Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

Editorial von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie

… blickt auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurück. Im vergangenen Jahr steigerten die deutschen Automobilhersteller ihre globale Pkw-Fertigung auf den neuen Rekord von rund 16 Millionen Einheiten. Die Beschäftigung in unserer Industrie stieg in Deutschland auf über 800.000 Mitarbeiter in den
Stammbelegschaften. Die Automobilindustrie bleibt damit ein entscheidender Jobfaktor in Deutschland.

Unsere Unternehmen sind nicht nur im Heute erfolgreich, sie haben auch das Morgen fest im Blick. Sie arbeiten an der Zukunft der Mobilität made in Germany, und zwar auf vielen Feldern gleichzeitig. Bei der Elektromobilität gehört Deutschland nach Expertenansicht zu den drei führenden Anbieternationen.
Die deutschen Hersteller haben bis heute bereits 30 Serienmodelle mit E-Antrieb auf die Straße gebracht. Für
die nächste Zeit erwarten wir zahlreiche weitere Modelle mit teilweise deutlich größerer elektrischer Reichweite. Die Politik hat wichtige Entscheidungen für den Markthochlauf getroffen: etwa für den Umweltbonus, an dem sich die Hersteller zur Hälfte beteiligen. Damit die E-Mobilität noch stärker Fahrt
aufnehmen kann, muss auch die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut werden.

Die Unternehmen treiben darüber hinaus eine zweite Entwicklung voran, mit der sich die Welt des Autos völlig verändern wird: Wir sprechen von der digitalen Transformation einer ganzen Branche durch das vernetzte und automatisierte Fahren. Dabei geht es nicht nur um eine neue Technologie, bei der wir schon jetzt Innovationsführer sind. Vielmehr haben sich die Hersteller und Zulieferer  auf den Weg gemacht in
eine neue, digitale und vernetzte Mobilitätswelt – mit neuen Wettbewerbern, neuen Services und neuen Geschäftsmodellen. Aus Automobilherstellern werden Mobilitätsdienstleister mit einem umfassenden Angebot, das über das Auto weit hinausreicht. Unsere Unternehmen haben das Rüstzeug, auch in diesem neuen Wettbewerb die Nase vorn zu behalten.

Mit der Initiative „Mobilität von morgen“ wollen wir zeigen, was heute schon geht und an welchen spannenden Innovationen wir arbeiten. Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Und mit welchen Technologien? Das sind Fragen, die nicht nur kontrovers diskutiert werden sollen. Wir wollen erstmals auf einer gemeinsamen Plattform auch konkrete Projekte deutscher Hersteller und Zulieferer zeigen, ihre Experten zu Wort kommen lassen und einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Der Wandel der Mobilität und die Digitalisierung erfordern aber auch neue Kooperationen. Die Automobilindustrie und der VDA arbeiten immer häufiger mit Start-ups zusammen. Die Automobilindustrie will die Chancen solcher Kooperationen nutzen, um dafür zu sorgen, dass Mobilitätstechnologie made in Germany spitze bleibt. Das zeigen wir auch erfolgreich auf der New Mobility World, die wir sowohl in Frankfurt als auch in Hannover als festen neuen Bestandteil der IAA etabliert haben. Bekannte und neue Unternehmen treten dort auf, um ihre Lösungen für die Mobilität von morgen zu zeigen.

Die deutsche Automobilindustrie steht vor enormen Herausforderungen. Der Erfolg der Gegenwart ist für uns kein Ruhekissen. Hersteller und Zulieferer nehmen diese Herausforderungen gemeinsam an und arbeiten partnerschaftlich zusammen.