Getriebemagnet TS 28 – Thomas setzt sich durch

„DRANBLEIBEN LOHNT SICH“

v. l. n. r.: Heiko Binder mit seinen Kollegen Heiner Held und Christian Häberle

Dessen ist sich Heiko Binder, Director Sales & Marketing Getriebemanagement bei Thomas, sicher. Nach insgesamt zehn Jahren Vorarbeit, einem höchst anspruchsvollen Anforderungsprofil und auch Rückschlägen setzte sich das Thomas-Team unter seiner Leitung gegen starke Wettbewerber durch und erhielt 2017 den Zuschlag für ein Projekt, das schon jetzt Unternehmensgeschichte schreibt …

Es ist das umsatztechnisch größte Einzelprojekt, das Thomas bislang gewonnen hat. Technologisch hoch anspruchsvoll, herausfordernd und außergewöhnlich erkenntnisreich. Bei der Entwicklung des Getriebemagneten TS 28 arbeiteten Thomas und der Auftraggeber, ein großer deutscher Premiumhersteller, Hand in Hand. Produktionsstart ist Anfang 2019.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Marc Leinweber (Leiter Produkt- & Prozessentwicklung) sowie Michael Ermert (Projektleitung) hat Heiko Binder das Projekt von Anfang an begleitet. Der TS 28 kommt in Automatik- und auch Doppelkupplungsgetrieben von Pkw zum Einsatz – in konventionellen Getrieben je neun Elektromagnete, in Hybridgetrieben je zehn. „Unser Kunde schrieb die Entwicklung des technisch hoch komplexen Bauteils im Rahmen eines Modellpflege-Projektes aus“, erklärt Heiko Binder. „Im Gegensatz zum bekannten Facelift ging es um mehr als die optische Überarbeitung. Die Aufgaben, die der neue Magnet innerhalb des Getriebes leisten sollte, waren komplex.“ Ein umfangreiches Anforderungsprofil beinhaltete die Rahmenbedingungen und Ziele und verlangte Thomas ein völlig neues Konzept ab. Einer der Hauptaspekte war die Optimierung der Hysteresewerte, einem komplexen Systemverhalten, das Effizienz und Leistung innerhalb des Getriebes entscheidend beeinflusst.

„Sie haben es verdient, sagte der Kunde bei der Vergabe. Diese Anerkennung unserer Leistungen hat uns alle sehr gefreut. Die Entwicklung des TS 28 zeigt einmal mehr, dass keine Arbeit umsonst ist. Vergangene Projekte haben Wissen und Vertrauen in unsere Innovationskraft geschaffen. Unsere Art, Systeme zu betrachten und zu verstehen und das eigenständige Vorantreiben der Technik wurden honoriert.“
Heiko Binder

„Wörtlich bedeutet Hysterese Nachwirkung oder Verspätung“, erklärt Heiko Binder. „Grob gesagt geht es um die Berechenbarkeit von Input und Output innerhalb eines Systems, bei dem die Stärke der Wirkung eines Bauteils nicht nur von der verursachenden Kraft, sondern auch von seiner Vorgeschichte und seinem jeweiligen Zustand abhängt. Das Lastenheft unseres Kunden forderte optimale Werte sowohl im Hinblick auf die magnetische als auch auf die mechanische Hysterese. Je kleiner die Werte, desto geringer der Leistungsverlust und desto größer die Effizienzsteigerung.“

Bis zur Produktionsreife war es ein langer Weg. Insgesamt zehn Jahre Vorarbeit, erfolgreiche Benchmarks und mehrere Projekte, bei denen Thomas nur knapp den Zuschlag verpasste, liegen dazwischen. Ebenso wie eine gute Portion Beharrlichkeit, jede Menge gewonnenes Wissen und erarbeitetes Vertrauen im Rahmen der vorangegangenen Projekte.

Ausschlaggebend für die Vergabe war das Gesamtangebot, so Heiko Binder: „Der Preis war nur eines von vielen Argumenten. Thomas leistete mehr als das reine Abarbeiten des Anforderungsprofils. Und auch auf menschlicher Ebene passte es. Schließlich setzten wir uns gegen Unternehmen mit Mitarbeiterzahlen im sechsstelligen Bereich durch – eine wichtige Basis dafür, dass Thomas auch in Zukunft als starker Wettbewerber und Zulieferer wahrgenommen wird.“

Standardisierung versus Vielfalt?

Die Skalierbarkeit des TS 28, seine Flexibilität bei der Adaption ans Kundensystem sowie die Implementierung der im System benötigten Ventilfunktion schaffen ideale Voraussetzungen für seine Fortentwicklung in einem Baukasten-Konzept. Standardisierung muss nicht einschränken. Richtig eingesetzt kann sie die Variantenvielfalt sogar erhöhen. Das zeigt der von Thomas erarbeitete Magnet- und Ventilbaukasten. Er ist auf ein Cartridge-Ventil erweiterbar, bietet alle Vorteile der Standardisierung und erfüllt zugleich individuelle Kundenwünsche, z. B. im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit.

Kontakt:
Peter Rollepatz
Leiter Marke und Kommunikation
peter.rollepatz@thomas-magnete.com

Quelle: OEM & Lieferant, Ausgabe 1/2019