20 Qualitätsmanagement · Automobilzulieferer Wenn Qualität in die Lieferkette wandert, wird 8D zum Steuerungsinstrument Von Thomas Ohde, Director Operations, Christian Düsl, Projektleiter, und Medina Hodzic, Referentin für digitale Kommunikation, SUSI&James, Mannheim KI-gestützte Bewertung von 8D-Reports soll Zulieferern und OEMs helfen, Reklamationsprozesse schneller und konsistenter abzuwickeln, ohne die Daten aus der Hand zu geben. Einige chinesische Hersteller von Elektroautos verfolgen bei der Produktion einen auffällig anderen Ansatz als die etablierte Automobilindustrie: Sie setzen auf eine sehr hohe vertikale Integration und stellen einen Großteil ihrer Komponenten selbst her. Damit ist ihre Qualität deutlich weniger von einer externen Lieferkette abhängig. Dieser Ansatz wurde zuletzt anhand eines auffälligen Beispiels bekannt: Als die Transportkapazitäten für den Export nach Europa nicht ausreichten, ließ einer dieser Hersteller kurzerhand selbst eines der weltweit größten Autotransportschiffe bauen. Branchenschätzungen zufolge entfallen 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung an einem deutschen Fahrzeug heute auf Zulieferer, nicht auf das Werk des Herstellers selbst. Dieses dezentrale Modell weist eigene Vorzüge auf: Der Wettbewerb zwischen den Zulieferern sorgt für eine Fokussierung auf Innovationskraft und Kosten, und es ermöglicht eine flexiblere Reaktion auf schwankende Stückzahlen oder sich ändernde Modellspezifikationen als ein System mit starker vertikaler Integration. Die Schattenseite: Eine über zahlreiche Zulieferer generierte Qualität erfordert aktives Management – sie ergibt sich nicht mehr automatisch in den eigenen Räumlichkeiten. Die Zahlen verdeutlichen, was auf dem Spiel steht: Im Jahr 2024 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt 2,84 Millionen zurückgerufene Fahrzeuge, was einem Anstieg von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein essenzielles Instrument, um Qualität über Werksgrenzen hinweg zu managen, ist seit vielen Jahrzehnten der 8D-Report: Zulieferer sind verpflichtet, Reklamationen in diesem Format zu bearbeiten, einschließlich der Fehlerbeschreibung, der Ursachenanalyse und der nachweislich effektiven Abstellmaßnahme. Genau an diesem Punkt setzt QualityPilot der Mannheimer SUSI&James GmbH an – ein KI-gestütztes System, das eingereichte 8D-Reports automatisiert prüft. Vom Verwaltungsakt zum Steuerungsinstrument In der Praxis wird der 8D-Report oft als abschließender Verwaltungsakt verwendet: Die Analyse, der Kundenschutz und die technische Ursachenklärung laufen parallel und sind wenig strukturiert. Dokumentiert wird oft erst im Nachhinein – nicht selten sitzt ein Qualitätsverantwortlicher allein und verfasst den Bericht rückblickend zusammen. Aus Sicht von SUSI&James sollte der 8D-Report von Beginn an begleitend geführt werden: Jede der acht Disziplinen wird bearbeitet und sofort mit dem Kunden geteilt, damit dieser den Fortschritt kontinuierlich nachvollziehen und selbst Maßnahmen zur Risikominderung ergreifen kann. Nur so wird das 8D zu einem echten Steuerungsinstrument und nicht nur zu einer nachträglichen Dokumentation. Weiterlesen https://t1p.de/5p1kn Bilder: © SUSI&James GmbH Thomas Ohde Director Operations Ansprechpartner für technische Fragen zum 8D QualityPilot thomas.ohde@susiandjames.com Telefon +49 162 751 84 89 Christian Düsi Projektleiter koordiniert Pilotprojekte und Kundengespräche christian.duesi@susiandjames.com Telefon +49 171 629 99 80 Medina Hodzic Referentin für digitale Kommunikation Ansprechpartnerin rund um das Thema Marketing, Autorin des Beitrags medina.hodzic@susiandjames.com Telefon +49 173 796 86 54
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