlich erhöhen und sowohl fachliche als auch IT-seitige Anforderungen erfüllen: hohe Performance, intuitive Nutzung sowie eine modulare, cloudbasierte und zukunftsfähige Architektur. Der neue Prozess der virtuellen Montageabsicherung Grundlage der Lösung sind die virtuellen Fahrzeuge aus der Produktentwicklung. Fahrzeugstrukturen aus dem PDM-System – inklusive einzelner Konfigurationen, Voll- und Sonderausstattungen – werden direkt übernommen. Bei der Übernahme erfolgt eine automatisierte Analyse und Aufbereitung nach montagespezifischen Kriterien. Bauteile werden beispielsweise in relevante und nicht relevante Komponenten wie Schrauben oder Kleinteile klassifiziert. Für jede Fahrzeugvariante werden die relevanten Bauteile den zuständigen Experten zugeordnet und auf Baubarkeit untersucht. Dabei wird geprüft, ob ein Bauteil oder eine Baugruppe an einer definierten Bandstation montierbar ist. Über eine integrierte Visualisierung lässt sich die zugehörige 3D-Geometrie per Knopfdruck laden. Die Bewertung wird im Tool strukturiert dokumentiert – inklusive Problembeschreibung, Maßnahmen, Screenshots – und über ein Ampelsystem bewertet. Als zentrales System ist die Anwendung mit allen relevanten Kundensystemen vernetzt. Der Reifegrad einer Fahrzeugvariante ist jederzeit transparent nachvollziehbar, bis hin zur Gleichteilbewertung jedes einzelnen Bauteils und seiner Verwendung in unterschiedlichen Varianten. Technologie und Architektur Technologisch basiert die Lösung auf einer modernen, datenbankgestützten Bild: © invenio

Fachbereiche müssen aktiv mit eingebunden werden: Sie nehmen eine zentrale Rolle ein, um die semantischen Abhängigkeiten der Daten zu beschreiben. Darüber hinaus unterstützen sie dabei, die Regeln, die zur Bewertung der Datenqualität benötigt werden, zu definieren. Die Fachbereiche müssen aktiv überzeugt und als Mitgestalter des Digital Threads gewonnen werden. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz im Engineering der Zukunft? Niklas Bürger: KI wird einer der wesentlichen Beschleuniger der Produktentstehung sein. Aber auch hier ist Datendurchgängigkeit die Voraussetzung. Doch es reicht nicht, die Daten einfach nur zu verknüpfen. Unternehmen, die ihre Daten vollumfänglich semantisch korrekt beschrieben haben, schaffen die Grundvoraussetzung für einen effizienten KI-Einsatz. KIs haben so Zugriff auf das Kontextwissen der Experten im Unternehmen. Welche Beziehung besteht zwischen einer Stückliste, einem Teil und der Information zur Materialzusammensetzung? – Antworten auf solche Fragen müssen semantisch korrekt beschrieben werden. Dafür werden semantische Modelle verwendet, die oft auch als Ontologien bezeichnet werden. All das verbessert die Präzision und Qualität der KI-Antworten erheblich. Dies stellt einen enormen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen dar, da sie deutlich schneller und effizienter agieren können. Vielen Dank für diese Einblicke! www.unity.de  Für tiefergehende Informationen zum Thema jetzt die OPPORTUNITY-Ausgabe „Digital Thread als Enabler für das Engineering der Zukunft“ lesen: Digital Thread als Enabler für das Engineering der Zukunft | UNITY Consulting & Innovation  Engineering Partner Datendurchgängigkeit für das Engineering der Zukunft schaffen Interview mit Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes und Niklas Bürger, beide Senior Manager bei UNITY und ausgewiesene Experten für das Thema Digital Thread Die digitale Transformation stellt das Engineering vor neue Herausforderungen – und eröffnet zugleich enorme Chancen. In der Publikation „Digital Thread als Enabler für das Engineering der Zukunft“ zeigen die Experten der Managementberatung UNITY, wie Unternehmen ihre Produktentwicklung mit einer durchgängigen IT- und Datenarchitektur auf ein neues, zukunftsfähiges Level heben können. Wie das gelingen kann, erklären zwei der Autoren, Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes und Niklas Bürger, im Interview. Wie können wir uns das „Engineering der Zukunft“ konkret vorstellen? Niklas Bürger: Wir beschreiben die Zukunft der Produktentwicklung mit unserem „Code the Product“-Ansatz, den wir in Anlehnung an die DevOps-Methodik aus der Softwareentwicklung abgeleitet haben. „Code the Product“ ist eine vollständig digitale Entwicklungsweise, die Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig machen kann, indem sie die Entwicklungsdauern erheblich verkürzt, die Entwicklungskosten deutlich senkt und die Produktabsicherung durch virtuelle und automatisierte bzw. KI-basierte Verfahren erhöht. Wie muss die IT- und Datenarchitektur für die Verwirklichung dieses Entwicklungsansatzes gestaltet werden? Gian Frederik Mewes: Damit „Code the Product“ funktionieren kann, müssen Daten aus unterschiedlichsten Domänen zusammengebracht werden. Aktuelle Engineering- und Produktions-IT-Architekturen münden jedoch oft in Datensilos. Um diese Silos aufzubrechen, ist es zwingend notwendig, die Daten über eine semantische Integrationsschicht zu vernetzen. Diese semantische Integrationsschicht ermöglicht den Digital Thread und kann bspw. durch einen Knowledge Graph realisiert werden. Abgesehen von den technischen Herausforderungen – wie kann die Umsetzung des Digital Threads im Unternehmen gelingen? Gian Frederik Mewes: Der Aufbau eines Digital Threads stellt einen Paradigmenwechsel dar, bei dem Datensilos aufgebrochen und datengetriebene E2E-Prozesse ermöglicht werden. Entsprechend wichtig ist daher ein begleitendes Change Management. Die Dr.-Ing. Gian Frederik Mewes (links) und Niklas Bürger, beide Senior Manager bei UNITY. Bild: © UNITY

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