Von Joost Ortjens, Head of Sector Development Automotive

Automobilzulieferer werden zunehmend in sehr frühen Stadien der Entwicklung von Neufahrzeugen, neuen Systemen (z. B. neuen Energie-Antriebssträngen) und neuen Dienstleistungen einbezogen. Im Gegenzug erwarten sie langfristige Geschäftsbeziehungen und wiederkehrende Aufträge von den OEMs. Um eine solche Beziehung aufzubauen, müssen die Lieferanten „die Stimme des Kunden“ verstehen, eine anspruchsvolle Herausforderung, die die kulturellen und sprachlichen Unterschiede in Europa reflektiert.

Welches Land wäre besser geeignet als Luxembourg, um eine solche Herausforderung anzunehmen? Als wirklich internationales Land in Europa zählt Luxembourg rund 50 Prozent nicht-luxembourgische Einwohner. Rund 70
Prozent der Beschäftigten besteht aus Ausländern, die sich weitgehend aus dem großen Zustrom von täglichen Pendlern aus Belgien, Frankreich und Deutschland zusammensetzt. Darüber hinaus liegt Luxembourg zentral im
Herzen der europäischen Automobil-Community. An der Kreuzung zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien bietet es einen hervorragenden Zugang zu vielen F&E-Standorten und OEM-Zentralen.

Die Branchenexperten von Luxinnovation sind in der Lage, Neuankömmlinge in der Automobilindustrie in Luxembourg und in ganz Europa einzuführen. Ausländische Investoren werden in Kontakt mit jenen privaten und öffentlichen Organisationen gebracht, die für die ersten erfolgreichen Schritte der überseeischen Geschäftsentwicklung von Bedeutung sind. Unterstützung wird auch für die Rekrutierung von High-Level-Fachkräften zur Verfügung gestellt. Schließlich wird Unternehmen bei der Präsentation ihrer Produkte und
Dienstleistungen auf internationalen Messen wie beispielsweise der IAA in Frankfurt unter dem Dach eines gemeinsamen „Luxembourg Automotive“-Messestands geholfen. Die Vorteile eines europäischen Vertriebs- und
F&E-Zentrum in Luxembourg werden von weltweiten Automobilzulieferern wie Delphi, Mahle, Goodyear, ArcelorMittal und DuPont, aber auch von Technologiegiganten wie Microsoft, Google und Skype unter Beweis
gestellt. Luxembourg bietet einzigartige Logistiklösungen und aufgrund einer moderaten Steuerstruktur und niedriger Sozialversicherungsbeiträge gehören die Arbeitskosten zu den niedrigsten in Westeuropa.

Aufgrund der erwarteten Geschäftsmöglichkeiten, die durch neue Mobilitätskonzepte, emissionsfreie Antriebsstränge und Fahrzeugkonnektivität entstehen, unterstützt die luxembourgische Regierung diese wissensintensive Industrie mit einem Wissenschaftspark (Automobilcampus), F&E-Beihilfen und einer
Investitionsförderung durch die nationale, auf Investitionsförderung spezialisierte SNCI-Bank. Das luxembourgische Wirtschaftsministerium unterstützt intensiv Forschungskooperationen, um die Entwicklung komplexer Systeme durch die Bündelung individueller Kompetenzen aus verschiedenen Unternehmen zu fördern. Institutionen wie Luxinnovation und ihr Auto-Mobility Cluster (LAC), das luxembourger Forschungszentrum LIST (Luxembourg Institute of Science and Technology) und das interdisziplinäre
Zentrum für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauen (SnT), eine Forschungseinrichtung der Universität Luxembourg, spielen dabei eine herausragende Rolle, indem sie gemeinsame Forschungsprojekte initiieren
und damit auch erleichtern. Eine Erfolgsstory gemeinschaftlicher F&E Arbeit ist die Implementierung
eines grenzüberschreitenden Konnektivitätsprüfstandes, in dem intelligente Infrastrukturen und V2X-Kommunikation, die auf 5G- und G5-Technologien basieren, als Basis einer ununterbrochenen grenzüberschreitenden Fahrzeugkonnektivität entwickelt und getestet werden. Getragen von einem Konsortium
von Unternehmen und Forschungsinstituten aus dem Saarland (D), Lothringen (F) und Luxembourg steht dieses Projekt für die Macht grenzüberschreitenden Denkens und den Wert des Engagements von Luxinnovation in Autoregion eV, dem Automobil-Meta-Cluster der Großregion und dem ersten grenzüberschreitenden
Automobilcluster in Europa.