Dr. Rudolf Müller

Dr. Rudolf Müller

Elisabeth Klock

von Elisabeth Klock und Dr. Rudolf Müller

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Automobilindustrie am Standort Deutschland blickt auf ein höchst erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Mit einer Umsatzsteigerung auf 
422,8 Mrd. Euro wurde ein neuer Rekordwert erzielt. Aber die so erfreuliche Situation scheint sich einzutrüben. So ging nach den vom VDA jüngst veröffentlichten Zahlen die PKW-Produktion im Dezember 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18 Prozent zurück. Der Anteil 
exportierter PKW sank im gleichen Zeitraum gar um 20 Prozent.

Insbesondere der Rückgang beim Export – erstmals seit 2009 – sorgt in den Vorstandsetagen der deutschen Automobilindustrie für Besorgnis.

Ein wesentlicher Grund für die verhagelte Verkaufsstatistik im Spätjahr 2018 war sicherlich die Tatsache, dass alle Hersteller nur unzureichend auf das neue WLTP Abgastestverfahren vorbereitet waren und deshalb trotz bestehender Nachfrage schlicht und ergreifend nicht liefern konnten. Die nach wie vor nicht gelöste Dieselproblematik mit akut drohenden oder bereits angeordneten Fahrverboten wirkte sich negativ aus und ein erstmals seit Jahren schwächelnder chinesischer Markt tat ein Übriges.

Doch wie sind die kurz- und mittelfristigen Perspektiven?

Sicherlich nicht beruhigend auf den Automobilmarkt wirkt die aktuelle Brexit-Diskussion. Wollte man hier eine Prognose abgeben wollen, bewegt man sich auf dem Niveau gehobener Kaffeesatzleserei, was die Planer grenzüberschreitend produzierender Unternehmen zur Verzweiflung treibt.

Auch die Diskussion über Strafzölle für europäische Fahrzeuge in den USA hat sich wieder verschärft und die Drohungen der US-amerikanischen Seite in diesem Handelskonflikt werden lauter und gipfeln in der politischen Stigmatisierung von Fahrzeugen europäischer Hersteller – allen voran Produzenten deutscher Premiummodelle.

Diese unangenehmen und zumeist politischen Tendenzen treffen aber auf eine im Kern gesunde und robuste deutsche Automobilindustrie, die den Strukturwandel angenommen und an führender Stelle global mitgestalten will.

Auch ein Strafzoll von 25 Prozent wird deutsche PKW nicht von 
Amerikas Straßen verdrängen. Gerade Fahrzeuge im oberen Premiumsegment gelten als nicht besonders preissensibel. Neben dem Preis zählen hier nach wie vor überragende Qualität, Innovationsführerschaft und Produkt- und Markenprestige als Kaufmotivatoren.

Und am Erhalt und Ausbau genau dieser Attribute arbeitet die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie mit Hochdruck. Alle Hersteller warten in diesem und im nächsten Jahr mit eignen E-Mobilitäts-Modellreihen auf. Zur Entwicklung Autonomen Fahrens schließen OEM’s Allianzen untereinander oder mit bisher branchenfremden Software-Anbietern. Innovative Geschäftsmodelle wie z. B. im Car Sharing verändern Wertschöpfungsketten. Und insbesondere die Zulieferindustrie glänzt mit einer Vielzahl neuer Patente und unterstützt damit die Innovationsfähigkeit der OEM’s.

Genau diese Aspekte spiegeln sich auch in den Beiträgen zur aktuellen Ausgabe von OEM&Lieferant. Nicht nur in der bewährten Print-Form, sondern cross-medial präsentieren europäische Unternehmen und ihre Service- und Dienstleistungspartner ihre neusten Entwicklungen, Technologien, Verfahren, Innovationen und Produkte.

Über Interaktionen, Verlinkungen und die Vernetzung zu Webin-
halten und Sozialen Medien eröffnen wir Ihnen, liebe Leserinnen 
und Leser, die Möglichkeit, deutlich mehr Hintergrund- und Zusatzinformationen zu erhalten, als dies in den reinen Printbeiträgen möglich ist.

Unser Dank gilt allen Autoren, Interviewpartnern und Anzeigenkunden für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sie sind herzlich eingeladen, auch in der nächsten Ausgabe, die im Herbst 2019 zur IAA in Frankfurt erscheinen wird, wieder mit Ihren Beiträgen, Anzeigen und Interviews dabei zu sein.

Unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir viel Freude bei der 
Lektüre unseres Magazins und bei der Wahrnehmung der Verlinkungs- und Vernetzungsoptionen.