Immobilien Business & Trends

IMMOBILIEN BUSINESS & TRENDS 31 Der neue Makler – Moderator zwischen Mieter und Vermieter Das Anforderungsprofil für Immobilienmakler hat sich insbesondere im Teilsegment Büromietflächen deutlich gewandelt. Im Gegensatz zu frü- her fungiert der Makler heute zunehmend als Mediator und maßgeblich als Moderator zwischen den Vertragsparteien. Angermann Real Estate Advisory AG In dieser Funktion ist er sowohl im orga- nisatorischen, strukturellen Prozess des Mieters als auch im bautechnischen Be- reich gefordert. Diese Entwicklung liegt unter anderem darin begründet, dass belastbare „Zahlen, Daten, Fakten“ von den Eigentümern häufig nicht detailliert bzw. differenziert genug zur Verfügung gestellt werden oder für Entscheider nicht nachvollziehbar genug ausgewie- sen werden. Um die Vergleichbarkeit mit anderen Objekten zu erschweren, wird zudem ein ums andere Mal darauf verzichtet, Immobilien für den Mieter verständlich und transparent zu ver- markten. Auch ein qualifizierter, ziel- führender Austausch zwischen einem vom Vermieter angestellten Planer und dem Nutzer ist nicht selbstverständlich: weder bei der Erstellung der individuel- len Raumplanung noch bei einer auf die spezifischen Ansprüche ausgerichteten Mieterbaubeschreibung. Statt in aktiver Zusammenarbeit mit dem vermittelnden Makler qualifizierte Anforderungen einzuholen, belassen es Vermieter wie Nutzer vor Abschluss des Mietvertrages häufig dabei, die Anfor- derungen des Mieters an die Mietfläche und deren Ausbau oberflächlich und/ oder unvollständig zu definieren. Dies führt zu deutlichen vorvertraglichen Qualitätsverlusten, die nach Abschluss des Mietvertrages ausschließlich zu- lasten des Mieters gehen. Nicht selten ergeben sich daraus für den Mieter un- erwartete Kosten, die sehr schnell in sechs- bis siebenstellige Höhe ansteigen können und von ihm alleine aufzubrin- gen sind. Das Anforderungsprofil der Nutzer an ihre künftigen Büroflächen und den in- dividuell notwendigen Mietungsausbau bleibt oftmals aus Unkenntnis heraus viel zu ungenau. Das Bewusstsein, dass jedes Detail im Einzelnen gravierende Konsequenzen für die Qualität der Miet- flächen sowie die Ausbaukosten haben kann, ist kaum vorhanden. In der Zusam- menarbeit mit einem hoch qualifizierten Immobilienmakler können unterschied- liche Themen- und Ausbaukomplexe abgefragt und dahingehend überprüft werden, welche Auswirkungen sie auf Raum- und Gebäudestrukturen oder auf etwaige Ausbaupläne haben. Generell ist bei der Verhandlung von Mietverträgen auch aufseiten des Mie- ters Augenmaß gefordert. Verlangt der Mieter beispielsweise zu große Abstri- che auf den angesetzten Mietpreis und/ oder die Ausbauleistung, kann es ihm passieren, dass nach Vertragsabschluss die andere Vertragspartei zulasten der Qualität massiv auf die Kosten achtet. Bei einer qualifizierten Moderation be- hält der Makler deshalb stets sowohl die Interessen des Mieters als auch des Vermieters und somit ein für beide Sei- ten auskömmliches Ergebnis im Blick. Durch dieses Vorgehen wird das Ver- hältnis zwischen Nutzer und Vermieter auf eine solide, vertrauensvolle Basis gestellt. Auf dieser Ebene darf der Mie- ter einen partnerschaftlichen Umgang von seinem Vermieter erwarten, was gerade in der nach Vertragsabschluss anstehenden Aus- oder Umbauphase von Bedeutung ist. Auch die Gefahr, dass nach zeitintensiven Verhandlun- gen aufgrund zu großer Differenzen kein Mietvertrag zustande kommt, wird so nachhaltig reduziert. Der Nutzer bekommt stattdessen eine Mietfläche, die seinen Ansprüchen an Größe und Ausbau entspricht, und kann sich ohne Ärger und Streitigkeiten über unerwar- tete Kosten entsprechend früher wieder mit voller Kraft seinem Kerngeschäft widmen. „ Sami Steinbach Vorstandsvorsitzender der Angermann Real Estate Advisory AG www.wfg-herne.de

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