RIVSET Automation EH – Das Beste aus zwei Welten Setzwerkzeuge mit 100 % elektrischer Ansteuerung in den Setzkraftstufen 60 kN und 78 kN / © Böllhoff

Das Beste aus zwei Welten für den modernen Mischbau

Von Annette Löwen, Böllhof

Moderne Leichtbaukonzepte sind in der Automobilindustrie nicht mehr wegzudenken. Ganz im Gegenteil: Sie verbessern nicht nur maßgeblich die Fahrdynamik, sondern helfen auch, Emissionen zu verringern. Der Leichtbau bleibt somit eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft des Automobils. Darüber hinaus ist er eine wichtige Komponente in der E-Mobilität, denn die grüne Innovationskraft baut auf das Know-how in der Batterie- und Leichtbautechnologie. Auf der Jagd nach immer höherer Reichweite ist insbesondere der Leichtbau essenziell, um die Elektromobilität weiter voranzubringen.

Effizienter Leichtbau stellt aber auch hohe Anforderungen an Mischbaukonzepte und benötigt entsprechend innovative Verbindungstechniken, wie zum Beispiel die etablierte RIVSET Stanzniettechnik von Böllhoff. Diese kann unterschiedliche Materialien in einem einzigen Arbeitsgang ohne Vorlochoperation miteinander verbinden.

Der bewährte Mischbau aus Aluminium (Druckguss, Strangpressprofil, Blech), mehrlagigen Verbindungen, Anwendungen mit Klebstoff als Zwischenlage und Tiefziehstählen mit einer Zugfestigkeit von max. 500 MPa wurde um den serientauglichen Einsatz von hochfesten Stählen mit einer Zugfestigkeit von max. 1.600 MPa erweitert.

In diesem Leichtbaukontext und dem damit verbundenen Materialeinsatzes war es erforderlich, die Halbhohlstanzniettechnologie über ihre anerkannten Verfahrensgrenzen hinaus weiterzuentwickeln.

Hochfeste Ergebnisse

Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten erklärt auch den Variantenreichtum bei den Verbindungselementen. RIVSET Stanzniete können hinsichtlich Geometrie, Härte, Oberfläche, Kopfform, Schaftlänge und -durchmesser variieren. Die jeweilige Anwendung bestimmt den Niettyp.

Böllhoff als Verbindungsexperte stimmt die Entwicklung seiner Verbindungselemente auf die Werkstofftrends ab. Durch die konsequente Weiterentwicklung bietet das Unternehmen, beispielsweise mit dem RIVSET HDX, Lösungen für die Verbindungen von Werkstoffen, die eine Zugfestigkeit von bis zu 1.600 MPa und eine Blechstärke von 1,8 mm in der Decklage aufweisen, in Serienqualität.

Erreicht wird dies durch eine optimierte Geometrie des Verbindungselementes in Kombination mit einer adaptierten Niethärte. Heutiges Karosseriedesign zeichnet sich aber nicht aus schließlich durch innovativen Werkstoffeinsatz aus.

Maximale Lebensdauer und minimale Wartungsintervalle

Mit dem innovativen Verarbeitungssystem RIVSET Automation EH geht Böllhoff neue Wege. Bei diesem Verarbeitungssystem liegt der Fokus auf Funktionalität, Flexibilität und Design. Kombiniert mit einer hohen Lebensdauer, mit maximaler Verfügbarkeit und einem minimalen Wartungsaufwand ist das die Basis für eine erfolgreiche Produktion.

Die intelligenten Maschinenvarianten – modular und umfangreich – machen hochgradig flexibel und zwar vom Prototypenbau bis zur Großserienproduktion. Die schnelle und leistungsfähige Steuerung bietet sowohl offene Softwareschnittstellen in der Roboterkommunikation als auch in der Datenbereitstellung über OPC UA.

Die Hauptanforderungen an diese Anlagen sind die 100 % elektrische Installation am Roboter (keine Schlauchanbindung), die Kompensation von Stanzschlägen (für den Einsatz hochfester Stähle mit max. 1.600 MPa Zugfestigkeit) und kurze Prozesszeiten, anwendungsabhängig teilweise < 1,5 s. Verbunden mit einem TPM-Konzept (Total Preventive Maintenance) ergibt sich eine starke Verbindung.

Weitere technische Key-Highlights sind der neue Matrizenwechsler, das neue Magazine Feed und die neue RIVSET Zuführeinheit mit einfacher Zuführtechnologie. Bis zu acht Matrizen nimmt der neue Matrizenwechsler auf. Ein Matrizenwechsel benötigt keine sechs Sekunden. Durch die optionale automatische 100 %-Matrizenerkennung erhöht sich die Produktionssicherung.

Einzigartig ist das neue Magazine Feed. Es verarbeitet Nietsequenzen mit identischem Nietdurchmesser und bis zu acht unterschiedlichen Nietlängen. Außerdem sind Teilbefüllungen und Reserven möglich; ein Magazinwechsel fällt mit unter vier Sekunden in die Takt-Nebenzeiten.

Plug & Play

In modernen Produktionssystemen spielt auch die Produktionsplanung und -steuerung eine wichtige Rolle, denn sie muss Herstellungsprozesse gestalten und optimieren. Diese Aufgabenstellungen haben Böllhoff als Spezialist in der Stanzniettechnologie ebenfalls neue Impulse gegeben. Gemeinsam mit dem Kunden können neue Konzepte entwickelt werden, wie etwa ein softwarebasierter Workflow zur Projektierung und Abwicklung von zu beschaffenden Prozessgeräten. Er garantiert eine transparente und projektspezifische Daten- und Informationsbasis. Ein weiteres Beispiel ist ein intelligentes Lieferkonzept, welches auf der modularen Bauweise der Böllhoff Komponenten basiert. Es separiert lieferterminkritische Maschinenkomponenten von lieferterminunkritischen Bestandteilen.

Dies sind nur zwei mögliche Konzepte als erfolgreiche Bausteine für eine flexible und gleichermaßen effiziente Fertigungs- und Beschaffungsplanung.

Innovative Industrien brauchen innovative Partner

Ein zusätzliches Service-Paket durch ein spezialisiertes Instandhaltungsteam, das die Prozessmaschinen optimal wartet, rundet das Angebot ab. Es unterstützt so maßgeblich einen sauberen und störungsarmen Betrieb der Produktion.

Wie von Böllhoff gewohnt, kommen auch bei der Stanzniettechnik Fügeelement und Fügewerkzeug aus einer Hand – beste Voraussetzungen, um sich auch künftig als zukunftssicherer Lösungsspezialist für innovative Branchen zu profilieren.

www.boellhoff.com

Quelle: OEM&Lieferant – Ausgabe I/2018